Höhenrausch der Politiker
Jürgen
Leinemann
Höhenrausch
Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker.
Karl Blessing Verlag 2004
Auf den Umschlaginnenseiten:
Noch nie war Politikverdrossenheit derart weit verbreitet, noch nie war das Ansehen der Politiker so katastrophal: Wo leben die eigentlich? Wissen die noch, wie es zugeht in der alltäglichen Welt, oder haben sie den Kontakt zur Wirklichkeit verloren?
Fast 40 Jahre lang hat Jürgen Leinemann in Washington, Bonn und Berlin
beobachtet, wie die Politiker von Generation zu Generation schicksalsärmer,
farbloser und austauschbarer wurden. Je weniger sie vom Leben und durch die
Geschichte geprägt sind, desto anfälliger erweisen sie sich für die Privilegien
und die hektische Selbstgenügsamkeit des politischen Betriebes. Das Fernsehen
verstärkt diese Tendenz, weil es eine Ersatzwirklichkeit bereitstellt, in der
die Polit-Profis ihr Ego aufblähen und ihre faktische Ohnmacht verdrängen
können. Realitätsverlust aber ist ein SuchtSymptom, und Leinemann, der in der
Sucht die spezifische Krankheit unseres Zeitalters erkennt, macht deutlich, dass
für den Großteil unserer Volksvertreter der Beruf zur Droge geworden ist. Ob
Macht, Erfolg, Arbeit, Alkohol, öffentlicher Applaus - an Auslösern für
Höhenrausch besteht kein Mangel. Ist diese fatale Anfälligkeit dem Zeitgeist
geschuldet, oder ist sie ein Risiko, das jeder eingeht, der Politik als Beruf
betreibt?
Jürgen Leinemann hat die prägenden politischen Figuren erlebt, er hat an ihnen
und mit ihnen gelitten und lässt sie in seinen Schilderungen lebendig werden -
ein einzigartiges bundesrepublikanisches Panorama von der Nachkriegszeit bis zur
Gegenwart.
Jürgen Leinemann zählt zu den besten Kennern der deutschen Politik und ihrer
wichtigsten und tonangebenden Vertreter - seine Spiegel-Geschichten aus dem
Innenleben der politischen Klasse sind legendär. Er hat die partei-politische
Machtszenerie jahrzehntelang aus nächster Nähe betrachtet und sich seinen
analytischen und gleichzeitig leidenschaftlich wertenden Blick weder von
politischen Interessen noch von persönlichen Vorlieben trüben lassen. Sein
Befund, das Fazit seiner Beobachtungen und Erkenntnisse ist alarmierend.
Jürgen Leinemann, Jahrgang 1937, hat Geschichte, Germanistik und Philosophie
studiert. Seit 1971 arbeitet er für den Spiegel, war Reporter und Büroleiter in
Washington und Bonn, leitete von 1990 bis 2001 in Berlin das Ressort Deutsche
Politik; seit 2002 Spiegel-Autor. Träger des Egon-Erwin-Kisch*-Preises.
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tschechischer Journalist und Schriftsteller (1885 - 1948). Bekannt durch seine
Sammlung: Der rasende Reporter