Gewaltbereitschaft junger Muslime

>Hier< (auf dieser Seite) noch kurze Erwähnung eines Artikels in DER SPIEGEL zum Thema.

>Hier< zu den Männer(banden) und -bünden (am Ende dieser Web-Seite).

 

>Hier< ein differenzierender Artikel über Islam und Terrorismus;

>hier< zu 146 Artikeln (zwischen 12.9.2001 und 7.2.2003)

der "Arbeitsgemeinschaft für Friedensforschung

an der Uni/Gesamt-Hochschule Kassel"

zum Thema Wurzeln und Formen des Terrorismus.

Ein Psychologe sagte einmal:

Junge Männer sind zu nichts zu gebrauchen, aber zu allem bereit.

(Natürlich waren damit nicht nur Muslime und alle junge Männer gemeint.)


 

Studie: Ein Viertel der jungen Muslime in Deutschland gewaltbereit


Nicht in der Demokratie zu Hause
 

Die Expertise wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellt.
 

VON JOCHEN LORECK


Berlin - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wird nicht müde, vor terroristischen Gefahren zu warnen. Während sich der CDU-Politiker dabei in der Regel auf nicht näher überprüfbare Erkenntnisse diverser Sicherheitsbehörden beruft, verwies er gestern auf Ergebnisse einer Umfrage unter den hier lebenden jungen Muslimen und sah so seine Besorgnis bestätigt.


Kernaussage: Deutschland droht Gewalt „aus der Mitte der Gesellschaft" heraus - und zwar durch fanatische und fanatisierte junge Ausländer mit Islam-Hintergrund, die oft schon seit vielen Jahren mitten unter uns leben.

Deutschland droht Gewalt

aus der Mitte der Gesellschaft heraus

 

Wohin führt der Weg der Muslime in Deutschland, und was halten

sie von Demokratie? Straßenszene aus Berlin  (BILD : DPA)


Die Studie, auf die sich Schäuble beruft und die seit gestern auf den Internet-Seiten des Bundesinnenministeriums nachzulesen ist, kommt unter anderem zu folgenden Befunden: Etwa jeder zweite in Deutschland lebende Muslim jugendlichen Alters stimmt der Aussage zu: „Muslime, die im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben, kommen ins Paradies." Jeder Vierte ist bereit, "Gewalt gegen „Ungläubige" anzuwenden, wenn es der islamischen Gemeinschaft dienlich sei.


Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, dass eine strake islamische Minderheit Werte, wie Demokratie, Pluralismus und Toleranz ablehnt. Sechs Prozent seien als eindeutig „Gewalt-affin" einzustufen, heißt es. Weitere 14 Prozent könnten sich mit dem staatlichen Gewaltmonopol nicht abfinden. Innerhalb dieser Gruppe hätten 40 Prozent einen Personalausweis mit deutscher Staatsangehörigkeit.


Die umfangreiche Expertise - sie umfasst mehr als 500 Seiten - ist eine Auftragsarbeit des Bundesinnenministeriums. Erstellt wurde sie von Fachleuten des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Universität Hamburg. Auftraggeber war Schäubles Amtsvorgänger Otto Schily (SPD).


In seinem Vorwort führt Schäuble zwar aus, die „übergroße Mehrheit" der mehr als drei Millionen hier lebenden Muslime „lebt friedlich in unserem Land". Im nächsten Atemzug werden dann jedoch auch die von religiös motivierten Extremisten ausgehenden Gefahren für die innere Sicherheit thematisiert: Es gebe ein „islamistisches Radikalisierungspotenzial".

Die zweite und dritte Ausländer-Generation ist religiöser als die erste Gastarbeiter-Generation


Die Untersuchung spitzt das zu, was auch aus anderen Umfragen bekannt ist: Die zweite und dritte Ausländer-Generation ist religiöser eingestellt als die erste Gastarbeiter-Generation. Die Herkunft aus bildungsfernen Schichten, das mangelnde Erlernen der deutschen Sprache begünstigen den „Rückzug in ethnisch-religiös geschlossene Milieus". Diese Entwicklung wird begünstigt durch „Abgrenzungsverhalten" der „Inländer". So wollen etwa 50 Prozent der Deutschen „nicht da wohnen, wo viele Muslime wohnen".

Als Indiz für die zunehmende Verkapselung der muslimischen Minderheit führen die Hamburger Forscher an: abnehmende persönliche Kontakte über die religiös-kulturellen Barrieren hinweg, wachsende Bereitschaft auch bei den hier Geborenen, sich mit dem Herkunftsland der Vorfahren zu identifizieren, Rückgang bei den Eheschließungen mit unterschiedlicher Konfession.


Stärker als andere Untersuchungen nehmen die Hamburger Forscher die Hochschüler mit Islam-Hintergrund in den Blick: Demnach vollzieht sich auch unter gebildeten Muslimen eine Radikalisierung. Offenkundig spielen dabei persönliche Erfahrungen von Diskriminierung eine Rolle. Außerdem baut sich laut Studie innerhalb der islamisch geprägten Intelligenz ein Solidaritätsgefühl gegenüber jenen Muslimen auf, die noch mehr als Opfer von Benachteiligungen wahrgenommen werden.

 


 www.bmi.bund.de
 


Die Wochenzeitschrift DER SPIEGEL brachte in der Ausgabe 2 / 7.1.2008 einen Artikel unter der Überschrift:

Die Migration der Gewalt

Junge Männer: Die gefährlichste Spezies der Welt

Zusammengestellt von Mathias Bartsch, Rafaela  von Bredow, Thomas Darnstädt, Markus Deggerich, Per Hinrichs, Simone Laiser, Guido Kleinhubbert, Sebastian Knauer, Udo Ludwig, Roland Nelles, Conny Neumann, Rene Pfister, Oliver Rezec, Swen Röbel, Bruno Schrep, Andreas Ulrich, Marcel Rosenbach (der den damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble interviewte).

 

Die Gewalt hat in Deutschland in den Jahren 1994 bis 2006 fast linear um 84% zugenommen (von 19 297 Straftaten 1994 zu 35 484 im Jahr 2006).

2006: Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtbevölkerung 8,8%,

          aber Anteil der Nichtdeutschen an allen Tatverdächtigten: 24,8%,

          Männliche Tatverdächtige 87,2%,

          Weibliche Tatverdächtigte 12,8%.

Im Interview zwischen Innenminister Wolfgang Schäuble und dem Spiegel-Beauftragten, sagte Schäuble (u.a.): "Der Anteil nichtdeutscher Verdächtiger liegt in manchen Ballungsräumen bei fast fünfzig Prozent. Er ist gemessen am Anteil an der Gesamtbevölkerung überproportional hoch. Das kann niemand bestreiten. Natürlich haben wir auch Probleme mit deutschen Jugendlichen. Die Herkunft macht niemanden gesetzestreuer. Das Problem der Jugendgewalt ist virulent und vielschichtig und muss entschieden angegangen werden, über alle Tätergruppen hinweg..."

 

Die folgende Statistik zeigt die Gewaltkriminalität nach Alter aus einer Veröffentlichung der Polizei aus dem Jahre 2006:

DER SPIEGEL berichtet, dass der Bremer Konfliktforscher Gunnar Heinsohn den Hauptgrund für die herumlungernden jungen Männer in einem "Jugendüberschuss" sieht. (Heutzutage muss der dazugehörende US-amerikanische Ausdruck erwähnt werden: Youth Bulge.) "In Afrika und dem Nahen Ostens bersten die Ballungszentren von, mit Testosteron vollgepumpten Männern, ohne Aussicht auf sozialen Aufstieg". Hierzu sei die bereits an anderen Stellen von mir geäußerte Vermutung erwähnt, wonach die Beschneidung der Männer insbesondere in afrikanischen und muslimischen Kulturen keine einfache Testosteronreduzierung durch Onanieren ermöglicht (>hier< und >hier< auf der umfassenden Seite "Gesamtergebnis", dort auch 2 Absätze zurückgehen). Doch weiter mit Gunnar Heinsohn: "Die Jungmännerhorden machten die Gesellschaften gewaltbereiter und führten sogar in kriegerische Auseinandersetzungen - nach innen wie nach außen. Schon Feldzüge der Spanier, Schweden oder Holländer seien von aggressiven Viert- oder Fünftgeborenen getragen gewesen, die zu Hause keine Zukunft mehr für sich gesehen hätten."

 

Ansätze zum Männlichkeitswahn gibt es bereits durch:

 

- sportliche Gruppen, Sportklubs, mit auffälliger, besonderer Kleidung, angefangen mit Jugendklubs, insbesondere Fußballklubs, deren Anhänger als Auswüchse in Form von Hooligan-Rowdys in der Öffentlichkeit provozierend und gewalttätig auftreten insbesondere Auseinandersetzungen mit anderen Hooligangruppen (z.B. bei Fußballveranstaltungen) suchen. Nicht zuletzt muss auf Motorradklubs hingewiesen werden (mit den rücksichtslosen und gefährlichen Rockern, bis zu den gefürchteten Hell's Angels, den "Höllenengeln"). "Sport ist Mord," soll der einstige britische Premierminister, Winston Churchill, gesagt haben. (Churchill starb 1965 im Alter von über 90 Jahren. Sein Ausspruch sollte begrenzt werden auf "Sport kann bis zum Mord gehen". Aber Churchill selbst wird eher an Selbstmord durch intensiven Sport gedacht haben.)

- Auffällig werden wollen die Skinheads ("Hautköpfe" in Englisch), durch ihre kurz geschorenen Haare - d.h. Glatzen, durch eine charakteristische Kleidung ("Bomberjacken", Lederstiefel) und durch ein militantes Auftreten. Es könnte eine ganz lange Liste von, selten an ein Weltethos denkende, Jugendgruppen (-Banden) aufgestellt werden.

- Verschwiegen wird gerne die die nach wie vor brutale Rekruten-Ausbildung unserer Wehrdienstleistenden zur "Wehrertüchtigung", wie es noch vor 55 Jahren hieß.

 

Hingewiesen werden sollte auf studentische Verbindungen, die "Korporationen", die noch bis heute von Traditionen aus dem vorigen und vorvorigen Jahrhundert geprägt sind. Immerhin werden heutzutage auch Studentinnen in diese "studentische Gemeinschaften" aufgenommen, wobei es festgelegte Aufnahme- und Zusammenkunfts-Riten gibt: den Konvent (conventus = Zusammenkunft, die Regeln der Zusammenkünfte), die Kneipe, Vortragsabende sowie das alljährliche Stiftungsfest in festlichem Rahmen mit Trinkabend - Kommers genannt. "Schlagende Verbindungen", in denen man sich männlich sogar verletzen muss, haben den außerdem den "Pauktag", d.h. die Mensur (mensura = das [sich] Messen [im Zweikampf mit blanker Waffe]). Neulinge heißen Füchse (oder Füxe). Nach zwei Semestern wird man vollberechtigter Bursche, im 5. Semester Inaktiver und nach dem Examen Alter Herr usw. usw. In diesen Kreisen versucht man sich im Berufsleben Bälle zuzuspielen, wie in den Karnevalsvereinen und allen Männerbünden.

Der Soziologe und "Männerforscher", Dieter Otten, von der Universität Osnabrück, wird in oben erwähntem Spiegelartikel in etwa so zitiert: Die für so viele Männer des modernen Menschtyps charakteristische Aggressivität ist das Ergebnis eines oft über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinweg währenden scharfen Trainings in Form von Initiationsritualen."

Initiation: lateinisch = Einweihung, bedeutet Aufnahme in den Kreis der "Männerbünde". Bei den alten Kulturvölkern war und ist der Männerbund der Hüter der Stammestradition und des kultischen Geschehens.
 

Feindbilder werden geschaffen, insbesondere durch Computerspiele. Nur die - in der Regel männliche - Eigengruppe ist die (vermeintlich) gute Gruppe.

 

Sehr beeindruckend ist jedoch die folgende Anmerkung im Spiegelartikel:

"Wenn es aber stimmt, dass die brutalen Varianten eines Männerbildes im Grunde genommen gesellschaftlich konstruiert werden, dann lassen sie sich auch von der Gesellschaft ändern."  

 

Es wird keineswegs über härtere Strafen gehen, sondern über ein Umdenken hin zum Weltethos (>hier<). Dazu sind aber unsere derzeitigen Politiker nicht in der Lage und auch nicht willens, denn - das behaupte ich - die meisten von ihnen zählen zu den persönlichkeitsgestörten Psychopathen bzw. den Soziopathen (>hier<), und viele haben außerdem selbst oben erwähnte Initiationsriten durchlaufen, das Training zum Konkurrenzdenken bis zum Haß, zur Wut und zur Aggressivität. Sie werden kaum einen Fachsoziologen, wie Prof. Dieter Otten konsultieren.


Walter Rath, April 2010

Der folgende Ausstellungskatalog gibt einen sehr gutem Endruck von:

Männer Bande - Männer Bünde

 

Führer zur Ausstellung


Herausgeber Museumsdienst Köln und Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde der Stadt Köln


Lektorat Richard Kreidler
Redaktion Richard Kreidler mit Ursula Dyckerhoff, Burkhard Fenner, Susanne v der Heide, Joachim Langenkamp, Peter Noelke, Beate Schneider, Klaus Volprecht, Karin v Welck, Gisela Völger


Die Texte des Kurzführers basieren auf Manuskripten, die Studenten des Seminars für Völkerkunde der Universität zu Köln während eines zweisemestrigen Seminars erarbeiteten, sowie auf den Aufsätzen der Materialiensammlung zur Ausstellung.


Umschlag Bärbel Messmann aufgrund der Konzeption von Angelika Maurer-Schleiffer und Rainer Geyer
Layout und Pläne Bärbel Messmann
Fotos Das Copyright liegt bei den Fotografen oder bei den jeweiligen Bildarchiven.
Gesamtherstellung Druck- & Verlagshaus Wienand, Köln
© Museumsdienst Köln und Rautenstrauch-Joest-Museum Köln 1990
Alle Rechte, auch die der fotomechanischen Vervielfältigung und des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten.
ISBN 3-923158-20-3
Umschlag: Mitglieder eines Geheimbundes der Feuerland-Indianer um 1920 (Zeichnung nach Martin Gusinde)
 


Inhaltsverzeichnis
 

Zur Ausstellung
Männerbünde: Einige theoretische Überlegungen Jugendbünde und Initiation
  1 Jugendbewegung und Männerbünde
  2 Aufnahme in die Männergemeinschaft in Afrika – Die mukanda-Initiation bei den Tshokwe
  3 Aufnahme in die Männergemeinschaft in Afrika–Die nkhandaInitiation bei den Yaka
  4 Studentische Männerbünde: Orden, Corps und Burschenschaften
  5 Zechen und Gasslgehen – Die ländlichen Burschenschaften in Österreich
Berufsgemeinschaften
 
6 Das Offizierkorps als Männerbund
  7 Freiheit, Arbeit, Ehre: Zünfte und Bruderschaften im ,Alten Handwerk`
  8 Künstlerbünde
  9 Die Hüttenzeremonien der Arapaho-Indianer in den Great Plains Nordamerikas
10 Kabuki – Männer spielen Frauenrollen
11 Ein Leben zwischen Ehre und Schwert: Die Samurai in Japan
12 „Frauen und Kinder zuerst" oder „Mit Mann und Maus"
Kultgemeinschaften, Bruderschaften, Orden
13.1 Der Sufismus als Grundlage islamischer Männerorden

13.2 Tanzende Derwische – Die Mevlevi-Bruderschaft
14 Die Johanniter und Malteser: Ritter und Samariter
15 „Ich gelobe Beharren im Kloster, Befolgung der Regel und Gehorsam gegenüber dem Abt." (Zisterzienser)
16 Bruderschaften und ,Biblische Bünde` –Männer im Dienste der Heiligen
17 Chewra Kadischa: Die jüdische Beerdigungsbruderschaft

18 Männer, Mythen und Ahnen: Leben und Tod bei den Asmat
19 Kloketen: Der Männerbund bei den Selk'nam-Indianern Feuerlands
20 Der Winter — Die ,heilige Zeit` der Geheimbünde der Kwakiutl-Indianer
21 Geheime Zeremonien, öffentliche Tänze — Pueblo-Indianer im Südwesten der USA
22.1 Die Freimaurerei: Dombauhütte, Geheimbund, eingetragener Verein
22.2 Aufklärung und Geheimnis: ,Rosenkreuzer` und ,Illuminaten` übertrumpfen die Freimaurer
Politik und Wirtschaft: Soziales Netzwerk
23 Jedes Jahr ein neuer König: Die Schützengesellschaften
24 Der Königsmacher von Oyo — Der ogboni-Bund der Yoruba in Südwest-Nigeria
25 Der poro-Bund: Brücke zwischen den Lebensstufen und Garant für den sozialen Ausgleich
26 MANN-schaft (Fußballclubs)
27 Ein Maskenbund auf der Gazelle-Halbinsel
28 Der iniet-Geheimbund: Macht durch Geisterglaube und Zauber
29 Service-Clubs: Männer, Moral und Macht
30 Glanz, Ehre, Macht: Die Österreichischen Hoforden
31 Exklusiv und männlich: Die Londoner Herrenclubs
32 „Alle Mann, alle Mann, jetzt geit et rann: ,Sag ens Blotwoosch ... "` (Karneval)
33 Männerbünde und ihre Gründer
33.1 Eberhard Koebel: Der Held der ,Eisbrechermannschaft`
33.2 Der Weg des Literaten und Kriegers: Yukio Mishima und die tate no kai
33.3 Adam Weishaupt: Ein Universitätsprofessor gründet einen politischen Geheimbund
33.4 Hassan-e Sabbah: Gründer des Geheimbundes von Alamut (Assassinen)
34 Kriminelle Männerbünde
34.1 Die chinesischen Geheimgesellschaften – Soziale Rebellen oder mafiosi?
34.2 Yakuza – Organisiertes Verbrechen male in Japan

34.3 Gewalt und Ehre: Die sizilianische Mafia

„Die Maschine Truppe” braucht nicht erst ,die` Front zu erreichen, sie produziert die

Front, sie ,ist` die Front. Setzt sie sich in Bewegung, verschiebt sich die Grenze.

Front und Grenze gehören zu ihr auch im Frieden. Nur ... im Frieden

richtet sich die Front sehr stark gegen das Innere, gegen die Einzelteile

der Maschine selbst." (Theweleit 1987: Bd. 2,157f.). Foto: Privatbesitz.

Zur Ausstellung
Männerbünde unterschiedlicher Zielrichtungen gibt es in nahezu allen Gesellschaften der Welt. Die Ausstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums für Völkerkunde stellt rund dreißig Beispiele vor und behandelt dabei nicht nur freiwillige Zusammenschlüsse von Männern, wie es in unserer Gesellschaft zum Beispiel die Schützenvereine und Fußballclubs sind, sondern auch Verbindungen, bei denen die Mitgliedschaft durch die Gesellschaft vorgeschrieben sein kann, wie es etwa bei den Altersklassen, dem Militär oder auch den Religionsgemeinschaften oft der Fall ist.
Das Wort Männerbande im Titel der Ausstellung deutet an, daß die emotionalen Beziehungen, die sich zwischen den Mitgliedern eines Männerbundes entwickeln, in vielen dieser Bünde das Rückgrat bilden. Mit der Doppeldeutigkeit des Wortes wird zudem darauf hingewiesen, daß die aus männerbündischen Motiven heraus entstandenen kriminellen Gemeinschaften, wie etwa die Mafia, auch zu dem vielschichtigen Phänomen Männerbund gehören.