Weltklimakonferenz


war eine von den Vereinten Nationen (UN) organisierte internationale Konferenz zum Schutz des Klimas. Nach den Umweltkonferenzen von Stockholm (1972) und Rio de Janeiro (1992; Rio-Gipfel) fanden acht »Vertragsstaatenkonferenzen der Klimarahmenkonvention« statt: in Berlin (1995), Genf (1996), Kyoto (1997), Buenos Aires (1998), Bonn (1999), Den Haag (2000), Bonn (2001), Marrakesch (2001). Dabei ging es um die Stabilisierung oder Reduzierung der Emission von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan, Lachgas, ferner Schwefelhexafluorid [SF6], Fluorkohlenwasserstoffe [HCFC], Perfluorkohlenwasserstoffe [PFC]) in den Industrieländern, die zwar drei Viertel der globalen Energie verbrauchen, aber nur ein Viertel der Weltbevölkerung stellen. In dieser Aufzählung wird gerne der Einfluss von Wasserdampf unberücksichtigt gelassen.


Obige "Treibhausgase" beeinflussen unsere Erdatmosphäre ähnlich wie die Glasscheiben in einem Glashaus, in welchem die Wärmestrahlung der Sonne(= unsichtbare Infrarotstrahlung) ungehindert neben dem übrigen sichtbaren Licht den Boden und die Pflanzen und die umgebende Luft wärmt, was zu einer Temperaturerhöhung führt. Da das Glas den Temperaturausgleich der so erwärmten Luft mit der Umgebung verhindert, wird es immer wärmer im Glashaus.
Die unsere Erde umhüllende Luft lässt auch noch die energiereiche Ultraviolett-Strahlung der Sonne (unsichtbar jenseits vom Violett im farbzerlegenden Prisma) passieren. Die in Wärmeenergie umgewandelte UV-Strahlung erhöht deshalb Erdboden und Wassertrübung zusätzlich zum sichtbaren Licht und der längerwelligen Wärmestrahlung wie vorher für das Glashaus beschrieben. Sind nun in unserer Atmosphäre Wasserdampf und Kohlendioxyd und andere sogenannte Treibhausgase, dann kann die Wärme nicht mehr jedoch nicht mehr vollständig ins Weltall abgestrahlt werden, weil Wasserdampf und Kohlendioxyd und die anderen Treibhausgase die Wärme in der Atmosphäre absorbieren. Bis vor der Erhöhung der Treibhausgase durch den Menschen gab es ein Gleichgewicht; denn in der Nacht ohne Sonneneinstrahlung kann die tagsüber erwärmte Erde ja auch Energie abstrahlen.
Die Erscheinung wird im Zusammenhang mit dem in der Atmosphäre durch Verbrennung fossiler Brennstoffe ansteigenden Kohlendioxidgehalt diskutiert, weil darin die Gefahr eines globalen Temperaturanstiegs mit teilweisem Abschmelzen der Eiskappen an den Polen und weiterer Ausdehnung der Wüstenregionen gesehen wird.
 


Nach "© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG":

 

Im Abschlussprotokoll der Konferenz von Kyoto, dem Kyoto-Protokoll, verpflichteten sich die Industrieländer, die Emissionen in der Zeit von 2008 bis 2012 zusammen um durchschnittlich 5,2% gegenüber 1990 zu senken; dafür bekamen die einzelnen Industriestaaten unterschiedliche Vorgaben. Die Entwicklungsländer wurden nicht einbezogen. Diese Verpflichtung tritt jedoch erst in Kraft, wenn das Protokoll von 55 Staaten ratifiziert worden ist, was bis heute - März 2008 nicht geschah. Die Konferenz in Buenos Aires sollte das in Kyoto vereinbarte Klimaprotokoll konkretisieren. Verabschiedet wurde der »Aktionsplan von Buenos Aires«, der 138 zu bearbeitende Punkte auflistet; die Staaten verpflichteten sich allerdings nicht zu konkreten Handlungen. Sie einigten sich darauf, den internationalen Handel mit der Luftverschmutzung nicht schon 1998 beginnen zu lassen. Die USA und andere Länder hatten den Handel mit solchen Emissionsrechten oder »Verschmutzungszertifikaten« gefordert. Wichtigstes Ergebnis der Konferenz in Bonn (1999) war die Weiterentwicklung der Verhandlungstexte zu den Kyoto-Mechanismen und zu einem System der Erfüllungskontrolle. Die Konferenz war ein Zwischenschritt zur Regelung v.a. technischer Fragen in Vorbereitung der 6.Weltklimakonferenz, die im November 2000 in Den Haag stattfand, aber ergebnislos abgebrochen wurde. Hier konnte keine Übereinstimmung darüber erzielt werden, wie stark Wald- und Landbewirtschaftung mit der Minderung des Schadstoffausstoßes verrechnet werden können. So bestanden Kontroversen zwischen Amerikanern und Europäern darüber, in welchem Ausmaß den Vereinigten Staaten, die für ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, die Bewirtschaftung von Wäldern und Feldern positiv auf die Reduktion ihrer Schadstoffemissionen angerechnet werden kann. Die Amerikaner verließen im Frühjahr 2001 die Klimaverhandlungen zum Kyoto-Protokoll mit der Begründung, dass ihre Wirtschaftsentwicklung durch die CO2-Ausstoßreduzierung zu stark beeinträchtigt würde. Die übrigen 177 Staaten kamen auf der Weltklimakonferenz in Bonn im Juli 2001 zu einem Kompromiss bezüglich des CO2-Ausstoßes, der allerdings weit hinter den Vorgaben des Kyoto-Protokolls zurückblieb. Danach können biologische Senken, besonders Wälder, als Speicher von Kohlendioxid in weit höherem Umfang als ursprünglich vorgesehen auf die CO2-Ausstoßreduzierung angerechnet werden. Das Ziel, die Treibhausgasemissionen um 5,2% zu verringern, muss damit zwar immer noch aufrechterhalten werden, aber die effektive Reduzierung verringert sich auf 1,8%. Zudem dürfen die Industrieländer ihre Verpflichtungen auch im Ausland erfüllen, z.B. durch Aufforstungsprojekte oder die Errichtung effizienter Kraftwerke (mit Ausnahme von Atomkraftwerken) in Entwicklungsländern. Der Handel mit Treibhausgaszertifikaten zwischen den Industrieländern wird gestattet. Um die Folgen der Klimaerwärmung abzumildern, erhalten die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützung. Verdienst der Bonner Vereinbarung ist, dass hierdurch das Kyoto-Protokoll ratifizierbar gemacht wurde. Es tritt in Kraft, wenn es von 55 Staaten ratifiziert worden ist und diese 55% der Emissionen der Industrieländer repräsentieren. Auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch im November 2001 einigten sich die Delegierten auf ein rechtlich verbindliches Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase und verabschiedeten ein Regelwerk zum Emissionshandel. Bei Nichteinhaltung der Emissionsziele sind Konsequenzen vorgesehen; z.B. muss das betreffende Land in der nächsten Verpflichtungsperiode zusätzlich das 1,3fache der Treibhausgasmenge einsparen, die es zu viel emittiert hat.


Eine sofortige Reduktion der Emission von Treibhausgasen wäre notwendig, da die Folgen einer einmal in Gang gesetzten Klimaänderung beträchtlich sind. Dabei muss auch die Trägheit der klimatischen wie gesellschaftlich-wirtschaftlichen Systeme in Rechnung gestellt werden.

>Hier< etwas mehr zum Thema Klima-, auch über Umweltschutz