Bücher
Die Originalausgabe erschien 1986 unter dem Titel »L'un est l'autre« bei Editions Odile Jacob, Paris
Beltz
Taschenbuch 88
2001 Beltz Verlag, Weinheim und Basel
ISBN 3 407 22088 X
www.beltz.de
Über dieses Buch:
Ein Buch für Frauen und Männer: Die französische Philosophin Elisabeth Badinter, bei uns vor allem durch ihr Buch »Die Mutterliebe« bekanntgeworden, zeigt in »Ich bin Du« die tiefgreifende Veränderung in den Geschlechterbeziehungen auf, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte vollzogen hat: Nach viertausendjähriger Herrschaft ist das Patriarchat nun am Ende. Die Männer sind »weiblicher«, die Frauen »männlicher« geworden - der androgyne Mensch entsteht.
Diese Entwicklung ist Produkt eines langen, vielschichtigen Prozesses, dessen
historische und soziale Wurzeln Badinter freilegt und den sie folgendermaßen
akzentuiert sieht:
- Die Trennung der Geschlechter in zwei verschiedene gesellschaftliche (und sich bekämpfende) Lager ist aufgehoben. Mann und Frau haben prinzipiell Zugang zu allen sozialen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur).
- Die Selbstbestimmung der Frau über
ihren Körper (Antikonzeptiva, Schwangerschaftsabbruch) hat sie beweglicher,
unabhängiger, aktiver, d. h. »männlicher« gemacht. Frausein heißt nicht mehr
notwendig Muttersein. Mutterschaft okkupiert nur noch eine relativ kurze Spanne
des Frauenlebens, und Frauen arbeiten, ob mit Kindern oder ohne.
- Arbeit ist desexualisiert: ihre technische Organisation hat sowohl männliche
Kraft wie auch weiblich Geschicklichkeit ersetzt.
- Die Ehe, mit oder ohne Trauschein, hat auf noch unabsehbare Weise einen tiefgreifenden Wandel erfahren: sie ist nicht mehr »Lebensversicherung« für die Frau und kostenloser Service für den Mann. Ihr erster Anspruch ist Liebe.
- Die Männer entdecken zunehmend die
Chancen, die im Ausleben »weiblicher« Eigenschaften für ihr eigenes Leben
stecken: in Sanftheit, Fürsorglichkeit, Sensibilität. Die Rolle des »neuen
Vaters« steht hier neben vielen neuen männlichen Verhaltensweisen.
Die Autorin:
Elisabeth Badinter, geboren 1944 in Boulogne-Billancourt, ist Professorin für
Philosophie an der $cole Polytechnique in Paris. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit
liegt auf Studien zur Soziologie der Familie.
Nach viertausendjähriger
Herrschaft scheint das Patriarchat am Ende zu sein. Die Männer sind »weiblicher«
geworden, die Frauen »männlicher« - Neuerungen, die aber auch widersprüchliche
Empfindungen in uns auslösen: So geht den einen alles zu schnell, den anderen
hingegen zu langsam. Wir möchten mit alten Leitbildern brechen und fürchten doch
die neuen. Ein Standardwerk zur Beziehung zwischen Frau und Mann.
»Ein wichtiges Buch und ein außergewöhnlicher Denkanstoß.« L'Express
»Elisabeth Badinters auf viele wissenschaftliche Untersuchungen gestützte Thesen
reizen zum Widerspruch wie zum Nachdenken, denn der Wandel unserer Leitbilder
betrifft uns selbst, unsere Natur als Mann und Frau.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inhalt
Vorwort
I. TEIL: Das Eine und das Andere
1. Die ursprüngliche Komplementarität der Geschlechter
Das Wesen des
Menschen
Eine universelle Regel der menschlichen Natur?
Der Bruch zwischen
dem Primaten und dem Menschlichen
Die Komplementarität zur Zeit der Sammler und Jäger
Anhaltspunkte für eine Trennung der Geschlechter
Anhaltspunkte für
eine Komplementarität
Die Machtfrage
Am Anfang weder Matriarchat noch Patriarchat
Die Vielfalt der Machtbefugnisse
2. Von der Macht der Frau
zu den geteilten
Machtbefugnissen
Machtstellung der Frau. Macht der Mutter
Der weibliche Ackerbau und die männliche Viehzucht
Die Herrschaft der Göttin: Mutter und Gebieterin der Natur
Mutter Unser, die
Du bist das Ganze...
Das Paar oder die geteilten Machtbefugnisse
Die Produktion und die Reproduktion
Die Geburt des Krieges
Der religiöse
Dualismus
Interferenz, Äquivalenz und Gleichheit
der Geschlechter
II. TEIL: Das Eine ohne das Andere
1. Das absolute Patriarchat oder
Alle
Machtbefugnisse werden konfisziert
Die göttliche Macht: Gott der Vater
Gott vertreibt die Göttin
Die Religion des
Vaters
Die Zeugungsmacht: der Gott-Vater
Philosophische Rechtfertigung der männlichen Überlegenheit in der Fortpflanzung
Wenn der Vater
sich an die Stelle der Mutter setzt
Die absolute Macht
Die Tochter ihres Vaters
Die Gattin ihres Mannes
Die Ehe, Fundament
der patriarchalischen Gesellschaft
2. Die Logik der Gegensätze oder der Krieg der Geschlechter
Das absolute Patriarchat bedroht die Komplementarität
Von der mangelnden Symmetrie zur Ausschließung
Die üblichen
Konsequenzen
Stärke und Ursprung des konfliktreichen Dualismus
Die Furcht vor dem Anderen
Die Furcht vor dem Gleichartigen
Die äußersten Konsequenzen
3. Der Tod des Patriarchats
Die Agonie
Die Französische Revolution: Vatermord, Gottesmord
Menschenrechte oder Männerrechte?
Der lange Marsch
der Frauen...
Der Todesstoß
Die moralische Niederlage des abendländischen Mannes
Eva verändert die Ausgangssituation
III. TEIL: Das Eine ist das Andere
1. Die Ähnlichkeit der Geschlechter
Eine
schwindelerregende Mutation
Eine große Premiere in der Menschheitsgeschichte
Krieg und Bemutterung
Ideologie und
Politik der Ähnlichkeit
Die Heraufkun ft des Androgynen
Das duale Geschöpf
Die Schwierigkeiten der männlichen Identität
Ansichten zur
Ähnlichkeit der Geschlechter
Das Zurückweichen der »Natur«
Die angefochtene Vorherrschaft des Biologischen
Trennung von Weiblichkeit und Mütterlichkeit
Der individuelle Unterschied kommt vor dem Geschlechtsunterschied
2.Das Paar oder die Wandlungen des Herzens
Das Individuum ist
wichtiger als das Paar
Der absolute Wert des Ichs
Lieber Einsamkeit
als Zwang!
Weniger Leidenschaft, mehr Zärtlichkeit
Das Nachlassen der Leidenschaften
Das Verlangen nach
Zärtlichkeit
Zwischen dem Warmen und dem Lauwarmen . . . .
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Machtfrage
Anmerkungen
Chronologie der Kulturen
Bibliographie