Psychologische Wirkung von Werbung
Das unten vorgestellte Buch sollte Pflichtlektüre für jedermann sein, um zu wissen, welchen Gefahren jeder von uns ausgesetzt ist, in die Fänge der Angebotswirtschaft zu geraten. Die moderne Wirtschaft, als politische Religion, ist nicht dazu da, um unseren Bedarf zu decken. Nein, sie arbeitet mit allen Tricks, weitaus intelligenter als je ein Taschendieb, um uns das Geld abzukröpfen.
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Georg Felser
Werbe- und Konsumentenpsychologie
3. Auflage
Spektrum Akademischer Verlag "Imprint von Springer, Berlin, Heidelberg 2007
ISBN 978-3-8274-1782-4
Buchrückseite:
Die psychologische Wirkung von Werbung und Marketing steht im Mittelpunkt dieses seit Jahren erfolgreichen Einführungsbuches, das die Frage untersucht, wie Werbemittel vom Konsumenten wahrgenommen und erlebt werden. Die nun vorliegende dritte Auflage wurde gründlich aktualisiert. Dabei wurden unter anderem neuere Forschungen zur sozialen Kognition und zur Psychologie des Bewertens einbezogen und weiterhin die verhaltenspsychologischen Grundlagen erläutert die heute oft unter dem missverständlichen Schlagwort „Neuromarketing" abgehandelt werden.
Studierende der Fachrichtung Graphik/Design an Fachhochschulen finden hier eine
Übersicht über die Wirkung spezifischer Gestaltungsmittel, die für ihre spätere
praktische Arbeit als Werbemittelgestalter passgenau ist. Für Psychologen bietet
das Buch eine konkurrenzlose Aufarbeitung psychologischen Wissens zur Wirkung
von Werbung und ihrer Gestaltung auf die Konsumenten. Für
Wirtschaftswissenschaftler schließlich bietet dieses Buch eine Zusatzinformation
zur psychologischen Wirkung von Werbemitteln, die das Lehrbuchwissen über
Werbung oder Verbraucherpsychologie mit praxisnaher Information ergänzt.
Georg
Felser ist Professor für Wirtschaftpsychologie an der Hochschule Harz in
Wernigerode.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Werbung und Kaufen, eine Einführung
1.1 Werbung in der Wahrnehmung der Konsumenten
1.1.1 Akzeptanz
1.1.2 Verarbeitung
1.1.3 Werbeumfang
1.2 Zu Ziel und Zweck der Werbung
1.2.1 Zur »Philosophie« der Werbung: Begriffliche Bestimmungsstücke
1.2.2 Ziele der Werbung
1.3 Modelle der Werbewirkung
1.3.1 Mechanistische Ansätze zur Erklärung des Konsumentenverhaltens
1.3.2 Hierarchische Modelle der Werbewirkung
1.3.3 Zwei-Prozeß-Modelle
1.3.4 Die Vielfalt der Modelle
1.4 Konzepte und Begriffe zur Werbegestaltung
1.4.1 Die USP-Formel
1.4.2 Erlebniswert und Zusatznutzen
1.4.3 Mental Design
1.4.4 Techniken der Fernsehwerbung
1.5 Verschiedene Werbeformen
1.5.1 Blockwerbung
1.5.2 Sponsoring
1.5.3 Product Placement
1.5.4 Game-Shows
1.5.5 Teleshopping
1.5.6 Videoclips
1.5.7 Merchandising
1.6 Grenzen der Wirtschaftswerbung
1.6.1 Gesetze
1.6.2 Selbstdisziplinäre Einrichtungen
1.7 »Werbepsychologie« - ein Markt mit Zukunft?
2. Aktivierende Prozesse des menschlichen Verhaltens
2.1 Emotionen
2.1.1 Das Schachter-Singer-Paradigma
2.1.2 Die Rückkopplung durch Körperhaltungen
2.1.3 Emotionale Erlebnisse als Ziel
des Marketing
3. Prinzipien der Kaufentscheidung
3.1 Präskriptive Entscheidungsmodelle
3.1.1 Kompensatorische Entscheidungsregeln
3.1.2 Nicht-kompensatorische Entscheidungsregeln
3.1.3 Abbruchkriterien bei der Suche
3.1.4 Probleme und Grenzen präskriptiver Entscheidungsmodelle
3.2 Intuition
3.3 Affekte und Kognitionen
3.4 Arten des Kaufs
3.4.1 Extensiver Kauf
3.4.2 Impulsiver Kauf
3.4.3 Limitierter Kauf
3.4.4 Gewohnheitskauf
3.5 Kaufentscheidungen gegen ein Produkt
3.5.1 Die Rolle der Werbung
3.5.2 Unternehmensphilosphie
4. Zur Psychologie der Kaufentscheidung
4.1 Entscheidungsheuristiken
4.1.1 Die Verfügbarkeitsheuristik
4.1.2 Die Rekognitionsheuristik
4.1.3 Die Repräsentativitätsheuristik
4.1.4 Mentale Kontoführung
4.2 Der Einfluß irrelevanter Informationen
4.2.1 Verwässerungseffekt und die Wirkung zusätzlicher Informationen
4.2.2 Das Bemühen um eine Information
4.2.3 Ankereffekt
4.2.4 Bereitstellen einer Attrappe: Der Attraktions-Effekt
4.3 Weitere Urteilsverzerrungen
4.3.1 Wahrscheinlichkeiten und Ergebnisse
4.3.2 Der Endowment-Effekt
4.3.3 Vergleichsasymmetrien
4.3.4 Ursprungsabhängigkeit
4.4 Psycholgische Modelle menschlicher Entscheidungen
4.4.1 Die prospecttheory
4.4.2 Die Prioritäts-Heuristik
4.5 Reflektive und impulsive Prozesse
5. Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
5.1 Psychophysik
5.1.1 Empfindungsschwelle, Unterschiedsschwelle und Empfindungsmessung
5.1.2 Psychophysik in Werbung und Konsumverhalten
5.1.3 Der Bezugspunkt der Wahrnehmung
5.2 Das Sehen
5.2.1 Tiefenwahrnehmung
5.2.2 Gestaltprinzipien der Wahrnehmung
5.3 Das Hören
5.4 Die Geruchswahrnehmung
5.5 Das Zusammenspiel der Sinne: Multisensualität und der Effekt von Erwartungen
5.5.1 Synästhetische Wirkungen
5.5.2 Die Bedeutung von Erwartung für das Produkterleben
5.5.2 Multisensuale Produkterlebnisse
5.6 Aufmerksamkeit
5.6.1 Aufmerksamkeitssteuerung
5.6.2 Reizverarbeitung ohne Aufmerksamkeit
5.6.3 Aufmerksamkeitssteuerung durch formale Gestaltung
5.6.4 Aufmerksamkeitssteuerung durch
konkrete Inhalte
6 Lernen
6.1 Das klassische Konditionieren
6.1.1 Zentrale Begriffe des Konditionierens 1: klassisches Konditionieren
6.1.2 Signallernen
6.1.3 Evaluatives Konditionieren
6.1.4 Konsumenten als Pawlowsche Hunde?
6.1.5 »I'11 teach you differences«
6.2 Operantes Konditionieren
6.2.1 Zentrale Begriffe des Konditionierens II: operantes Konditionieren
6.2.2 Die Bedeutung des operanten Konditionierens für das Konsumentenverhalten
7. Gedächtnis
7.1 Das Speichermodell des Gedächtnisses
7.1.1 Sensorischer Speicher
7.1.2 Arbeitsspeicher
7.1.3 Langzeit-Speicher
7.2 Die Organisation von Gedächtnisinhalten
7.3 Kodierung und Abruf
7.3.1 Bildhafte und abstrakte Kodierung
7.3.2 Verarbeitungstiefe, Selbstreferenz- und Generierungs-Effekt
7.3.3 Encodierungsspezifität
7.3.4 Recall und Recognition
7.3.5 Vergessen und Interferenzeffekte
7.3.6 Serielle Effekte bei der Kodierung: Primacy- und Recency-Effekt
7.4 Erinnerung und Rekonstruktion
7.4.1 Zur Beeinflußbarkeit des Gedächtnisses
7.4.2 Eindringlinge im
Arbeitsspeicher
7.4.3 Wahr und falsch: Die Rolle des Gedächtnisses
7.4.4 Affektive Perseveranz
8. Assoziative Bahnung und Kontexteffekte
8.1 Kontexteffekte
8.2 Empfehlungen zur Erzeugung von Kontrasteffekten
8.2.1 Ausdrücklicher Ausschluß aus der Kontextkategorie
8.2.2 Große zeitliche Distanz zwischen Ziel- und Kontextreiz
8.2.3 Wenig gemeinsame Merkmale zwischen Ziel- und Kontextreiz
8.2.4 Extreme Ausprägung des Kontextreizes
8.2.5 Eindeutige Vergleichbarkeit von Kontextkategorie und Zielreiz
8.2.6 Geringe Größe der Zielkategorie
8.2.7 Geringe Größe der Kontextkategorie
8.2.8 Untypische Exemplare
8.2.9 Bewußtheit
8.2.10 Stimmung
8.3 Priming und Kontexteffekte in Werbung und Konsum
8.3.1 Verfügbarmachen von Informationen
8.3.2 Plazierung eines bestimmten Kontextes zur Imageverbesserung
8.3.3 Kontrasteffekte
9. Automatische Prozesse der Informationsverarbeitung
9.1 Was ist »automatisch«?
9.1.1 Reflexe
9.1.2 Affekte
9.1.3 Beiläufige Informationsverarbeitung
9.2 Implizites Erinnern und der Mere-exposure-Effekt
9.2.1 Effekte des impliziten Erinnerns
9.2.2 Der Effekt der bloßen Darbietung: Mere-exposure-Effekt
9.2.3 Anwendung auf die Werbung
9.3 Unterdrückung automatisch aktivierter Informationen
9.4 Messung automatisch aktivierter Informationen
9.5 Unterschwellige Wahrnehmung
9.5.1 Wann sollte man von unterschwelliger Wahrnehmung sprechen?
9.5.2 Gibt es überhaupt eine
unterschwellige Wahrnehmung?
9.5.3 Können sich unterschwellige Reize auf unsere Absichten, Wünsche,
Bedürfnisse auswirken?
9.5.4 Sind unterschwellige Effekte wirksamer als überschwellige?
9.5.5 Praktische Probleme einer
unterschwelligen Reizdarbietung
10. Sozialpsychologische Grundlagen
10.1 Die soziale Bezugsgruppe und das Selbst
10.1.1 Selbst und Selbstwert
10.1.2 Kaufentscheidungen in der Gruppe
10.1.3 Dazugehören oder Individuum
sein?
10.1.4 Soziale Einflüsse auf Urteile und Verhaltensweisen
10.2 Personwahrnehmung aus der Außenperspektive
10.2.1 Der fundamentale Attributionsirrtum
10.2.2 Der Dritte-Person-Effekt
10.2.3 Sechs Merkmale, die sympathisch machen
10.2.4 Physische Attraktivität in
Werbung und Verkauf
10.3 Die Regel der Gegenseitigkeit - quid pro quo
10.3.1 Die Regel der Gegenseitigkeit in der psychologischen Forschung
10.3.2 Gegenseitige Zugeständnisse
10.3.3 Gegenseitigkeitsprinzipien im
Konsumentenverhalten
11. Psychologische Konsistenz und Reaktanz
11.1 Konsistenz: Wenn Widersprüche das Verhalten lenken
11.2 Die Dissonanztheorie
11.3 Die Bedingung für kognitive Konsistenzmechanismen: Bindung
11.3.1 Die Größe des Handlungsanreizes
11.3.2 Wahlfreiheit
11.3.3 Hindernisse, Nachteile, Anstrengungen
11.3.4 Die magische Handlung: Schreiben
11.3.5 Öffentlichkeit
11.3.6 Besitz
11.4 Konsistenzmechanismen in Werbung und Verkauf
11.4.1 Dissonanz nach Entscheidungen
11.4.2 Die Fuß-in-der-Tür-Technik
11.4.3 Low-balling
11.4.4 Oversufficient-justification-Effekt
11.4.5 Ausgaben-Effekt
11.5 Die Reaktanztheorie
11.5.1 Aufwertung durch Unzugänglichkeit
11.5.2 Der Bumerang-Effekt bei der Beeinflussung
11.6 Einschränkungen und Bedingungen der Reaktanztheorie
11.6.1 Wettbewerb
11.6.2 Lust am Besitz versus Gebrauchswert
11.6.3 Reaktanz und
Saurer-Trauben-Effekt
11.7 Reaktanz und Gesetze
11.8 Die Reaktanztheorie in Werbung und Verkauf
11.8.1 Reaktanz und Beeinflussung
11.8.2 Werbeunterbrechungen
11.8.3 Reaktanz und
Kaufentscheidungen
11.8.4 Einschränkung als Werbe- und Verkaufsmittel
12. Bewerten und die Konstruktion der menschlichen Zufriedenheit
12.1 Reaktanz und kognitive Dissonanz
12.2 Vorhersage künftiger Zufriedenheit
12.2.1 Vorhersage künftiger Affekte
12.2.2 Vorhersage von Nutzen und Präferenzen
12.2.3 Vorhersage von Verhalten
12.3 Nachdenken über das, was nicht der Fall ist
12.3.1 Antizipiertes Bereuen im Konsumentenverhalten
12.3.2 Kontrafaktisches Denken bei
Verhandlungen
12.4 Fluch und Segen der Konsumentenfreiheit
12.4.1 Die Umkehrbarkeit von Entscheidungen
12.4.2 Die Wahl aus vielen Alternativen
12.4.3 Die freie Gestaltung von
Produkten
12.5 Aufhören, wenn's am schönsten ist: Die Peak-End Regel
13. Einstellung und Einstellungsänderung
13.1 Einstellungen und ihre Komponenten
13.2 Einstellung und Verhalten
13.2.1 Das Problem der Verhaltensvorhersage
13.2.2 Verhaltensänderung ohne Einstellungsänderung
13.2.3 Die Verfügbarkeit einer
Einstellung
13.3 Einstellungsänderung durch Kommunikation: Zwei Wege zur Beeinflussung
13.3.1 Das Modell der Elaborationswahrscheinlichkeit
13.3.2 Heuristische und systematische Informationsverarbeitung
13.3.3 Zwei-Prozeß-Modelle: Wie wird das Publikum verarbeiten?
13.3.4 Die Rolle von Argumenten in
der beeinflussenden Kommunikation
13.4 Strategien der Einstellungsänderung
13.4.1 Glaubwürdigkeit
13.4.2 Zweiseitigkeit der Information
13.4.3 Immunisierung einer Einstellung gegen Beeinflussung
13.4.4 Explizite Schlußfolgerungen
13.4.5 Selbstüberredung
13.5 Implizite Assoziationen
13.5.1 Aufbau des IAT
13.5.2 Stärken und Schwächen des IAT
13.5.3 Implizite Assoziationen: Weiterführung und Differenzierungen
16.4.3 Motivation durch Preise
16.4.4 Preisstruktur
16.4.5 Preisfindung bei Verhandlungen und Auktionen
17. Messung der Werbewirkung und Methoden der Marktforschung
17.1 Der Graben zwischen Marktforschern und Praktikern
17.1.1 Die Bäuche der Kreativen
17.1.2 Das Dilemma der
Werbewirkungsforschung
17.2 Erhebungsansätze
17.2.1 Explorative Forschung
17.2.2 Deskriptive Forschung
17.2.3 Kausale Forschung
17.2.4 Das Problem der abhängigen Variablen
17.3 Meßmethoden und Variablen in der Marktforschung
17.3.1 Aufmerksamkeit
17.3.2 Gedächtnis
17.3.3 Informationsverarbeitung
17.3.4 Die Produkthandhabung
17.3.5 Werthaltungen, Motivation und Emotion
17.3.6 Qualität einer Werbevorlage
18. Psychologische Einflüsse auf Ergebnisse der Marktforschung
18.1 Der Einfluß der Messung
18.2 Probleme bei Selbstauskünften
18.3 Das Bearbeiten eines Fragebogens
18.3.1 Skalen und Antwortverhalten
18.3.2 Die Formulierung von Fragen und Antworten
18.3.3 Freie und vorgegebene
Antwortformate
18.3.4 Antwortformate und Verteilungseinschätzungen
18.4 Marktforschung und Informationsverarbeitung
18.4.1 Der Nike-Sportschuh
18.4.2 Ein konstruktivistisches Modell der Einstellungsmessung
18.4.3 Effekte vorangehender Fragen auf folgende
18.4.4 Die Befragung als Intervention
18.4.5 Einstellungen zu Dingen, die
es gar nicht gibt
18.4.6 Kontexteffekte in Befragungen: Fehlerquellen oder wertvolle Optionen für
die Marktforschung?
Literaturverzeichnis 487
Bildnachweise 526
Index 527
Kommentar: Ein ausgezeichnetes Buch, das unverhüllt die Bösartigkeit und die schändliche Weise beschreibt, wie wir als Konsumenten übers Ohr gehauen und reingelegt werden können. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein, um zu wissen, mit welchen Machenschaften uns das Geld aus der Tasche geholt wird. Im Buch wird kein Wort darüber verloren, dass die Angebotswirtschaft - im Gegensatz zur Bedarfswirtschaft - keineswegs dem Konsumenten dient, sondern nur den einzelnen Betrieben. Da gibt es kein Hinweis auf volkswirtschaftliche Notwendigkeiten. Dieses Buch setze ich gleich mit ausführlichen Ratschlägen zum Autoknacken oder zu Hauseinbrüchen oder zum Straßenraub, im letzteren Fall, mit welchen Drohgebärden man sein Opfer einschüchtern kann usw. Die beste Anleitung dazu, "wie man Satte hungrig macht".
Dazu ein klein wenig aus dem Inhalt*, z.B. unter dem Punkt 1.2.2 (oben Inhaltsangabe): Das wichtigste Ziel ist, "das Beworbene attraktiv erscheinen zu lassen" unabhängig vom Sinn und Nutzen. Das Erreichen dieses Zieles kann am Umsatz gemessen werden. Weitere Ziele sind:
- Aufbau eines Markenimages. Image bedeutet in unserer deutschen Sprache: "gefühlsbetontes Vorstellungsbild".
- Die Werbung soll "starke Gedächtnisspuren" hinterlassen.
Da der Werbeerfolg nicht "kurzfristig und relativ schnell ablesbar ist", muss mit einem bestimmten "Werbedruck" gearbeitet werden. Das bedeutet: Der gleiche "Mist" flattert Ihnen täglich ins Haus, wie beispielsweise sogar immer noch uneingeschränkt von Pleitefirmen (Katalog des vom Ministerpräsidenten von Bayern unterstützten Versandhauses "Quelle" der Inhaberin Schickedanz), wobei die Druckkosten wahrscheinlich nicht mehr dem Drucker bezahlt werden werden. Man spricht von einer "Depotwirkung der Werbung".
Die Werbung soll
-► informieren (z.B. "Handy" zum Fotografieren usw. Eigentlich genügt heute schon ein Handy, um sich den ganzen Tag damit zu beschäftigen. Man sieht es deutlich, dass das nicht nur junge Leute ununterbrochen tun),
-► motivieren, aktivieren bzw. emotionalisieren (wie bei Computerviren unbemerkt bzw. unbewusst eingeschleust und durch Neugier aufgerufen, um dann die Hoffung zur Verwirklichung eines Wunschdenkens erfüllt zu bekommen),
-► sozialisieren (zu deutsch: zum Allgemeingut werden, wie zum Beispiel das Auto und inzwischen auch das Handy, welche fast jeder hat),
-► verstärken (muss ich unbedingt auch haben; denn mein Freund hat so etwas schon),
-► unterhalten. (Das ist vielleicht sogar der wichtigste Punkt; denn ich kenne Leute, die sich den ganzen Tag nur von Werbung in Fernsehen berieseln lassen. Dazu gibt es ja ausschließlich bestimmte Sender. Für viele sind die "Meinzelmännchen", welche die Werbung des 2. Deutschen Fernsehens - ZDF - begleiten, nicht zu verpassen.)
Herr Professor Georg Felser: Es "herrschen allgemein positive Stimmungen vor, die sich in ihrer Unbestimmtheit leicht an die Stimmungslage des Zuschauers anpassen lassen...".
Weiter aus dem Buch ein paar für sich selbst sprechende Begriffe:
1. Einführungswerbung: Das Produkt soll beim Verbraucher eingeführt werden.
Der Verbraucher soll Interesse am Produkt aufbringen und
sich ein positives Urteil über das Produkt bilden mit dem Endziel,
den Verbraucher als loyalen Kunden zu gewinnen.
2. Durchsetzungswerbung:
Abgrenzung gegen die Konkurrenz mit dem Ziel,
eine dauerhafte Präsenz auf dem Markt neben den Mitbewerbern zu sichern.
3. Verdrängungswerbung: um den Konkurrenten Marktanteile abzunehmen.
"Diese Strategie wird notwendig, wenn der Markt eine Ausweitung nicht mehr
zuläßt, womöglich weil er gesättigt ist und zu viele Angebote einer geringen
und stagnierenden Nachfrage gegenüberstehen", ist zu lesen.
4. Expansionswerbung: um neue Kunden zu gewinnen. "Das setzt voraus, daß es
ansprechbare Konsumenten gibt, die das Produkt noch nicht verwenden und
die dem Markt neu hinzugewonnen werden können."
Alles unter dem Motto, nicht hungrige satt zu machen, sondern satte hungrig.
So, Wie geht man vor:
Kapitel 6.1.4 Konsumenten als Pawlowsche Hunde?
Zitat: »Man bedenke, was Pawlow leistete: Er nahm einen neutralen Gegenstand, und indem er ihn mit einem bedeutungsvollen Gegenstand in Verbindung brachte, machte er ihn zu einem Symbol für etwas anderes; er erfüllte ihn mit Metaphorik, er gab ihm eine zusätzliche Bedeutung. Ist das nicht genau das, was wir in der modernen Bildwerbung zu tun versuchen?« Wenn im Rahmen einer Werbebemühung ein positiver Reiz, etwa schöne Musik oder ein schönes Bild, mit dem Produkt gleichzeitig vorgegeben wird, dann scheint dieses Verfahren das klassische Konditionieren nachzuzeichnen. Welche Bedeutung kommt der Technik des klassischen Konditionierens nun tatsächlich in der Werbung zu? Ist es plausibel, die Effekte von Werbung auf die Wirksamkeit des klassischen Konditionierens zurückzuführen? Etliche Autoren sind der Meinung, das klassische Konditionieren sei ein sehr zentraler Mechanismus der Werbewirkung ... Zitat Ende. Mehr zu Pawlow >hier<. Kurz gefasst: Der Pawlowsche Hund war dazu gebracht worden, bei einem Klingelzeichen in Erwartung von Futter sogleich ohne Futter Speichelfluss zu bekommen. Das wird in der Psychologie als "Signallernen" bezeichnet: Ein bestimmtes Signal bewirkt reflexartig (nicht gewollt) ein Reaktion.
Nun, die moderne Werbepsychologie hat noch viel mehr auf Lager:
-►Die "emotionale Konditionierung",
-►das "evaluative Konditionieren", wird für die Werbung relevanter als das Signallernen gehalten; denn es soll resistenter gegen Löschung sein usw. usw..
Das
waren nur ganz wenige Beispiele aus dem über 500 Seiten dicken Buch.
* meine ganz persönlichen Bemerkungen - nicht meine "sachlichen"
Erklärungen sind kursiv gesetzt!
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Wer also sein Examen bei Herr Prof. Dr. Georg Felser bestanden hat, ist im Besitz des Wissens, wie man am besten Konsumenten ausbeutet, ohne dass sie es merken, geschicker als jeder geübter Taschendieb! Nochmals die Empfehlung: Das Buch lesen - es ist nicht billig mit etwa 50 Euro, aber eine gute Investition, um sich das Wissen anzueignen, wie man sich vor Diebstahl, Ausbeutung und Austrixen schützen kann. Vergessen Sie nicht: Die Gesetze sind auf Seiten der Diebe, welche die Gesetzgeber "in der Hand haben". Siehe beispielweise >hier< den Bericht des Bundesrechnungshofes und die umfassende Literatur mit einer Auswahl >hier<. (Die Öffnung der Seite dauert etwas.)
Erschreckend ist die Uneinsicht, dass volkswirtschaftlich nur eine bestimmte Kaufkraft vorhanden ist. Der geschicktere Dieb erzielt zwar größere Beute, d.h. jedoch: der "geFelserte" Produzent oder Dienstleister, der des besprochenen Buches folgt, bietet keine bessere Qualität, die sowieso durch die Wirtschaftverbände egalisiert wird, was man unter gleichen Marktchancen propagiert. Der Konsument ist sein Geld los und verschuldet sich sogar sehr oft. Markenprodukte, die umfangreiche Werbung machen, sind nur teurer und in der Regel keineswegs qualitativ besser.
Nachdem die Politiker sich ebenfalls wie "Produkte" ihrer Parteien anbieten mit Hilfe von den "neuen" werbepsychologischen Erkenntnissen, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Wahl keine andere Bedeutung hat, als sich nach verschiedenen "Waschpulvern" umzusehen, wovon es - nebenbei bemerkt - kein einziges mehr gibt ohne infernalischen Gestank, in der Werbung als Duft angepriesen. Nach dem Lesen des obigen Buches kann man ermessen, dass allein diejenigen Parteien (als Politiker-Produzenten) erfolgreich sind, welche die finanziellen Mittel für eine permanente Propaganda beschaffen (in Köfferchen wie von Exbundeskanzler Kohl, wie vom (noch) Ministerpräsidenten Koch des Bundeslandes Hessen, nach einem Vorschlag demnächst Finanzminister, wie vom scheidenden Innenminister Schäuble...). Die offiziell und durch Wahlgeschenke sowie Spenden bereit stehenden Mittel, dienen z.B. zur "Verstärkung" durch millionenfache Plakataufstellung mit denselben oder wenigstens den gleichen (hohnlachenden) Fratzen. Die Parteiprogramme (d.h. Produkte) sind gleich ohne qualitativen Unterschied. Es gibt keine einzige Möglichkeit der Wahl in Richtung auf Systemveränderung oder wenigstens -verbesserung...
Dann braucht man sich nicht zu wundern, "wer an die Macht kommt"; denn die große Mehrheit der Wähler fällt auf die Werbesprüche herein, welche nach Fritz Riemann sogar die Menschenwürde "ankratzen" (>hier< vorletzter Satz).
Leider haben einige Diktaturen, die immer noch à la Paul Josef Goebbels, "Reichspropagandaminister" im Hitler-Regime (1933 bis 1945), an der Macht sind, es nicht einmal nötig, aufwendig, aber dafür relativ sanft wirkende Werbepsychologen zu beauftragen. Nein, die Machthaber bedienen sich nach wie vor lieber ausschließlich des Militärs und der Geheimdienste...
Walter Rath, Oktober 2009