Schutzengel
>Hier< Hilfe durch Schutzengel und Gebet?
Domenico Piola (aus Genua, lebte von 1627 bis 1703):
Schutzengel als Grafik (daher die Hilfslinien),
heute im Puschkin-Museum in Moskau.

Irgendwann war im September 2008 in den Medien zu lesen, daß in den Vereinigten Staaten von Amerika die Hälfte der Bevölkerung an himmlischen Beistand glaubt, insbesondere von einem persönlichen Schutzengel behütet zu werden. Es wird Bezug genommen auf eine Umfrage, die vom Institut für Religionsfragen an der Baylor-Universität in Texas bei 1648 Erwachsenen mit 350 Fragen zu religiösen Vorstellungen und Praktiken (laut DPA = Deutsche Presse Agentur) durchgeführt wurde.
Weitere Ergebnisse:
16-Prozent wollen schon einmal eine "spirituelle Heilkraft" erfahren haben und
25-Prozent seien Zeuge einer überirdischen Gesundwerdung gewesen.
Etwa 20-Prozent der Befragten haben schon mindestens einmal die Stimme Gottes direkt gehört.
Tausende von Heiligen dienen Gläubigen verschiedener Richtungen (Katholiken, Orthodoxe) als Vermittler in der Beziehung zu Gott.
Die katholische Kirche bietet besondere Schutzheilige, auch Schutzpatron genannt, welche als Beschützer und Fürsprecher für einzelne Länder, Orte, Diözesen, Kirchen, Orden, Berufe, Vereine, Personen usw. verehrt werden. Der Heilige schützt die Person oder die Sache, für die er zuständig ist. Da gibt es die bekannte Persiflage ("geistvolle Verspottung"), in der der 304 als Märtyrer zu Tode gebrachte römische Beamte, Florian später heilig-gesprochen, in einem Gebet während eines heftigen Gewitters angefleht wird: "Bitte zünde nicht mein Haus sondern das des Nachbarn an!"
Es gibt bei den Religiösen sehr viel Heiliges:
Heilige Kriege, die im Namen einer religiösen Idee, beispielsweise im Islam als "Djihad", im europäischen Mittelalter als "Kreuzzüge" geführt werden bzw. wurden.
Heilige Liga, als Fürstenbünde im 16. und 17.Jahrhundert, die meist mit Unterstützung des "Heiligen Stuhls" geschlossen worden sind.
Heilige Schriften, religiöse Texte einer Religionsgemeinschaft, die aufgezeichnet und gesammelt worden sind. Je nach der Eigenart der betreffenden Religion enthalten sie Mythen, Lehrreden des Religionsstifters, Ritualbestimmungen, moralische Gebote und Rechtssatzungen. (© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG:) "Heilige Schriften sind im Hinduismus u.a. die Bhagavadgita, im Buddhismus das Tipitaka, im Parsismus das Awesta, im Sikhismus der Granth, im Judentum die hebräische Bibel und der Talmud, im Christentum die Bibel, im Islam der Koran.
Heilige Stätten, auch als Heiligtümer bezeichnet "für alle Bauten, Orte, Städte, Regionen und natürlichen Stätten (z.B. Haine, Bäume, Quellen, Höhlen, Berge) mit spezifisch religiöser Bedeutung, z.B. als Wohnorte der Gottheit, Orte der Gottesoffenbarung, geschehener Wunder oder bedeutender Ereignisse im Leben der Religionsstifter. Oft ist (geschichtlich) mit ihnen ein Asylrecht, häufig auch ein auf den Vorschriften der kultischen Reinheit beziehungsweise der gebotenen Ehrfurcht vor der Gottheit beruhender Verhaltenskodex verbunden. Aus ihnen erklärt sich die Sitte, in Tempeln und Moscheen die Schuhe auszuziehen, in Kirchen die Kopfbedeckung abzunehmen oder wie in der Synagoge den Kopf zu bedecken oder zu verhüllen (ursprünglich in bewusstem Gegensatz zum barhäuptigen christlichen Gebet)." (Wieder aus: © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG). In diesem Zusammenhang sind vor allem Wallfahrts- oder Pilger-Orte zu nennen als religiös motivierte Fahrt beziehungsweise Wanderung zu heiligen Stätten, Gräbern oder Gnadenbildern. Das ist in den meisten Religionen verbreitet und in der Regel mit der Vorstellung verbunden, am Wallfahrtsort Gott besonders nahe zu sein. Der Pilger erwartet, am Wallfahrtsort Stärkung des persönlichen Glaubens, Gewinn religiöser Erkenntnis, Heilung von Krankheiten und Hilfe in persönlichen Notlagen zu erlangen. Für alle Muslime ist zum Beispiel der Besuch von Mekka eine Pflicht, eine für Nichtmuslime unzugängliche Stadt (einschließlich der näheren Umgebung).
Da frag ich mich als nicht Gläubiger, warum denn die Gläubigen dauernd bei den Ärzten rumhängen (Walter Rath, Autor dieser Seiten).
Heilige Zeiten (besondere Festtage) sind Tage und Zeitabschnitte (je nach Glaubensrichtungen in der Regel verschieden), die vom Alltag durch das Verbot der üblichen Tätigkeit, das Gebot der (Arbeits-)Ruhe, Fastengebote und dergleichen abgegrenzt sind.
Es ist statistisch nachgewiesen, daß weder ein Schutzengel noch irgendwelche Gebete, wie inständig auch immer geführt, eine durchschnittliche Lebensverlängerung, nicht einmal eine bessere Lebensqualität der Religiösen gegenüber den Nichtreligiösen bewirkt haben.
Zur großen Überraschung von Gläubigen und Nicht-Gläubigen ist bei einer Untersuchung von 1802 Personen einer Bypass-Operation herausgekommen, daß Gebete mit 14 Prozent einen statistisch signifikanten (!) Schaden angerichtet haben in der Gruppe, in der die Patienten gewußt haben, daß beim lieben Gott ein gutes Wort für sie eingelegt wird. Doppelt so viele Patienten erlitten nach der Bypass-Op Komplikationen. Wo die Patienten sich der Gebete nicht sicher sein konnten, war der Schaden geringer und nicht signifikant. Am besten aber schnitt die Gruppe der Patienten ab, für die nicht gebetet wurde. Das zumindest ist das streng wissenschaftliche Ergebnis von STEP (Study of the Therapeutic Effects of Intercessory Prayer), das im vorvergangenen Monat im "American Heart Journal" veröffentlicht worden ist (Ärzte Zeitung, 07.06.2006).
Wirken Gebete positiv auf die Genesung Kranker? Nein, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Die Anrufung Gottes kann sogar schädlich sein: Weiß der Kranke von den Fürbitten, kann sich dadurch sein Komplikationsrisiko erhöhen (SPIEGEL ONLINE, 31.03.2006).
Erklärung (Walter
Rath, Autor dieser Seiten): Der Patient verläßt sich zu sehr auf mystische (geheimnisvolle),
magische, außernatürliche Kräfte, ohne die Bemühungen der
Mediziner zu
unterstützen. Durch ihren religiös-, ideologischen Glauben
geraten diejenigen, die sich davon beeinflussen lassen, sehr oft
zu der irrigen Annahme, es könnte ihnen nichts passieren; denn
sie halten sich für behütet, geschützt und beschützt, ja sogar
auserwählt. Fast alle US-Amerikaner glauben an Schutzengel,
welche z.B. vor dem Gefaßtwerden bei einer Verkehrübertretung
schützen. Im Spielkasino und sogar in den offiziellen Banken
wird beim "Roulett mit riskanten Geschäften" auf das Geld bzw.
die Transaktionsanweisung gespuckt., auf Holz geklopft und viel
Hokuspokus (wahrscheinlich aus Verstümmelung von lateinischen
Gebetsformeln wie "hoc est corpus...) mehr... Erstaunlich finde
ich es, daß Gläubige sich für maßlos wichtig halten. Es wird
immer wieder behauptet, es gäbe einen Gott, welcher den gesamten
Kosmos mit allem drum und dran geschaffen habe, angefangen vom
kleinen Elektron, ohne dessen - absolut zuverlässiges Wirken
nach bekannten naturwissenschaftlichen Gesetzen reproduzierbar -
auch die Religiösen in unserem modernen Leben nicht auskommen
und keineswegs auskommen wollen, ohne Fernsehen, ohne Orgel,
Morgenandacht im Radio... Gottes Verantwortungsbereich erstreckt
sich bis zur Explosion eines sterbenden Stern, wonach keiner von
uns existieren würde, wenn es solche Ereignisse (Super Novae)
nicht gegeben hätte? Gott soll der Initiator von allem gewesen
sein, beispielsweise im Rahmen des Quotienten* 1044,
also einer 1 gefolgt von 44 Nullen, aus der größten Strecke bis
zum Ende unseres Kosmos (14 Milliarden Lichtjahren = 1026
Metern und dem kleinsten Teilchen in einem Atom mit einer
Dimension von 10-18 Metern
(1 geteilt durch 1 mit 18 Nullen)? Es könnte ja mal jemand
angeben oder wenigstens abschätzen wieviele Einzelteilchen es im
Weltraum gibt. Viele meiner Mitmenschen bilden sich tatsächlich,
sogar als Massenphänomen ein, daß ihr Gott die Naturgesetze
aufhebt, um ihnen persönlich behilflich zu sein.
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