Buddhismus

Von Anfängergeist bis Zen
Herausgegeben
von MICHAEL STÜRZER
Theseus Verlag, Berlin (in der Verlagsgruppe Dornier GmbH) 2006
Auf der Umschlagsrückseite ist zu lesen:
Buddhismus - von Anfängergeist bis Zen bietet
einen Lebendigen und praxisnahen Überblick über die Grundbegriffe des
Buddhismus. Neben kurzen lexikalischen Eintragungen kommen zahlreiche Gelehrte
und buddhistische Meister zu Wort. Ihre Interpretationen und Erläuterungen
verleihen dem Buch seine besondere Authentizität.
Mit Beiträgen von Ayya Khema, Dalai Lama, Shunryu Suzuki, Thich Nhat Hanh und
vielen anderen.
Vorwort
Der Buddhismus hat im Verlauf seiner Geschichte zahlreiche kulturelle Formen und
Rituale sowie philosophische Begriffe und Konzepte hervorgebracht. Sie tragen
oft so exotische Namen wie »Nirvana«, »Tantra« oder »Erleuchtung«. Wenn wir
diese Begriffe nicht richtig verstehen, können sie uns in die Irre führen. Wenn
wir sie richtig verstehen, werden sie zu Wegweisern, die uns auf dem Pfad zur
tiefen Einsicht in die Essenz des Buddhismus geleiten.
Die beste Art, um die buddhistischen Grundbegriffe kennen zu lernen, ist, sie
von einem erfahrenen Meister erklärt zu bekommen. Doch dies ist uns nicht immer
vergönnt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, wissenschaftliche Lexika zu
studieren. Diese haben den Vorteil, dass sie immer zur Hand sind. Sie haben aber
den Nachteil, dass sie die Begriffe aus ihrem gelebten Zusammenhang reißen. Ihre
Erklärungen tendieren deshalb nicht selten zu einer gewissen theoretischen
Abstraktion und Blutarmut.
Einen Weg der Mitte zwischen diesen beiden Vorgehensweisen möchte dieses Buch
beschreiten. Zum einen folgt sein Aufbau der lexikalischen Form, zum anderen
lässt es - wo immer möglich - bedeutende buddhistische Gelehrte und Meister
selbst zu Wort kommen. Deren Erläuterungen erfüllen die Begriffe mit Leben und
vermitteln auf diese Weise einen unmittelbaren Eindruck von ihrer Bedeutung für
die buddhistische Praxis.
Wenn wissenschaftliche Lexika eher Kochbüchern gleichen, die die Zusammensetzung
eines Gerichts - eines Begriffs - beschreiben, dann möchte dieses Buch Ihnen
einen Vorgeschmack auf das fertige Mahl - den gelebten Buddhismus - geben. Denn
so wichtig ein grundlegendes Verständnis der buddhistischen Begriffe auch ist,
bei ihrem Studium sollte es niemals um einen Selbstzweck gehen. Alle Begriffe
und Rituale des Buddhismus haben nur ein Ziel: uns dabei zu helfen, unsere wahre
Natur zu erkennen. Möge dieses Buch Ihnen dabei eine kleine Stütze sein.
Anmerkung zur "Verschlagwortung"
Die Sprache, in der die Worte des Buddha zuerst niedergeschrieben wurden, war
Pali, ein altindischer Dialekt. Spätere Texte wurden in Sanskrit, einer
komplexen Schriftsprache des alten Indiens, verfasst. Alle zentralen
buddhistischen Begriffe haben in diesen beiden Sprachen ihre Wurzeln.
Auch wenn wir heute bereits über zahlreiche Übersetzungen von buddhistischen
Schriften verfügen, so besitzen wir doch noch keinen verbindlichen Kanon der
buddhistischen Terminologie; zahlreiche Übersetzungsvarianten für Pali-
beziehungsweise Sanskrit-Begriffe konkurrieren miteinander. Aus diesem Grund
wurden im lexikalischen Teil die meisten Begriffe unter ihrer Sanskrit- oder
Pali-Fassung angeführt. Eine Ausnahme bilden Begriffe, für die sich bereits
deutsche Übersetzungen eingebürgert haben, diese wurden unter der deutschen
Fassung verschlagwortet (also in Schlagworte umgesetzt).