Ein Marshallplan für die Erde
George Catlett Marshall, US-amerikanischer Politiker und General; geboren am 31.12.1880 in Pennsylvania (Uniontown); gestorben am 16.10.1959 in Washington (District of Columbia), war der Initiator des Hilfsprogramms zum Wiederaufbau von West-Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, genannt ERP-Programm (European Recovery Program) mit Leistungen im Werte von knapp 13 Milliarden US-$. Davon erhielt die Bundesrepublik Deutschland 3,3 Milliarden DM (umgerechnet). Statistik als Stapel etwas weiter unten im Bild der Europakarte.
>Hier< zur 16 Literaturangaben.
>Hier< zu einer umfassenden und ergänzenden Literaturübersicht
(auf getrennter Seite: Kritische und Zukunftsliteratur).
Ein weiterführender, sehr guter Artikel ist bei "Wikipedia" zu finden!

Al Gore
WEGE ZUM
GLEICHGEWICHT
EIN MARSHALLPLAN
FÜR DIE ERDE
Mit einem Vorwort von
Hans Immler
Aus dem Amerikanischen von
Frank Hörmann Lind
Walter Brumm
3. Auflage: Oktober 2007
Veröffentlicht im Fischer Taschenbuch Verlag
einem Unternehmen der S. Fischer Verlag GmbH,
Frankfurt am Main, Juni 1994
Mit freundlicher Genehmigung
der S. Fischer Verlag GmbH
1994 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Die amerikanische Originalausgabe erschien 1992 unter dem Titel
Earth in Balance - Ecology and Human Spirit«
im Verlag Houghton Mifflin Company, Boston, New York, London
© 1992 Al Gore
Alle Rechte vorbehalten
Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck
Printed in Germany
ISBN 978-3-596-12345-2
Die roten Zahlen sind die jeweiligen Hilfegelder in Millionen US$ (also insgesamt
11,234 Milliarden US$ wurden für West-Europa nach dem 2. Weltkrieg aufgewendet)
Vorausschauend und klarsichtig wie kein Politiker vor ihm setzt sich Al Gore
seit Jahren mit drängenden Umweltfragen unserer Zukunft auseinander. »Wege zum
Gleichgewicht« zeigt nicht nur, dass die ökologische Reform der Gesellschaft
auch eine Veränderung unseres Verhaltens voraussetzt, sondern ist zugleich auch
ein Manifest gegen Politikverdrossenheit. Al Gores »Marshallplan für die Erde«
ist Gegenstand vieler Debatten.
Al Gore, geboren 1948 in Washington, war von 1993 bis 2001 Vizepräsident der
USA. Als Präsidentschaftskandidat unterlag er bei den Wahlen im Jahr 2000 dem
Gegenkandidaten George W. Bush. Seitdem ist er als Gastprofessor amerikanischer
Universitäten und Campaigner in Sachen Klimawandel tätig. 2007 erhielt er den
Friedensnobelpreis für sein Engagement.
Verlagsadresse im Internet:
www.fischerverlage.de
Dieses Buch hat in der öffentlichen Umweltdiskussion ein Zeichen gesetzt. Der
Klassiker des Friedensnobelpreisträgers zu Klimawandel und Umweltschutz stellt
uns vor unbequeme Wahrheiten, um die Erde wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
»Der Held der Stunde, das ist ohne jeden Zweifel Al Gore.« Die Welt
(Tageszeitung)
»Al Gore ist einer der weltweit führenden Umweltschützer. Sein starker Einsatz
hat wie kein anderer Mensch zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die
Maßnahmen beigetragen, die nun nötig sind.« Ole Danbolt Mjos, Vorsitzender des
Nobelkomitees
»Selten, wenn je, hat ein Politiker so kenntnisreich und leidenschaftlich über
die Gefährdung unserer Umwelt geschrieben.« Die Zeit (Wochenzeitung)
Leseprobe:
... Noch zehn Jahre zuvor war der Aralsee das viertgrößte Binnengewässer der Welt, vergleichbar mit dem größten See der nordamerikanischen Seenplatte. Nun trocknet er allmählich aus, weil das Wasser, das ihn einst speiste, von Baumwollfeldern in der Wüste verschlungen wird. Zur Zeit meines Besuches, im August 1990, lag das Ufer fast 40 Kilometer weit entfernt. Die Konservenfabriken in Muynak, einem kleinen Städtchen unweit des letzten Ankerplatzes der Geisterflotte, dosten jedoch weiterhin Fische ein. Sie stammten aber nicht aus dem Aralsee, sondern wurden per Bahn über 1500 Kilometer vom Pazifischen Ozean über Sibirien antransportiert.

Ich
war zum Aralsee gereist, um die Zerstörung von fast biblischen Ausmaßen mit
eigenen Augen zu sehen. Auf jener Reise traf ich jedoch auf weitere Bilder des
Grauens. Am Tag meiner Rückkehr nach Moskau zum Beispiel sprach ich mit
Alexej Jablokow, dem wohl prominentesten Umweltaktivisten in der damaligen
Sowjetunion. Er war gerade von einer Expedition zum Weißen Meer zurückgekehrt,
wo Millionen toter Seesterne über mehrere Kilometer hinweg an den Strand gespült
worden waren. An jenem Abend schilderte er mir, wie die betroffenen Anwohner in
Gummistiefeln ratlos in der knietiefen Masse toter Seesterne umherwateten, auf
der Suche nach einer möglichen Erklärung für das mysteriöse Sterben.
Spätere Untersuchungen ergaben, daß das Sterben im Weißen Meer mit großer Wahrscheinlichkeit durch die Einleitung radioaktiven Militärmülls verursacht worden war. Aber wie ist das rätselhafte Massensterben in all den anderen Gewässern rund um den Globus zu erklären? Französische Wissenschaftler kamen kürzlich zu dem Schluß, daß der Grund für die steigende Zahl toter Delphine an der Rivieraküste in der erhöhten Umweltbelastung liegt, die die Abwehrkräfte der Tiere allmählich schwächt und sie für einen tödlichen Virus anfällig macht. Möglicherweise erklärt dies auch die drastische Zunahme toter Delphine an der texanischen Golfküste sowie das Robbensterben an der Nordsee im Sommer 198 8, in dessen Verlauf 12 000 Tiere verendeten. Die ölverschmierten Seevögel und Meerottern an der Südküste Alaskas im Jahr darauf gaben den Wissenschaftlern kein so großes Rätsel auf. Vielmehr lieferten sie grausame Beweisstücke für den Raubbau des Menschen an der Natur.
Sobald eines dieser schmerzlichen Bilder verblaßt, tritt ein anderes an seine
Stelle und wirft neue Fragen auf. Was hat es zu bedeuten, daß das Meer nicht nur
Quallen und Tang anspült, sondern gelegentlich auch eine gebrauchte
Injektionsnadel? Injektionsnadeln, tote Delphine, ölverklebte Vögel - häßliches
Strandgut der modernen Gesellschaft. Vorboten einer Sintflut? Stehen wir am
Rande eines gähnenden Abgrundes und sehen Gefahren entgegen, die unsere
Vorstellungskraft übersteigen? Wann immer wir der Natur - dem Ursprung allen
Lebens - den Rücken kehren, steigt die Flut und hinterläßt ein neues
Schiffswrack am Strand unserer Zeit. Wenn wir unseren gegenwärtigen Kurs nicht
ändern, laufen wir Gefahr, Schiffbruch zu erleiden.
Auf meiner Suche nach den Ursachen der Umweltkrise reiste ich rund um den Globus
und hatte Gelegenheit, viele dieser Bilder der Zerstörung eingehender zu
betrachten... "

Bateson, G.: Geist und Natur. Eine notwendige Einheit. Frankfurt/M. 1984.
Bossel, H.: Umweltwissen. Berlin
1990.
Beck, U.: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt/M.
1986. >Hier<
detaillierte Buchvorstellung
Brown, L. R., Flavin, Ch., Postel, S.: Zur Rettung des Planeten Erde. Strategien
für eine ökologisch nachhaltige Weltwirtschaft. Frankfurt/M. 1992.
>Hier< etwas
mehr
Graßl, H., Klingholz, R.: Wir Klimamacher. Auswege aus dem globalen Treibhaus.
Frankfurt/M. 1990.
Gruhl, H.: Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik.
Frankfurt/M. 1975/1992
Hampicke, U.: Ökologische Ökonomie. Opladen 1992.
Hauff, V. (Hg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der
Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven 1987.
Immler, H.: Vom Wert der Natur. Zur ökologischen Reform von Wirtschaft und
Gesellschaft. Opladen 1989.
Leipert, Ch.: Die heimlichen Kosten des Fortschritts. Wie Umweltzerstörung das Wirtschaftswachstum fördert. Frankfurt/M. 1989.
Mayer-Tasch, P. C.: Natur denken. Eine Genealogie der ökologischen Idee, 2 Bde.
Frankfurt/M. 1991.
Meadows, D., Meadows, D., Randers, J.: Die neuen Grenzen des Wachstums.
Stuttgart 1992. >Hier< detaillierte
Buchvorstellung
Meyer-Abich, K. M.: Wege zum Frieden. Naturphilosophie für die Umweltpolitik.
München 1984.
Schmidheiny, S.: Kurswechsel. München 1992.
v. Weizsäcker, E. U.: Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum
Jahrhundert der Umwelt. Darmstadt 1990.
Wicke, L., Hucke, J.: Der ökologische Marshallplan. Berlin 1989.