Revolution und Gewalt

>Hier< zu "Friedliche oder blutige Revolution"...


Es mag zwar sehr befriedigend sein, wenn sogar ein "hochrangiger" Politiker zu einer "Gewaltmaßnahme" greift, um etwas durchzusetzen, was ansonsten bei manchen Mitmenschen überhaupt nicht möglich ist, wie im folgenden Beispiel des Bürgermeisters der litauischen Hauptstadt Vilnius, der mit einem gepanzerten Fahrzeug ein falsch parkendes Auto überrollt und zerstört (nach einem Bericht von Hannes Gamililscheg im Kölner-Stadt-Anzeiger vom 4. August 2011).

"Wer noch nie über einen Luxusschlitten geflucht hat, der den Fahrradweg oder den Gehsteig blockiert, möge der Erste sein, der die Eigenmacht-Aktion von Arturan Zuokas verurteilt: Zuokas, 43 Jahre alt, der populär-populistische Bürgermeister in der litauischen Hauptstadt Vilnius und außerdem ein passionierter Radler. So wurde er immer wütender über die steigende Zahl von teuren Wagen, die überall in der Innenstadt abgestellt werden – gegen alle Regeln. Geldstrafen schrecken die reichen Eigentümer nicht ab. „Die scheinen zu glauben, sie stünden über dem Gesetz", schimpfte der Politiker, „und überall stehen ihre Rolls-Royce, Porsches und Mercedes im Weg. Ich habe die Nase voll von diesen Autofahrern!" Auch die Proteste aus der Bevölkerung wurden immer lauter. Zuokas handelte – und zwar sehr drastisch. Er stieg in einen ausrangierten Panzer aus Restbeständen der Sowjetarmee, steuerte auf einen illegal auf dem Radweg geparkten Mercedes zu und überrollte ihn. Die zerquetschten Reste ließ er von der Müllabfuhr beseitigen, die Glassplitter fegte er in den Rinnstein. Anschließend kam dann ein „Besitzer" mit dicker Goldkette um den Hals auf die Straße, und Zuokas tat dem entgeisterten Mann kund: „Das nächste Mal parkst du besser legal."

Wahrscheinlich war die von einer Fernsehkamera festgehaltene Aktion mit dem jubelnden Bürgermeister und dem Blechsalat eine reine PR-Kampagne für den Politiker. Aber die Falschparker von Vilnius sind jetzt auf jeden Fall gewarnt."

Der Film mit der Aktion ist zu Seher auf: www.ksta.de/panorama


Friedliche oder blutige Revolution

In Tunesien begannen seit dem 17. Dezember 2010 landesweite Massenunruhen in weiten Bevölkerungsteilen, die sich über die Zentren des Landes ausbreiteten und in Wellen von Protestaktionen gegen das Regime und die Lebensbedingungen richteten. Als "Jasminrevolution" werden die umwälzenden politischen Ereignisse bezeichnet. Aber leider kam es - wie fast immer - auch zu Gewaltausbrüchen und Plünderungen. Auslöser der Unruhen war die sich rasch verbreitende Nachricht über die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010. Die Unruhen weiteten sich schnell über einen Volksaufstand, auch Rebellion genannt, zu einer Revolution d.h. zu einem Umwälzungsversuch aus. Begünstigt durch moderne Kommunikationstechnik und Medien hatten sich spontan an verschiedenen Orten aus Einzelereignissen nicht einheitlich organisiert Volkserhebungen heraus gebildet.

Die Revolution in Ägypten 2011 ist ein durch diese Revolution in Tunesien 2010/2011 inspirierter, politischer Umsturz, der durch Massenproteste unterschiedlicher Teile der ägyptischen Bevölkerung bewirkt wurde. Der Aufstand begann am 25. Januar 2011, dem „Tag des Zorns“, und ist Teil einer Welle von Protesten in der arabischen Welt, die bis heute andauern. Mehr bei "Wikipedia".

Aufständische auf einem Militärlastwagen

Bitte zu beachten! Wie auf allen bisher zu sehenden Bildern, beteiligt sich keine einzige Frau

Unabsehbar sind die jeweiligen Ausgänge der Auflehnung und der Umwälzungsversuche. Wahrscheinlich werden sich die "modernen" Aufrührer sehr bald mit den hartgesottenen und unbelehrbaren Islamisten bekriegen müssen. Wir werden sehen.

Die Machtkämpfe sind noch lange nicht zu Ende!


Walter Rath, 6. August 2011