Zukunft der Erde

Auszug aus dem Buchentwurf

(manchmal erst einmal nur Stichworte ohne weiteren Text):

"Die Zeitbombe tickt - Kann sie noch entschärft werden

 

aus www.hobby-output.info  von Walter Rath

(dort auf "Bücher" klicken. Aufruf nur mit schneller Datenübertragung ratsam!)

 


 

G l o b a l e   Z u k u n f t s a u s s i c h t e n  (ideologische, insbesondere egoistische Wirtschaftsinteressen trüben die Aussichten)

 

Es ist bekannt, daß Treibhausgase mitverantwortlich sind für eine "globale Erwärmung". Es wird zur Zeit von nichts anderem gesprochen. In Wirklichkeit ist die Wirkungsweise einer Klimaveränderung viel, viel komplexer.

 

Erst einmal: Treibhausgase und ihr Beitrag zum natürlichen Treibhauseffekt (s.a. bei Wikipedia: Treibhauspotenzial)

  • Wasserdampf (H2O): 21 %

  • Kohlendioxid (CO2): 7 %

  • Lachgas (N2O): ca. 2,4 %

  • Ozon (O3): ca. 2,4 %

  • Methan (CH4): 0,8 %

  • andere Treibhausgase: zus. ca. 0,6 %

Andere Beeinfussungen:

  • Erdwärme?

  • Sonneneinstrahlung - Reflektion an Wolken (auch Flugzeugkondensstreifen) - Wasser - Wüste?

  • Feuer (Waldbrände) - Heizungen - Wärme der biologische Wesen - vulkanische Tätigkeit - Fahrzeuge - Kraftwerke - Kühltürme - Erwärmung der Gewässer durch Industrie (auch durch Atom-Kraftwerke)?

  • Einfluß von den Luftstrom bremsenden Windrädern

Da mag man den Kopf schütteln. Aber nach den Formeln der Chaostheorie kann der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan und ein winziges Teilchen, das sich in einem kurz vor dem Abrutschen liegenden Schnee bewegt, eine Lawine erzeugen.

Die kurzwellige Sonnenstrahlung wird an der Erdoberfläche zu einem großen Teil absorbiert, damit in Wärme abgewandelt und als Wärmestrahlung wieder abgestrahlt. Treibhausgase können aufgrund ihrer chemischen Natur in unterschiedlichem Ausmaß die Wärmestrahlung absorbieren und so die Wärme in die Atmosphäre abgeben.

Die Treibhauswirksamkeit eines Gases, also wie stark die Freisetzung eines Gases zum Treibhauseffekt beitragen kann, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Der pro Zeiteinheit freigesetzten Gasmenge (Emissionsrate), den spektroskopischen Eigenschaften des Gases, d.h. wie stark es die Wärmestrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen absorbiert, und seiner Verweilzeit in der Atmosphäre.

Die atmosphärische Verweilzeit ist die Zeit, die ein Stoff im Durchschnitt in der Atmosphäre verbleibt, bevor er durch chemische oder andere Prozesse wieder aus ihr entfernt wird. Je länger die Verweilzeit eines Treibhausgases ist, desto höher ist auch die theoretische Wirkung.

Relative Treibhauspotenziale (Global Warming Potential GWP) über verschiedene Zeithorizonte;

(a) Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O),

(b) chlorierte oder fluorierte Verbindungen

Ein Maß für die Treibhauswirkung eines Gases pro Kilogramm Emissionsmenge ist das stoffabhängige sog. relative Treibhauspotential (global warming potential, GWP), in dem die Absorptionseigenschaften und die Verweilzeit berücksichtigt sind.

Das relative Treibhauspotenzial ist eine auf das Kohlendioxid normierte Größe, mit der die Wirkung eines Treibhausgases mit der äquivalenten Menge Kohlendioxid verglichen wird. So hat beispielsweise Methan ein relatives Treibhauspotenzial von 23, d.h. 1 kg Methan hat die gleiche Treibhauswirkung wie 23 kg Kohlendioxid. Allerdings sind diese Äquivalenzfaktoren noch mit gewissen Unsicherheiten behaftet.

Das relative Treibhauspotenzial wird in der Regel auf einen Zeithorizont von 100 Jahren bezogen, d.h. es wird die über einen Zeitraum von 100 Jahren nach der Emission gemittelte Erwärmungswirkung betrachtet. Bezieht man es auf einen anderen Zeithorizont, verändert sich, entsprechend der atmosphärischen Verweildauer, auch das relative Treibhauspotential. Enthält ein Treibhausgas ein oder mehrere Chlor- oder Fluoratome so erhöht sich dessen relatives Treibhauspotential aufgrund der hohen chemischen Stabilität deutlich gegenüber Treibhausgasen ohne Halogenatom(e).

 

Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen durch Menschen verursachten Ursprung haben können. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung, die sonst in das Weltall entweichen würde. Ein Teil dieser Energie wird dann zusätzlich zum Sonnenlicht zurück auf die Erdoberfläche abgestrahlt.

Die natürlichen Treibhausgase heben die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche um etwa 30 °C auf +15 °C an. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt hätte die untere Atmosphäre im globalen Mittel nur −18 °C, was Leben auf der Erde vielleicht unmöglich gemacht hätte.

Die Zunahme bestimmter Treibhausgase wird großteils auf menschliche Aktivitäten zurückgeführt. Die im Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind: Kohlendioxid (CO2, dient als Referenzwert), Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), teilhalogenierte und perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6).

 


 

Wie beurteilen Sie die Lage, wenn Sie es geschafft haben, sich bisher durchzulesen? (Falls Sie jedoch erst hier mit dem Lesen beginnen, werden Sie auch folgen können.)

 

Kann die Zeitbombe noch entschärft werden? Die Antwort auf diese Frage kann mit einem ganz klaren Ja (trotz allem) beantwor­tet werden, aber nur, wenn...

 

Es besteht keine Hoffnung,

 

- wenn da nach wie vor ein mächti­ger Papst (mit Unfehlbar­keits­anspruch) durch die Lüfte schwebt, um sei­nen Anhängern zu ver­bieten, den gottgewollten Kindersegen einzu­dämmen (als Beispiel zur Verhinderung einer weiteren Bevölkerungsexplosion),

 

- wenn die Mächtigen dieser Erde sich nicht im Allergeringsten um ein Gemeinwohl sondern nach wie vor um ihr rein persönliches Eigenwohl kümmern (wenn sie nicht strengeren Kontrollen un­ter­worfen werden), ja wenn durch das Gerangele unter den korrup­ten, egoistischen und rück­sichtslosen Mächtigen viel Energie an Kontrollen und an Handlungen gegen ihren Willen erfor­derlich ist,

 

- wenn die Menschen so tun, als bestünde keine Gefahr und nach wie vor Umweltgifte freisetzen, um beispielsweise ihre Wäsche weißer als das weißeste Weiß vorzeigen zu können,

 

- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme nicht den wirklichen Notwendigkeiten ange­paßt werden, nämlich endlich weg von der kleinst- und kleinststaatlichen Denkweise,

 

- wenn den Ideologen nach wie vor die überwiegende Masse der Menschen nachlaufen, ja wenn den Predigern, den Fundamenta­listen jeder Art von Ideo­logie (sprich Religion) nach wie vor mehr Anhänger zulaufen, als auf wissenschaftlichen Erkenntnis­sen beruhende Verhaltens­not­wendigkeiten durchzuführen,

 

- wenn die Psychologie nicht zur Meinungsbildung mit Bezug auf die Lage, in der wir uns befin­den, eingesetzt wird anstatt ausschließlich zur Werbung für das weitere Wachsen des Wirtschaftsmammons (abschätzige Bezeichnung für Geld und Reichtum),

 

- wenn die Menschenrechte nicht verwirklicht und dadurch immer neue Aufstände und Unfrieden nach wie vor angeregt werden, was dringend erforderliche Mittel zur Bekämpfung von Terroris­mus und Unruheherden bindet,

 

- wenn die Kriminalität steigt und die innere Sicherheit und das öffent­liche Straßenrennen noch mehr Polizeikräfte erfor­dern,

 

- wenn nicht derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt werden insbesondere zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu Preiserhöhungen führen,

 

- wenn keine Gelder zur Forschung ausgegeben werden, um Alter­nativen zu finden, wie wir die wenigen, verbliebenen Roh­stoff­quellen schonen könnten,

 

- wenn zu allerletzt die Ausgaben für militärische Zwecke einge­schränkt und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umwelt­schäden und zur Einführung neuer Wirtschaftssystem abge­schöpft werden,

 

- wenn den Menschen eigentlich das Überleben der nachfolgenden Generationen ziemlich gleich­gültig ist.

 

„Erneuerbare Energien“ bringen auf keinen Fall die alleinige Lösung:

 

Es wird optimistisch angenommen, daß bereits der heutige Erdölbedarf auf der ganzen Welt allein aus Pflanzenölen gedeckt werden könnte. Versuchen wir einmal eine Überschlagsrechnung anzustellen (nach Überlegungen von M. Fukuoka):

 

In Afrika könnten je Jahr und Hektar aus Ölpalmen 10-Tausend Liter Kraftstoff hergestellt werden. Etwa 3 1/2 Milliarden Liter benötigt die gesamte Menschheit (nach einer Schätzung der SHELL). Es müßten also in Afrika 3 1/5 Millionen Quadratkilometer nur mit Ölpflanzen (z.B. "Echter" Ölbaum oder Rizinus in tropischen Gebieten) bestückt werden. Das entspricht mehr als 10% der gesamten afrikanischen Landfläche - wohlbedacht nach derzeitigem Stand des Verbrauchs. Da jedes Jahr die Pferdestärkenzahl um ein Vielfaches angehoben wird mit entsprechend erhöhtem Verbrauch (wenn auch nicht proportional), kann man sich ausrechnen, wann die gesamte landwirtschaftlich nutzbare Fläche auf dieser Erde nur noch den Raffinerien zur Verfügung stehen muß; denn da wollen vor allem Chinesen und Inder auch alle Autos haben.

 

Neben den Ölpalmen gibt es ja auch noch zum Heizen, vor allem in den so anheimelnden offenen Kaminen, die (nachwachsenden) Wälder.

Was bieten die Klugscheißer aber für ausgehendes Erdgas und Kohle, auch spätestens bis Mitte 2150 (siehe Diagramm >hier<). Nun da wird uns schon 'was einfallen....


Nach einer Großversuchsserie in Simbabwe ist bewiesen, daß aus Raps vollwertiger "Diesel"-Brennstoff synthetisiert werden kann.  Legen wir einmal die Eigeninteressen der Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) beiseite. Sie schreiben aber absolut korrekt in ihrem Magazin „Okay HEW": "Gerade aus Gründen des Umweltschutzes sollte der angeblich so umweltfreundliche Dieselkraftstoff aus Raps-Öl nicht benutzt werden... Zwar ist der Biotreibstoff Rapsmethylester umweltneutral, weil die Pflanze zum Wachsen genausoviel Kohlendioxid aus der Luft holt, wie sie bei der Verbrennung wieder aNg; bt. Auch läuft jeder Dieselmotor mit dem Rapskraftstoff ohne Umbauten einwandfrei. Aber: Ein Hektar Anbaufläche erbringt pro Jahr nur tausend Liter Raps-Diesel - und davon verbraucht der Landwirt bei der Feldbestellung selbst schon ein Drittel, meint die HEW. Die Folge wären riesige Rapsfelder. Derartige Monokulturen müßten mit Millionen Tonnen an Pestiziden geschützt werden - mit unwägbaren Gefahren für Grund- und Trinkwasser."
 

Kommentar: Die Überlegungen zum Ersatz der ausgehenden Rohstoffe durch "erneuerbare" Energien erinnern mich an rechtsradikale Vereinfachungen wie: 4 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Schmeißt man 4 Millionen Ausländer raus, ist das Problem der Arbeitslosigkeit gelöst.

 

Wie empfindlich ein über Jahrmillionen ausbalanciertes Öko-System ist, zeigen die Formeln und die Simulationsprogramme um das Team von Hartmut Bosselt. (>Hier< mal schauen!)

 

In den gängigen Lexika findet man zur Berechnung des Heizungsbedarfs:

 

Holz hat einen Heizwert von 5000 WattStunden (5 kWh) - ist aber nur bei Berücksichtigung des Wirkungsgrades zwischen 1 und 2,5 kWh (in Europa) ausnutzbar. Der Rest geht in die Luft.

 

Die Erde bietet theoretisch den Wäldern zur Zeit fast 4 Milliarden Hektar (40 Millionen Quadratkilometer - weniger als 10% der gesamten Erdoberfläche, einschließlich Meere). Jährlich ist der Baumbestand  stark rückläufig durch Abholzung.

 

Zum Heizen werden mindestens 7 Liter Heizöl je Quadratmeter Wohnfläche benötigt, jedoch häufig 25 Liter. Das sind 82 kWh bis 292 kWh (ohne Wirkungsgradverluste).

Nun braucht der Mensch auch noch warmes Wasser.

 

Es wird bei einem durchschnittlichen (auf Weltbevölkerung geschätzter) Wohnraum von 5 qm und Warmwasserbedarf bei ausschließlicher Holznutzung (mit allerhöchstens 10% in einem Entwicklungsland) ganz, ganz grob geschätzt von der gesamten Weltbevölkerung doch mindestens 10 Milliarden Kilogramm Holz benötigt. Das schaffen die Wälder bei einer Abholzungsrate zwischen 15 Jahren (für Mittelwadl) und 80 Jahre (für Hochwald) kaum, es sei denn, wir haben nur noch absolut reinen und sorgfältig organisierten Nutzwald.

 

1 Die Katastrophe

 

1.1 Anzeichen der Katastrophe

 

a) Zunehmende Umweltschäden

 

Klimaveränderungen

 

Der Kohlendioxidgehalt der Luft steigt ständig und wird eine Klimaveränderung bewirken, die sich bereits ankündigt. Ob die Temperatur ansteigt oder zumindest vorerst durch vermehrte Verdunstung der Weltmeere und damit Regen fast gleich bleibt, ist noch nicht geklärt.

 

Folgen:

 

Mit sehr großer Wahrscheinlich wird es wärmer (was Wissen­schaftler fast übereinstimmend er­rechnet und simuliert haben),

 

  I.   wodurch die Eiskappen der Pole früher oder später schmel­zen und das steigende Meer ganze Landstriche schluckt,

 

 II.   weswegen es entweder trockener wird, so daß die Wüsten sich weiter aus­breiten und bei­spielsweise im nördlichen Europa statt Roggen und Äpfel, Mais und Kiwis bevorzugt wachsen und statt Eichen sich Palmen wohl fühlen,

 

III.   oder es fallen vermehrt wolkenbruchartige Niederschläge, was zu einem nahezu tropischen Wachstum führt.

 

 IV. Es kann sein, daß die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter weniger stark ausfallen als derzeit oder daß

 

  V.  nur der Sommer wärmer wird.

 

 VI. Die Klimaveränderungen können sich vielleicht auch nur regi­onal auswirken. Das heißt, nicht alle Kontinente sind gleichermaßen betroffen.

 

Mit Sicherheit kommt es aber zu Klimaveränderungen durch den Anstieg des Kohlendioxid­ge­haltes. Nur sind die Auswirkungen nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht vorauszuberech­nen (was mei­ner Ansicht nach ein viel größeres Risiko ist, da keine Gegen­maßnah­men im Vor­aus geplant werden können).

 

Der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes in Verbindung mit ande­ren "Verunreinigungen" der Luft bewirkt allein keinen Treib­haus­effekt. Die Vorgänge verlaufen ganz anders und viel komple­xer als in einem Treibhaus ab, wo die Sonnenstrahlen durch das Glas eindrin­gen. Das, was im Treib­haus wächst und der Boden werden er­wärmt. Die Wärme kann aber nicht raus, weil eben das Treibhaus geschlos­sen ist.

 

Kohlendioxid in der Luft wirkt als Reflektor für Wärmestrahlen. Weniger Sonnenstrahlen kommen zur Erde. Aber die Erdwärme kann auch nicht in den Weltraum strahlen. (Das Innere der Erde ist ja bekanntlich glühend heiß.)

 

Dennoch hält sich diese einmal gemachte Aussage hart­näckig, statt richtiger zu sagen: "Klimaverände­rungseffekt".

 

Der zunehmende Flugverkehr, der manchmal bei hoher Lufdtfeuchtigkeit den ganzen Himmel mit Kondenzstreifenresten bedeckt, ...

 

 

 

Folgen der Ozonschichtveränderung:

 

Wie wir im Kapitel D.2.2 d) gesehen haben, dauert es also lange Zeit, bis durch die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) die Ozonschicht angegriffen wird (Verzögerungszeit nach Freiwerden nahe dem Erdboden: 15 Jahre).

 

Die Ozonausdünnung läßt verstärkt Ultraviolette Strahlung bis zu uns auf der Erde herab durch mit den Folgen:

 

- Gefahr von Hautkrebs (um 3 bis 5 mal höher, wenn Strahlung sich verdoppelt durch Abnahme der Ozonschicht um 1 %),

 

- Schädigung der Augenhornhaut und der Netzhaut (Schneeblind­heit),

 

- Zerstörung kleinster Lebewesen (vor allem Einzeller). UV- Strahlung wird ja zur "Desinfektion" (Keimtötung), z.B. zur Abtötung von Schimmelpilzen angewendet. Im Wasser bilden aber die oberflächennahen Mikroorganismen das Fundament der Nahrungskette. Die Vernichtung hat also verheerende Folgen für alle Meerestiere.

 

- Abnahme der Blattgröße und des Wuchses grüner Pflanzen, damit Rückgang der Ernteerträge (bei Ausdünnung der Ozon­schicht um 1 % etwa auch Rückgang der Ernteerträge um den glei­chen Wert). Nichtnutzpflanzen ("Unkräuter") sind unem­pfindlicher gegen UV-Strahlung.

 

- Schädigung der Erbträger, was zum Aussterben einiger Tier- und Pflanzenarten führt, während neue Arten entstehen. Da­durch wird das Gleichgewicht des derzeitigen Ökosystems zerstört.

 

Die Folgen, in Verbindung mit dem bevorstehenden Klimawech­sel, sind (noch) nicht abzuse­hen.

 

Boden- und Wasserverseuchung durch Abfälle

 

Ein Großteil des Erdbodens ist verseucht durch Chemikalien (als Düngemittel, durch Ver­sprühen von Insekten- und Unkraut­vertilgungsmitteln) und durch Abfälle jeder Art.

 

Die Gewässer sind verschmutzt, dadurch daß zuerst unbedacht und dann sogar entgegen allen Kenntnissen Abfälle jeder Art in die Flüsse und Meere eingeleitet wurden und auch noch werden, vor allen in den Entwicklungsländern (wo jedoch kaum über die Umweltgefahren geredet wird oder besser gesagt, geredet werden darf).

 

Das zur Kühlung von Industriemaschinen, insbesondere in den Elektrizitätskraftwerken (einschließlich Atomkraftwerken) benutzte Wasser erhöht bei Rückführung in die Gewässer die Temperatur.

 

Folgen:   Die Selbstreinigungsmöglichkeit des gesamten Ökosystems wird eingeschränkt. Was zu viel ist, ist zu viel. Die Bodenverun­reinigungen dringen in's Grund- und damit früher oder später in unser Trinkwasser.

 

              Durch eine Temperaturerhöhung wird im Wasser gelöste Luft mit dem darin enthaltenen Sau­erstoff "ausgetrieben". Der Sau­erstoff jedoch dient zur (kalten) Verbrennung (Oxydation) vieler Verunreinigungen.

 

              Die eingeleiteten hohen Mengen an Verunreinigungen zerstören alles Leben in den Gewässern, die durch Verzehr geringer Ver­unreinigungen zur Selbstreinigung beitragen. Viele Gewässer sind bereits weitgehend "tot".

 

Ausbeutung der wenigen, verbleibenden Naturrohstoffe

 

Wälder wurden zuerst unbedacht und werden heute aus Profit­gier, trotz Kenntnis der Folgen, rücksichtslos abgeholzt.

 

In den letzten 20 Jahren (seit 1980) sind um die 2 Millionen Quadratkilometer Waldfläche vom Erdboden verschwunden. Das ist eine Fläche von der Länge 2 Tausend Kilometern und der Breite von Tausend Kilometern, also etwa so groß Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Holland, Lu­xemburg, Deutschland zusammen­genommen.

 

Folgen:   Syrien und Irak wurden einmal als der Garten Eden bezeich­net. Nachdem die Wälder dort verschwunden sind, hat sich eine Wüste entwickelt, in der zwischen Mai und November kein Tropfen Regen mehr fällt. Ich bin oft über die Sahara-Wüste (Nordafrika) hinweg­geflogen, oft über dichte Wolkenfelder. Aber es regnet nicht. Es fehlen die "Kristallisationskerne", sagen die Physiker, die Feuchtigkeitstropfen, die von den Ausdün­stungen der Pflanzen ausgehen und die schließlich das "Faß zum Überlaufen" bringen (den Regen).

 

              Wie wir gesehen haben, breiten sich die Wüsten durch die Eingriffe des Menschen immer weiter aus.

 

              Kommt es zu Niederschlägen, fehlen die Pflanzen (wie jetzt schon in fast allen islamischen Ländern), die das Wasser wie Schwämme erst einmal stauen könnten. Das Regenwas­ser fließt als alles mitreißende Flüsse ab. Die Reste von Ackerkrumen verschwinden im Meer  und dessen Spiegel steigt zusätzlich neben der Aufnahme von Schmelzwasser .

 


 

b) Kampf um die letzten Rohstoffe

 

Der Krieg gegen Irak zu Beginn des Jahres 1991 war bereits eine gewaltsame Auseinanderset­zung um den Rohstoff Öl. Weitere werden unweigerlich in den nächsten Jahren folgen, falls es zu keiner Einigung über die Nutzung der nur noch begrenzt verbliebenen Rohstoffe als Allgemeingut aller Menschen kommt. (Nicht einmal Ansätze sind zu sehen, daß die Rohstoffbesitzer mit einer Einschränkung ihrer Rechte einverstanden sein werden.)

 

1.2 Zeitlicher Verlauf der Katastrophe

 

a) Bevölkerungswachstum

 

Die nachstehende Kurve zeigt den groben Verlauf des Bevölke­rungswachstums ab dem Jahre 1700 und, aus dem Kurvenverlauf hochgerechnet, bis zum Jahre 2100.

 

Im Jahre 1700 waren etwa 500 Millionen Menschen auf der Welt, durchaus für die Erde ertrag­bar. Die Milliardengrenze wurde etwa 1930 überschritten und stieg dann rapide an.

 

Vor dem Jahr 2000 wird die 6-Milliardengrenze überschritten und die, nach wissenschaftlichen Berechnung letztlich noch erträgliche Zahl von 8 Milliarden gegen 2020. Der Zuwachs danach ist also nur rein "akademisch". Die nach der Formel einfach weitergerechnete Zahl von 44 Milliarden im Jahre 2100 wird es nicht geben. Sie werden sich auf keinen Fall ernähren können.

 

 

 

Die späteren Simulationen im Kapitel 5 werden zeigen, wie das Wachstum der Bevölkerung verlaufen wird in Abhängigkeit von dem, was wir ab jetzt oder später oder zu spät tun.

 

b) Zerfall des derzeitigen Wirtschaftssystems

 

Die derzeitigen Wirtschaftssysteme werden spätestens nach der Ausbeutung der Rohstoffe ihr Leben aushauchen, wenn es den Verantwortlichen nicht gelingt, sich auf die sich verändernde Si­tuation einzustellen.

 

Es gibt zwar Ansätze des Umdenkens bei einigen Unternehmern. Aber die Mehrheit ist nach wie vor nur in kurzfristiger Sicht behaftet. Sie will nicht wahrhaben, daß sie inzwischen auf einer spiegel­glatten Eisfläche rollt, obwohl das Eiswarnther­mometer warnend aufleuchtet. Wenn sie dann in einer Kurve aus der Fahrbahn geschleudert werden, ist keine Korrektur der Fahrweise mehr möglich und sitzen mit blutender Nase in ihrem Blechhaufen.

 

c) Klimaveränderungen

 

Die Eisberge sowie die Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel wird steigen. Wer alles untergeht, kann noch nicht gesagt werden: In Deutschland Düsseldorf und zumindest Hamburg?

 

Es wird befürchtet, daß der Golfstrom nicht mehr bis um Schottland herum fließt. Dann allerdings könnten die Eisberge sich vorerst wieder erholen.

 

d) Beginn des Aussterbens

 

Die Hungersnöte werden weiter zunehmen. Wenn derzeit noch zu große Härtefälle durch Nah­rungsmittellieferungen aus den Lägern der reichen Länder abgemildert werden können, geht das bei einer Zunahme der Hungergebiete nicht mehr.

 

e) Verzweifelte und grausame Kämpfe um's Überleben

 

Es ist kaum anzunehmen, daß sich die Länder, in denen die Hungersnöte zunehmen, gegen die vorerst reich bleibenden Industrienationen wehren bzw. sie angreifen können. Dazu sind sie vor allem technisch nicht in der Lage.

 

Aber untereinander werden sie sich zerfleischen, um an die letzten, spärlich vorhandenen Bissen zu gelangen.

 

 

2 Abwendungsmöglichkeiten, Machbarkeiten

 

Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, daß Zukunfts­aussichten zum Überleben uns fol­gender Generationen nur dann gegeben sind, wenn

 

- die Zahl der Menschen auf der Erde etwa 8 Milliarden nicht übersteigt,

 

- die Menschen ein Gleichgewicht mit der Natur, nicht nur als Gesamtökosystem sondern auch mit aufgegliederten Systemen, wah­ren,

 

- die verbliebenen Rohstoffe geschont werden und aus unseren Abfällen immer wieder das Aus­gangsmaterial für neue Produkte gewonnen wird (Wiederaufbereitung und Rückführung in den Roh­stoffveredelungskreislauf, heute "Recycling" genannt),

 

- die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie Energie-Erzeugung, um uns mit elektrischem Strom zu ver­sorgen und um uns fortzubewegen, keine weitere Veränderung der Luftzusammensetzung be­wirkt,

 

- die Umwelt nicht weiter belastet wird durch Chemikalien jeder Art, wie Pflanzenschutzmittel, Insektenbekämpfungsmittel, Dün­gemittel, Abgase, Einleitung von Chemikalienabfällen in den Boden und die Gewässer,

 

- die angerichteten Schäden zu rasch wie möglich repariert wer­den, z. B. durch intensive Wieder­aufforstung, Reinigung der Gewässer und der Luft.

 

"Unmöglich", sagen viele, die für die Umsetzung dieser Forderungen verantwortlich sind, "denn dann können wir uns gleich alle einen Strick kaufen."

 

Aber es ist möglich, wenn...

 

die Liste in der eingangs zu diesem Kapitel gegebenen Stich­punkte nur bejahend dargestellt werden. Es wäre also durchaus möglich,

 

- wenn ein mächti­ger Papst (mit Unfehlbar­keits­anspruch) durch die Lüfte schwebt, um sei­ne Anhänger zu überzeugen, den Kindersegen einzu­dämmen (als Beispiel zur Verhinderung einer weiteren Be­völkerungsexplosion),

 

- wenn die Mächtigen dieser Erde sich vorrangig um ein Gemeinwohl (neben persönlichem Eigen­wohl) kümmerten,

 

- wenn sie miteinander in Wettstreit treten würden, um sich als "wahre und bewundernswürdige Führer" hervorzutun,

 

- wenn die Menschen sich der Gefahr bewußt und keine Umweltgifte mehr freisetzen würden, und sich mit sauberer Wäsche begnügen könnten (was neue, biologisch abbaubare Waschmittel durchaus erlauben und wegen des Fehlens von Bleichmitteln auch die Lebensdauer der Wäsche erhöhen),

 

- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme den wirkli­chen Notwendigkeiten angepaßt würden, endlich weg von der kleinst- und kleinststaatlichen Denkweise,

 

- wenn die Ideologen bei der überwiegenden Masse der Menschen keinen Widerhall mehr finden würden, ja wenn den Predigern, den Fundamenta­listen jeder Art von Ideo­logie (sprich Religi­on) die Anhänger wegliefen und diese auf wissenschaftlichen Erkenntnis­sen beruhende Verhal­tensnotwendigkeiten durchzuführen bereit wären,

 

- wenn aus der geschichtlichen Entwicklung auf jedem Gebiet Leh­ren gezogen würden,

 

- wenn die Psychologie zur Meinungs- und Bewußtseinsbildung mit Bezug auf die Lage, in der wir uns befinden, eingesetzt würde anstatt zur Werbung für das weitere Wachsen des Wirtschafts­mam­mons,

 

- wenn endlich die Menschenrechte verwirklicht werden würden, um endlich Aufstände und Un­frieden loszuwerden,

 

- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere Sicherheit gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem öffentliche Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an Polizeieinsätzen runtergesetzt werden könnte,

 

- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt wür­den insbesondere zur Ener­gieeinsparung, selbst wenn diese Neue­rungen zu Preiserhöhungen führen,

 

- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um Alter­nativen zu finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen Roh­stoff­quellen,

 

- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke einge­schränkt und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umwelt­schäden und zur Einführung neuer Wirtschafts- und Sozialsystem be­reitgestellt würden,

 

- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden Generationen keineswegs gleichgültig wäre.

 

Nun sollen die oben aufgelisteten Notwendigkeiten im Einzelnen näher beschrieben werden:

 

   I.  Es wird nicht möglich und auch nicht nötig sein, die Macht der mächtigen Religionsführer zu beseitigen. Es wird aber nicht leicht sein, sie davon zu überzeugen, was im Interes­se des Überlebens der Menschen notwendig ist. Auf grund ihres Ansehens und ihres Einflusses auf ihre Anhänger könn­ten sie einen wichtigen Beitrag leisten zur Aufklärung und zur Durch­setzung notwendiger Reformen.

 

       Jedoch das Problem, sie zu überzeugen, wird schwer lösbar sein und nur möglich werden, wenn viele gut informierte und bestens ausgebildete Anhänger, ebenfalls in angesehenem Amt und in "Würden", auf sie einwirken.

 

       Leider wird ein solcher "Umerziehungsprozeß" nicht von heute auf morgen gehen. Aber viel Zeit haben wir ja nicht mehr.

 

II.    Wir haben gesehen, daß ohne Leute, die zur Führung geboren sind, Interessen zur Erreichung eines Gemeinwohls nicht oder kaum durchgesetzt werden können. Die Mächtigen müssen mit allen Mitteln, inbesondere der Psychologie dazu ge­bracht werden, daß sie sich eher einen Namen und ein größe­res Ansehen verschaffen können, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zur "Rettung des Planeten" Erde geleistet haben. Der Mächtige strebt ja nicht nur nach wirt­schaftlicher Macht sondern auch nach Geachtetwerden. Dieses Streben kann ausgenutzt wer­den.

 

       Eine solche Überzeugungsarbeit wird in demokratischen Sy­stemen mit Meinungsfreiheit nicht schwer sein, ist aber in Diktaturen fast unmöglich. Doch wird sehr wahrscheinlich der Einfluß aus Veröffentlichungen dort, wo die Meinung nicht eingeschränkt ist, auch bei solchen Machthabern nicht ungehört verhallen, die jegliche Kritik unterdrücken. Dabei kann davon ausgegangen werden, daß grundsätzlich keine Mensch nur schlecht ist, während andere nur gut sind.

 

       Es fällt also der Presse und den Medien eine sehr große Verantwortung zu. Öffentliche Dis­kussionen und was auch immer für Veröffentlichungen müssen natürlich objektiv geführt und abgefaßt werden. Niemand ist zu überzeugen, wenn er lediglich beschimpft und persönlich angegriffen wird.

      

       Wenn wir den geschichtlichen Verlauf betrachten, dann haben viele Herrscher ja auch Fort­schritte eingeleitet. Sie leben nicht isoliert und handeln häufig durch Beeinflussung guter und falscher Beratung.

 

III.   Es kann durchaus gelingen, die Mächtigen zu einem Wett­streit miteinander anzuregen, um sich als "wahre und bewunderungswürdige Führer" hervorzutun.

 

       Daher muß immer wieder an die Medien appelliert werden, behutsam, möglichst objektiv und nicht polemisch an die so ungeheuer wichtige Arbeit zu gehen.

 

       Die eigentliche Macht liegt heute zweifellos zu einem wich­tigen Teil bei den Medien in den Nationen, wo Meinungsfrei­heit nicht unterdrückt ist.

 

IV.  In den Industrienationen sind sich die meisten Menschen sich der Gefahr durchaus bewußt, was sie durch Freisetzen von Umweltgifte anrichten. Aber sie unterliegen dem tradi­tionellen Denken, aus dem sie nicht so leicht herausfinden. So sind sie darin behaftet, daß der Rasen um ihr mühsam erworbenes Häuschen kurz und einheitlich sein muß. Ein gewisser Wildwuchs (objektiv viel schöner und vielseitiger als das uniformierte Grün mit "gepflegten" Blumen­beeten) wird von den Nachbarn als Verkommenlassen ausgelegt.

 

       Die Einschränkung des Giftverspühens geht also nur über strengere Gesetze, wobei jedoch die Industrielobby ver­suchen wird, sie zu verhindert.

 

       An diesem Beispiel sehen sie, wie komplex, also miteinander verzahnt die Problemstellungen sind.

 

V.    Der Wildwuchs der derzeitigen wirtschaftlichen und politi­schen Systeme ist das derzeitig größte Hindernis zur Be­schleunigung der bevorstehenden Katastrophe.

 

       Wie im nächsten Kapitel näher beschrieben, wird es bei­spielsweise ohne einen machbaren und gut überlegten allge­meinen Weltwirtschaftsplan nicht mehr gehen.

 

       Die Staatengemeinschaften sollten sich hüten, vorschnell sich abspaltende und als unabhängig erklärende Staaten vorschnell anzuerkennen. Eine Anerkennung setzt die Vorlage eines Plan voraus, wie ein solcher Staat sich wirtschaft­lich und sozial in die bestehenden Gemeinschaf­ten einordnen will.

 

VI.  Damit die Ideologen bei der überwiegenden Masse der Men­schen keinen Widerhall mehr finden, müssen sich die verantwortlichen Staatsführer ihrer Verantwortung bewußt sein, jedem Bürger ein Mindestmaß an wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit zu garantieren, so wie es in der Charta der Menschenrechte niedergelegt ist. Der entsprechende Anspruch aller Men­schen sei hier wiederholt:

 

Artikel XXII

 

       Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf sozi­ale Sicherheit. Er hat Anspruch darauf, durch inner­staatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berück­sich­tigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuß der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, so­zialen und kulturellen Rechten zu ge­langen.

 

Artikel XXIII

 

1.  Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufs­wahl, auf angemessene und be­friedigende Arbeitsbedingun­gen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.

 

2. Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behand­lung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

 

3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemesse­ne und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Exi­stenz si­chert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.

 

**************

 

       Nur wenn diese von fast allen Staaten der Welt angenommenen Übereinkunft verwirklicht wird, haben es kaum noch Menschen nötig, sich in vermeintliche Auswege, in die Hoffnung auf Hilfe durch eine außerweltliche Macht und auf eine Entlohnung nach dem Tode zu verlie­ren.

 

VII. Die geschichtliche Entwicklung lehrt uns, daß erst nach Zulassung der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt die wirtschaftliche, soziale und kulturelle (künstlerische, wissenschaftliche und technische) Entwicklung ganz erhebli­che Fortschritte möglich geworden sind, wenn auch mit schlimmen Rückschritten, wie beispielsweise durch den Ersten und den Zweiten Welt­krieg. Aber ganz zweifellos hat eine Weiterentwicklung stattgefunden, die uns jedoch auch an den Rand der Katastrophe gebracht hat.

 

       Daraus ist die Lehre zu ziehen, daß Machtkontrolle und Machteinschränkung, bzw. Machtver­teilung die einzigen Voraussetzung ist, eine weitere Entwicklung möglich zu machen.

 

VIII. Was vorher unter den Punkten I. bis III. gesagt worden ist, geht nicht ohne Anwendung der Psychologie zur Meinungs- und Bewußtseinsbildung mit Bezug auf die Lage, in der wir uns befinden. Nichtbeachtung der psychologischen Erkenntnisse wird die Mächtigen dieser Erde in eine Selbstverteidigungs­situation treiben.

 

IX.  Die Verwirklichung der Menschenrechte ist eine unabdingbare Voraussetzung zur Eindäm­mung von Aufständen, Terrorismus und Unfrieden. Die Präambel zu den Menschenrechten sei wegen ihrer Wichtigkeit hier wiederholt:

 

       Es ist zu beachten, daß

 

-  "ein Verkennen und die Mißachtung der Menschenrechte zu barbarischen Handlungen ge­führt haben, wobei das Gewissen der Menschheit mit Füßen getreten worden ist, und daß als höchstes Ziel der breiten Masse die Schaffung einer Welt anzustreben ist, wo die menschli­chen Wesen unter Rede- und Gedan­kenfreiheit frei sein sollten von Schrecken und von Kümmernis;

 

-  es von besonderer Bedeutung ist, die Menschenrechte durch Herrschaft von Recht zu schüt­zen, damit der Mensch sich nicht zu gewalttätiger Erhebung gegen Tyrannei und gegen Un­terdrückung gezwungen sieht als einem letzten Mittel."

 

- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere Sicherheit gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem öffentliche Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an Polizeieinsätzen runtergesetzt werden könnte,

 

- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt wür­den insbesondere zur Ener­gieeinsparung, selbst wenn diese Neue­rungen zu Preiserhöhungen führen,

 

- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um Alter­nativen zu finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen Roh­stoff­quellen,

 

- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke einge­schränkt und die notwendigen Mittel zur Reparatur der Umwelt­schäden und zur Einführung neuer Wirtschafts- und Sozialsystem be­reitgestellt würden,

 

- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden Generationen keineswegs gleichgültig wäre.

 

 Die Ziele, zu denen die nachstehenden Reformen führen müs­sen, sind ganz klar definiert in der Charta der Menschen­rechte der Vereinten Nationen.

 

2.1 Politische Reformen

 

a) Schritte der Reformen auf Einzelstaatsebene

 

b) Reformen auf regionaler Ebene

 

c) Weltpolitische Möglichkeiten

 


 

d)  Reform der Staatsformen (Demokratien, vor allem der Diktatu­ren, verstärkter Minderheiten­schutz, Wahlrechtsreform, Staats­verwaltung auf Welt­bundesebene)

 

 

2.2 Soziale Reformen

 

a) Begrenzung des Bevölkerungswachstums

 

Mit wirtschaftlicher Sicherstellung geht erfahrungsgemäß ein Rückgang der Geburtenzahl ein­her. In der Bundesrepublik Deutschland, beispielgebend für eine Industrienation, nimmt die Bevöl­kerungszahl wahr­scheinlich in Zukunft ganz erheblich ab, was sich nur deshalb nicht so stark auswirkt, weil mehr und mehr Ausländer aufge­nommen werden und auch aufgenommen werden müssen. Nur durch den Zustrom junger ausländi­scher Menschen kann der Staat seine sozialen Verpflichtungen erfül­len; denn die Überalterung der einheimischen Bevölkerung wird zuneh­men.

 

Schauen wir uns einmal die Prognose an:

 

 

 

Nachdem eingesehen worden ist, daß die uns naturgegebene (von den Religionen aber unterdrückte) Sexualität, übrigens als Antrieb sogar zur Forschung und Wissenschaft (als Neugierde), Freude bereitet, zu einem glücklichen Le­ben voll ausgelebt werden sollte und damit kein Thema hinter verhohlener Hand und in Bierlaune für dreckige Witze mehr sein braucht, können Methoden zur Verhütung der Schaffung eines neuen Lebewesens beim lustvollen Zusammensein mit einem Partner offen diskutiert werden.

 

Da heute wegen der Gefahr durch Geschlechtskrankheiten, insbesondere durch das im­munschwächende Virus HIV (AIDS = Acquired Immunity Deficiency Syndrom) Kondome die sichersten Mittel gegen Ansteckung bei einem wenig bekannten Partner sind, kann (vorerst) darauf nicht verzichtet werden.

 

  Um die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern, sollten regelmäßige Blutun­tersuchungen durchgeführt, jedoch nicht staatlich angeordnet werden.

 

  Es stehen heute folgende Möglichkeiten der Empfängnisverhütung zur Verfügung:

 

- die Pille für die Frau

 

- die Pille für den Mann

 

- Sterilisation, was beim Mann die einfachste Methode darstellt, da kein schwerer Eingriff erfor­derlich ist. Es wird einfach nur der Samenleiter durchtrennt.

 

b) Schritte der Reformen bestehender Kulturstruk­turen

 

c) Reformen auf regionaler Ebene

 

d)  Machtverteilung und Machtkontrolle und zur Erreichung einer Mindestlebensqualität für alle Menschen und Einführung einer Verbindlichkeit für die Menschenrechte

 

e) Ausgleich des "Nord-Südgefälles"

 

2.3 Wirtschaftliche Reformen

 

Eine Wirtschaftsreform kommt mit Sicherheit nicht von allei­ne. Da muß Druck ausgeübt wer­den, der wahrscheinlich - wie immer - von "unten" kommen muß; denn die Regierungen vertreten (konserva­tiv) die Interessen der Machthaber.

 

Es werden sich wahrscheinlich (weitere) Bürgerinitiativen bil­den, die jedoch kaum Gehör fin­den, falls sie sich nicht zusammen­schließen.

 

a) Art der Reformen

 

b) Gesetze, Verordnungen, Richtlinien

 

c)  Schritte der Reformen auf Einzelstaatsebene, auf regionaler Ebene und weltwirtschaftli­che Mög­lichkeiten

 

d)  Gemeinsame Rohstoffverwaltung und -nutzung, sowie Wiederver­wendung von Rohstof­fen

 

Wir haben gesehen, daß die Vorräte an Rohstoffen in den nächsten Jahren zu Ende gehen (früher oder später, was jedoch zur Zeit überhaupt nicht zur Sprache kommt). Wegen der Wichtigkeit dieser Tatsache sei die Tabelle, diesmal als grafische Darstellung wiederholt:

 

 

 


 

e) Energieeinsparungen und Umstellung auf alterna­tive Quellen

 

f) Umverteilung der finanziellen Mittel

 

g) Beseitigung der Umweltschäden

 

 

2.4 Ständige Aufklärung der Menschen über die Situation, in der sie sich befinden und über Machbarkeiten zur Kastastrophen­verhinderung, zumindest Milderung der Katastrophe

 

a) Kritik an bestehenden Systemen

 

Es wird viel in den Medien an den Bestehenden System "rumgemeckert", aber nur in den Indu­strienationen. Täglich wird von Skandalen berichtet, z.B. in den ersten Julitagen 1993 allein aus Deutschland:

 

- Affäre um das Aufklärungsflugzeug "Lapas": Gegen Norbert Gilles, Mitarbeiter des Verteidi­gungsministeriums, ist An­klage wegen "Vorteilsnahme, Bestechlichkeit und Untreue" erhoben. (Er soll deutschen und ausländischen Rüstungsfirmen unrechtmäßig Aufträge zugeschustert ha­ben. Die Bestecher gehen aber ungeschoren davon; denn in der Industrie ist Bestechung kein De­likt.)

 

- Auf einem Bahnhof wird ein mutmaßlicher Terrorist, der sich der Festnahme widersetzt, erschos­sen. Der Fall kann nicht geklärt werden, obwohl viele Zeugen vorhanden. Der Innenmi­nister tritt zurück und der Generalbundesanwalt wird zurück­getreten.

 

- Plutonium-Reste aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik liegen ungesichert umher. Die Verantwortlichen von Bund und Ländern können sich nicht über die Verantwortung für die Entsorgung einigen.

 

- "Parlamentarier lassen sich großzügig aus den Fraktionskas­sen bedienen. Gesetzliche Kontrollen sind leicht zu umgehen" ("Der Spiegel" 29/1993.)

 

- Geldfälscherei: 1,7, Millionen an nachgemachtem Geld wurden von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.

 

- Ignazio López wechselt gegen 5-Jahresvertrag von 30 Millio­nen Mark und einige andere Mit­arbeiter von Opel zu VW. Er soll eine Wagenladung an betriebsinternen und geheimen Doku­menten mitgebracht haben, was VW energisch bestreitet. (Lo­pez ist bekannt als rücksichtloser Einkäufer.)

 

- Hungerstreik gegen Arbeitsplatzverlust in einem thüringi­schen Kalibergwerk, das geschlossen oder saniert (gesundge­macht) werden soll. Regierung redet von Erpressung.

 

- In der Universitätsklinik von Hamburger erlitten krebskranke Patienten schwere Strahlenschäden.

 

- Ein Fotograf und ein Grafiker haben eine Stellwand gemietet und ein Plakat mit 3 Ordnungs­hütern als Affen aufgeklebt, das die Sätze enthielt: "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen" als Anspielung auf den Tod des oben erwähnten mutmaß­lichen Terroristen. Das Plakat wurde von der Polizei ent­fernt. (Artikel 5 - Meinungsfreiheit - des Grundgesetzes nicht mehr gültig in Deutschland?)

 

- Pleite einer Reisegesellschaft "Travelline" genannt, die offensichtlich gefälschte Flugscheine ver­kauft haben, d.h. ohne Reservierung bei entsprechenden Fluggesellschaften. Tausende von Ur­laubern wurden ausgeflogen und dann saßen sie fest, da keine Rückbuchung von der Reisegesell­schaft bezahlt worden war.

 

Kommentar:   Dieser Fall ist deshalb so erwähnenswert, weil die deutsche Regierung haftbar ge­macht werden kann; denn sie hat versäumt eine Richtlinie der Europäischen Gemein­schaft anzuwenden, wonach Reisegesellschaften die Kunden gegen solche Er­eignisse zu versichern hat. "Dann hätten die Leute um die 3 Mark mehr für den Urlaubsflug zahlen müssen", erklärt die zuständige Ministe­rin. Sie hat es also nur gut gemeint, nicht wahr? Denn 3 Mark ist viel Geld, wenn die Leute in einem Urlaub Tausende ausgeben. Die Strafrechts­verfolger erzählen der Presse, daß die Verant­wortlichen in der Pleitefirma alle bekannt seien und ihr Aufenthaltsort auch. Es bestünde kein Anlaß, sie wegen einer strafbaren Handlung in Gewahrsam zu nehmen. Dabei ist die Aushändigung eines Flugscheines, der keine "Deckung" hat, also für den das Geld für den Transport nicht an die Fluggesellschaft weitergegeben worden ist, wie ein ge­fälschter Geldschein, die bewußte Ausstel­lung eines ungedeckten Schecks, was als Betrug gewertet wird, aber nur im kleine Stil offen­sichtlich.

 

Es kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, daß solche "Vorkommnisse" von den Medien verbreitet werden dürfen (in Entwicklungsländern undenkbar).

 

An dieser Stelle möchte ich einen Kommentar von Viktor Butscher, Mitarbeiter der Deutschen Welle, zitieren, der im Zu­sam­menhang mit der oben erwähnten Lopez-Affäre (als "Politi­sches Tagebuch") steht und am 1. und 2. August 1993 ausge­strahlt wurde. Herr Butscher hat mir freundlicher Weise er­laubt, seine Ausfüh­run­gen zu verwenden:

 

"Es gibt auch Fernseh-Erlebnisse, die niemand so schnell vergißt, so etwa vergan­gener Woche. Die Szene war an theatra­lischen Effekten unüberbietbar. Kein Me­phisto auf der Bühne hätte das so hingekriegt: Mit schneidender Ironie, von gerade­zu sadistisch-lustvoller Mimik begleitet, sprach da VW-Chef Piëch von ganz oben herab über die Opel AG. Mundwinkeln und Gesichtsausdruck fiel dabei die Aufgabe zu, besondere Verach­tung beziehungsweise eigene Urkraft auszudrücken. Der zu VW gewechselte Spitzenmanager Lopez habe keine geheimen Industrieunterlagen von seinem früheren Arbeitgeber Opel/General Motors mitgenommen - und wenn, dann sei ihm der Inhalt jenes Koffers untergeschoben worden. Die geradezu diabo­lische Gebär­densprache des VW-Mephistos strahlte unendliche Überlegenheit, Ei­seskälte und Verachtung aus. Zwischen der Nummer eins der europäischen Auto­mobilbranche und der Nummer vier liegen Wel­ten, suggeriert er mit erzbösem Blick und laszivem" (lüstern, wollüstigem) "Mienenspiel. Dann fallen Worte wie »Feldzug«, »Schlacht«, ja »Krieg«: ein Krieg übrigens, den er »mit allen Mitteln« gewinnen wolle - so die Sprache des konzerngewaltigen Siegers...

 

Doch wie bei Kriegen, die Politiker und Generäle erklären, so stellt sich auch hier die Frage: Wer bezahlt am Ende die Rechnung, auf wessen Kosten gebärden sich die hohen Industrie­kapitäne so bellezistisch (kriegerisch)? Nein, die Herren sollten doch nicht so miteinander reden, meinte denn auch gleich Bundeswirtschaftsmini­ster Rexrodt, das könne am Ende doch nur dem Industriestandort Deutschland schaden... Aha, es ist wie bei dem Fremdenhaß: Geschmacklosigkeit und mangeln­der Anstand werden erst als anstößig empfunden, wenn sich finanzi­elle Auswirkun­gen ankündigen...

 

Eine Szene von entlarvender Offenheit. Wie zu Hause vor dem Spiegel einstudiert, so wirkte sie auf dem Bildschirm: Haß, Feindschaft, ja Krieg und Vernichtungswille lagen darin. Das, was sich anderswo in Europa tatsächlich abspielt - hier frei­lich, in diesem Milieu der feinen, nur eben gerade mal ausge­flippten Wirtschaftsoberen - hier ist es ja bloß angedeutet als mögliche Wirklichkeit und Konsequenz: Krieg. Die Konkur­renz in der Wirtschaft ist brutal, gnadenlos. Der Glaube an eine »soziale« Komponente gerät dabei zu naiver Rührseligkeit.

 

Doch nicht nur in der Wirtschaft, der Umgangston in der Gesellschaft insgesamt ist rauher geworden. Wie reden Politi­ker mit- und übereinander? Für Politik- und Politikerverdrossenheit stapeln sich täglich die Belege. Aber auch Selbstkri­tik ist angebracht, denn auch die Medien wollen da keineswegs zurückstehen. Ein Inter­view ohne respektlose oder gleich ver­letzende Fragen ist uninteressant. Das Grelle, der Nervenkit­zel, die Sensation zählt, weniger die Menschenwürde, die Ach­tung vor dem anderen, die Schonung seiner privaten Bezirke. Da wird nicht selten kalt­schnäuzige Frechheit schon als Leistung ausgegeben oder mißverstanden, hemds­ärmelige Rücksichtslosig­keit als mutige Enttabuisierung.

 

Wahrscheinlich sind die ruppigen Umgangsformen, das Schwin­den guter Manie­ren, ein Reflex des sich zuspitzenden Wettbe­werbs- und Verteilungskampfes in der verunsicherten Wohl­standsgesellschaft. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, im Übermaß aber auch den rücksichtslosen Egoismus, zumindest in Zeiten der Rezes­sion. Wir werden uns wohl daran gewöhnen müs­sen.

 

Eine »Schlacht der Worte«, so nennt eine deutsche Tageszei­tung die gehässige Polemik der Industriekapitäne. Doch Vor­sicht, auch echte Schlachten beginnen mit Worten, die von Mal zu Mal schärfer werden."

 

Ein weiterer Kommentar, der von Claus-Dieter Gersch, ebenfalls von der Deutschen Welle, am 12. September 1993 ausgestrahlt wurde, sei ebenfalls (mit Genehmigung von Herrn Gersch) wiedergegeben. Es geht um "Gift am Bau":

 

Ein neuer Skandal kündigt sich an:

 

Kaum ein Haus, das in den letzten 30 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland gebaut worden ist, dürfte davon ausgenommen sein. Überall wurde und wird beim Bau Mineralwolle verwendet  - je mehr desto besser. Dann das Zeug dämmt wunderbar, läßt Wärme nicht hinaus und Kälte nicht herein; so wünscht es auch der Gesetzgeber mit dem Ziel, Heizenergie zu sparen: also Öl, Gas und Strom. Fleißige Häuslebauer kennen die grauen und gelben Rollen und Platten aus eigener Anschauung und hautnah. Zwischen die Dachsparren gedrückt und getackert (mit einem Gerät, das wie ein Papierhefter Klammern setzt), bleibt´s unterm Dach völlig warm, etwaige Hohlräume werden mit Mineralwolle ausgestopft; auch Zwischenwände werden so gedämmt, und wer Mineralwolle als Trittschalldämmung im Boden verwendet, kann sicher sein, daß die Mieter unten weniger von ihm hören; auch Heizungsrohre lassen sich in Wolle betten.

 

Häuslebauer kenne aber auch die unangenehmen Seiten dieser Dämmstoffe: das Zeug juckt am ganzen Körper, manchmal zeigt sich Ausschlag. Man fühlt sich fiebrig und hustet. Nach ein paar Stunden ist alles vorbei. Manch einer hat schon vor Jahrzehnten gefragt: Seltsam, daß so etwas verkauft werden darf. Und ganz Mißtrauische haben sich an staatliche wissenschaftliche Institute und Testlabors gewandt mit der Bitte, den Dämmstoff zu untersuchen. Heute wissen wir nach 30 Jahren und mehr - , daß Mineralwolle aus Glas-, Keramik- und Steinwollfasern "nachweislich beim Menschen krebserregend" sein kann. 30 Jahre und mehr mußten vergehen, ehe nun die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt durch Rattenversuche herausgefunden hat, daß der Stoff ebenso gefährlich ist wie Asbest. Und wer annimmt, nun müsse doch jemand "Alarm" rufen, nun müsse man doch etwas tun, der täuscht sich: Der größte deutsche Hersteller von Mineralwolle läßt wissen, es handele sich bisher lediglich um Tierversuche. Die Produktion gehe wie bisher weiter.

 

So etwas hat Methode. Das war bei dem krebserregenden Asbest nicht anders, das noch bis in die 80er Jahre hinein am Bau verwendet wurde. Eisenträger erhielten feuerfeste Asbestummantelungen. Bauplatten gelangten dank Asbest in eine höhere Feuerschutzklasse. Dachpfannen, Blumenkästen und Bremsbeläge wurden mit Asbestfasern hergestellt. Dies alles geschah noch, als die ersten Toten in den Fördergebieten dieser Welt bereits ein halbes Jahrhundert unter der Erde lagen; Todesursache: Asbestose. Heute geht der volkswirtschaftliche Schaden in die Milliarden: überall verseuchte Theater, Kindergärten, Schulen, Funkhäuser und so weiter - sie müssen alle saniert werden; aber natürlich nicht auf Kosten der Asbesthersteller und -verarbeiter, sondern auf Kosten der Kommunen und des Staates. Die Zahl der Opfer, die Zahl der Menschen, die an Asbestose erkrankt oder gestorben sind - sie ist nicht bekannt. Denn es ist schleichender Tod, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Die Fasern setzen sich in der Lunge fest, verhärten das Gewebe, und wenn die Lunge nicht mehr mitmacht, dann kann das auch andere Gründe haben: Wer wird schon den Nachweis führen wollen, daß er Asbestfasern im Körper hat, und sollte das der Fall sein: Was nützt es dem Betroffenen dann noch. Er wird im ganzen Lande keinen finden, der sich für diesen gesundheitlichen Schaden verantwortlich fühlt.

 

Skandalös ist auch der Verkauf giftiger Holzschutzmittel in den 70er Jahren gewesen. Hunderttausende Heimwerker und Handwerker haben damit holzverkleidete Decken und Wände gestrichen. Und als die ersten über Haarausfall und Kopfschmerzen klagten, über Übelkeit und psychische Störungen, da geschah überhaupt nichts. Die Firma produzierte und verkaufte das giftige Zeug weiter. Und als sie es vom Markt nahm, waren einige Heimwerker und Handwerker bereits Frühinvaliden geworden.

 

Alle drei Fälle zeigen, wie unverantwortlich groß der Rahmen hierzulande ist, in dem bestimmte Industrien agiern dürfen, und wie klein dieser Rahmen für den Gesetzgeber zu sein scheint. Viel zu selten traut sich der Staat "nein zu sagen, wenn das Leben seiner Bürger bedroht ist. Ein Skandal ist nach wie vor, daß Betroffene in jahrelangen Prozessen, die kein Mensch bezahlen kann, dem Hersteller nachweisen müssen, daß sie durch sein Produkt krank geworden sind. Und wer einen solchen Prozeß wagt, weiß nicht, ob er das Urteil noch erleben wird."

 

b) Schlußfolgerungen aus der Kritik

 

Ohne Kritik und Aufdeckung von Problemen kann keine Lösung gefunden werden. Aber die Lösungen können nur von Menschen mit Willen zur Macht durchgedrückt werden - es immer und immer wieder zu betonen. "Einfache" Kritiker werden gerne von den etablierten Machthabern als idealistische, im Sinne von völlig Wirklichkeitsfremden Spinnern heruntergemacht. Erst als sich eine neue Partei formierte, die sogenannte Grüne Bewegung, wurde Druck und Öffentlichkeits­information auf breiteren Basis ausgeübt. Ohne organisierte Protestbewegungen, "Aufstand der Massen" geschieht nichts.

 

Aber - auch das immer wieder betont - die sich "neu" formie­renden Menschen mit Willen zur Macht sind als Gefahr anzuse­hen, wenn sie nicht im rechten Augenblick bei ihrer Geilheit zu mehr und mehr Macht beschnitten werden.

 

Es gibt heute durchaus Lösungsvorschläge zur Abwendung der Gefahr, in der sich die Mensch­heit (teilweise unwissentlich) begeben hat. Es ist aber noch ein weiter Schritt, diese anzu­wenden und den Mitmenschen zu "verkaufen". Aus der Systemana­lyse, die Schwachpunkte aufdeckt, muß als Ergebnis ein Verbes­serungsvorschlag herauskommen. Gute Lehrbücher über Systemana­lyse bringen daher ein Kapitel: "Wie verkaufe ich meinen Vor­schlag?"

 

Leider sind die derzeitigen Kritiken an bestehenden Systemen nicht koordiniert, d.h. in ihrer Vernetzung, im großen Zusam­menhang dargestellt. Aber Teillösungen werden nicht den Erfolg bringen können, der dringendst anzustreben ist.

 

Kommentar:   Ich habe zwar versucht, in diesem Buch auf die Zusammenhänge insgesamt hinzu­weisen. Aber auf ein paar hundert Seiten ist es nicht möglich, das in der notwendigen Ausführlichkeit zu tun. Auch kann heute kaum noch ein Einzelindividuum mit be­schränk­tem Sach- und Fachwissen sich anmaßen, die Lösung anzubieten. Ein Gehirn reicht nicht mehr aus, alle Fach- und Sachkenntnisse zu haben und zu verarbei­ten.

 

3 Umsetzung derzeitiger Erkenntnisse

 

3.1 Bewußtseinsbildung

 

a) Allgemeine Bewußtseinslage - Selbstkritik

 

Überall auf der Welt hört man die Menschen sich beklagen über Mißstände, am Arbeitsplatz über die Unfähigkeit von Kol­legen und die Blockierung der Arbeit durch die Verwaltungen, über Unfähigkeit der Regierungen, über Ungerechtigkeiten. Die Liste kann weit ausgedehnt werden.

 

Aber was geschieht? Was sind die Ergebnisse dieser Kritik? Sie ist "unausgegoren", nicht ana­lytisch; d.h. niemand macht sich die Mühe, die Gründe, besser gesagt die Hintergründe, die Ursa­chen der Mißstände zu suchen.

 

Es ist sehr leicht, den "Dorn" im Auge des anderen zu erken­nen aber nicht den "Balken" im eigenen.

 

Ich war oft am Strand von Tartous, einem Küstenort am syrischen Mit­telmeer mit einem kah­len Strand ohne Grünzeug, d.h. keinerlei Strauch- oder Baumwuchs, überseht mit Abfällen jeder Art, frei von jeglichem Getier- wie alle Orte in islamischen Ländern. Es ist nicht möglich, dort ohne Fuß­beklei­dung über den Sand zu laufen, über zersplitterte Glasflaschen, über scharfe, weggeworfene Coladosenverschlüsse, Plastik und sonstige Abfälle aller Art.

 

Auf dem Bild gibt es tatsächlich spärliche Pflanzen, weil - wie ich zufällig sah, Putzwasser oder sonstiges nicht definierbares Wasser über die Brüstung gekippt und ansonsten das Gelände sich selbst überlassen wurde. Das Haus gehörte einer Art gewerkschaftlicher Organisation und konnte zur Urlaubszeit angemietet werden.

 

Durch einen Klick auf das Bild kommen Sie zu einer Webseite mit einigen weiteren Fotos aus der relativ liberalen, aber dennoch vollkommen von religiösem Gedankengut, insbesondere islamischer Art geprägten Syrisch-Arabischen Republik.

 

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Sichtbar leben wir im Plastikzeitalter. Aber wenn das Öl zu ende gegangen ist, dann wird spä­testens die Natur von weiteren Plastikbelastungen verschont.

 

Einem jungen Strandwächter gegenüber beklagte ich den ent­setzlichen Zustand, der das auch traurig fand und meinte, daß die Leute zu unordentlich und rücksichtslos seien. Er öffnete eine neue Zigerattenpackung. Natürlich flog die Folienein­wick­lung auf den Boden. Dann nahm er aus seinem Plastikbeutel ein in Papier und Plastik eingewickeltes Fladenbrot. Auch diese Verpackung wurde einfach weggeworfen. Als ich das ver­wunder­lich fand, weil er selbst doch die Unordnung kritisiert habe, schaute er mich verblüfft an und sagte: "Ja, aber wohin soll ich das Zeug denn werfen?"

 

Ich schlug vor, es nach Hause mitzunehmen und dort in den Abfalleimer oder den Müllkontai­ner vor dem Hause zu tun.

 

Aber das hielt er für unzumutbar: "Ich kann doch den Dreck nicht nach Hause bringen."

 

Ein anderen junger Mann behauptete ernsthaft, daß man hier nichts machen könne; denn die Abfälle würden von der europä­ischen Küste, vor allem von Griechenland angeschwemmt.

 

Also war wieder einmal eine Möglichkeit gefunden worden, die Schuld anderen zuzuschieben.

 

Es scheint eine zu große Schwierigkeit zu sein, die eigene Unzulänglichkeit zu erkennen oder - besser gesagt - erkennen zu wollen; denn daraus würde sich ergeben, daß eingefahrene Gewohnhei­ten aufgegeben werden müßten, daß vielleicht etwas mehr nachgedacht werden müßte, ehe eine Handlung ausgeführt wird, daß eventuell etwas Mehraufwand in eine Tätigkeit, eine Arbeitslei­stung zu stecken wäre.

 

Ich halte den Mangel an eigener Kritikfähigkeit und an Kri­tikwillen sich selbst gegenüber für eines der größten Hinder­nisse zu Verbesserungen.

 

Nur über Gesetze, Gebote, Verbote können die Menschen regle­mentiert werden, das bedeutet nur durch Strafen, zumindest mit Nachteilen bei Nichtbefol­gung dieser Gesetze, Gebote, Verordnungen. Kostet das Wasser nichts, wie in vielen Entwicklungsländern, wird kein Wasser­hahn zugedreht. Aus Eigeneinsicht wird nicht gehandelt.

 

Kostet der Strom nichts, bleiben in den Büros die Lampen an, bis die Glühbirnen oder Leucht­stoffröhren ihren Geist aufgegeben haben. Wenn da doch wenigstens der Lichtschalter eingespart worden wäre, um die Baukosten zu verbilligen.

 

b) Hindernisse zu notwendigen Reformen und Überwindung der Hin­dernisse

 

Nachdem wir etwas von Massenpsychologie kennengelernt haben, wissen wir, daß es große Rolle spielen wird, welche zur Macht Strebenden die Volksmassen "mitreißen" werden, diejenigen, die ausschließlich eine Situation zu ihrem eigenen Vorteil ausnut­zen wollen ("Volksverführer") oder Menschen, deren Hauptanlie­gen (vorerst) eine Verbesserung dieser Situation ist. (Ich habe die Einschränkung "vorerst" eingefügt, weil alle, die zur Macht streben, irgendwann in einer Machtposition den Weg allen "Menschlichen" gehen und - ideologisch engstirnig - nur noch an der Festigung ihrer Macht interessiert sind, mit allen Mitteln.)

 

Psychologie der Aggressivität und Macht

 

Andere psychologisch begründete Hindernisse

 

Drogenprobleme, zunehmende Kriminalität, damit Absorption von Energie und Verminderung des sozialen Bewußtseins.

 

Frustation, Nachlässigkeit, nach mir die "Sintflut" und "ist- nicht-mein-Bier-Mentalität"

 

Komplexität der Probleme und unzureichende Kenntnisse

 

Berechtigte Ansprüche aller Lebewesen

 

Verwaltungsprobleme und Mittelverteilung

 

 

c) Rein persönliche Meinung

 

Mir persönlich scheint es fast unmöglich, das Bewußtsein meiner Mitmenschen dahingehend zu ändern, daß ein besseres Miteinanderauskommen unter uns Menschen und auch mit der Um­welt in naher Zukunft (wenn überhaupt) erreicht werden kann.

 

Mir ist völlig unverständlich, welche Freude und welches Vergnügen Menschen an der Jagd haben können, an einem Stier­kampf, der sich in Spanien niemals abschaffen läßt, an Hahnen­kämpfe, vor allem in ostasiatischen Ländern.

 

Selbst auf dem Lande aufgewachsen, hatte ich Gelegenheit an Treibjagden teilzunehmen, wofür ich als noch recht kleiner Junge etwas Geld bekam. Da ballerte dann der Jagdrevierbesit­zer mit verbissenem Gesichtsausdruck auf die Tiere, als hätten sie ihm etwas angetan, wofür er sich rächen nun werde. Die Gejagten liefen in Todesangst umher. Manche wur­den tödlich getroffen und ande­re lediglich verletzt. Bei einem späteren Besuch der Gegend, wo sich das Gemetzel angespielt hatte, sah ich einmal einen Hasen, dessen halbe Kopfseite völlig blut- und eiterverschmiert war, ein anders Mal ein Rebhuhn, das dabei war zu verenden. Da habe ich dem jagd­lüsternen Fa­brik­besitzer, der seine Firma mit hilfe von rus­sischen Fremd­arbei­tern während des zweiten Welt­krieges zu wirtschaftlichem Er­folg gebracht hatte, auch den Tod ge­wünscht. (Heute stehe ich jedoch voll hinter dem Grundgesetz der deutschen Bundesrepu­blik - ich will es als großartige Er­rungenschaft bezeichnen: Artikel 102 "Die Todesstrafe ist abgeschafft".)

 

Es ist mir auch nicht möglich, nachzuempfinden, wieso heute noch eine Lösung eines Konflik­tes mit militärischen Mitteln geplant werden kann. Diese Gedankengänge können nur aus einem verbrecherischen Gehirn entspringen; denn es werden ja Kriege ausschließlich aus rein persönli­chen Machtinteressen geführt [x]. Zu Zeiten des letzten deutschen Kaisers wurde dem Volk einge­hämmert, daß Frankreich der Erbfeind sei. Heute gibt es andere Feindbilder.

 

Es wäre völlig ausreichend, das "Militärpotential" eines einzigen Mitgliedslandes des Nordatlantikpaktes als ausrei­chenden Schutz aller Mitgliedsländer aufrecht zu erhalten. Das scheitert aber am kleingeistigen Denken auf Einzelstaatebene. Mit Verlust der Unabhängigkeit wird argumentiert.

 

Das Thema "Tierversuche" fällt in die Kategorie der Aggres­sivität, etwas zu erforschen, um sich einen Namen zu machen [x]. Für mich sind die Experimentatoren an Tieren Unmenschen oder besser gesagt, noch Nichtmenschen.

 

Auch ist mir völlig unverständlich, wieso die Gottesdienste auch immer noch sogar von eini­germaßen gut ausgebildeten und in der Welt umhergekommen Menschen besucht werden. Das ist doch der Beweis für den starken Kindheitseinfluß: Die Religi­on, in die Menschen hineingeboren worden sind, behalten sie in der Regel auch.

 

Der für organisierte religiöse Zwecke betriebene Aufwand wäre für andere Dinge angebrachter. Ich hätte nichts gegen die Umwandlung der religiösen Gebäude in Museen einzuwenden, die den Personen gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr zu religiösen Handlungen nach wie vor zur Verfügung stehen könnten.

 

Offensichtlich ist das egoistische Potential der Menschen, das sogar weit in kriminelle Tenden­zen mündet ("Umgehung" von Steuerzahlungen, "Nutzung der Gelegenheit", einer Versicherung etwas mehr anlasten zu können in einem Schadensfall) unheimlich hoch und damit die Aussicht auf eine Gesellschaft, in der Gleichheit und Freund­schaft untereinander beherrschend sind, sehr ge­ring. Wenn jemand ein, durch einen Unfall beschä­digtes Auto in eine Werkstatt bringt und der Werkstattinhaber sogar rät, ein paar kleinere Reparaturen, die mit dem Unfall nichts zu tun haben, gleich mit ausführen zu lassen und auf die Rechnung an die Versicherung zu setzen, dann zahlt dafür die Gemeinschaft der Prämienzahler. Der Versicherung ist das gleichgültig. Kommt sie nicht mehr klar mit den Einnahmen zur Kostendeckung, werden die Prämien erhöht.

 

Durch Vermeidung der Ausnutzung von Versicherungen insbesonde­re durch Einsicht in die Notwendigkeit von Steuerzahlungen könnten, nach Schätzungen von Fachleuten (Bund der Steuerzah­ler, Versicherungsexperten) um die 150 bis 200 Milliarden DM allein in der Bundesrepublik Deutschland eingenommen werden.

 

Genauso wenig werde ich verstehen können, wie es zu Rassen­haß [x] kommt, der sogar so­weit geht, daß irgendwelche Men­schen anderen Aussehens angegriffen werden, ja daß sogar ganze Völker systematisch ausgerottet werden.

 

 

3.2 Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung

 

a) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung in Industrie­natio­nen

 

In den Industrienationen bestehen hohe Aussichten, daß sich das Bewußtsein durch umfassende Information ändert. Die Frage ist nur, wie die sogenannte breite Masse der Bevölkerung ange­sprochen werden kann, die nach einer Arbeitszeit in völliger Unfreiheit nicht gewillt ist, auch noch während der privaten Zeit dauernd mit Problemen konfrontiert zu werden. Da wäre es Aufgabe von Soziologen, speziell von Psychologen vorzuschla­gen, wie die Informationen nicht einfach nur sachlich verbrei­tet, sondern in Form von beispielsweise Spielfilmen von den Medien "schmackhaft" gemacht werden können.

 

Den Medien fällt eine ungeheure Verantwortung zu. Uneinge­schränkte Medienfreiheit, das ist die Freiheit der Medieninha­ber, ist zu überdenken.

 

b) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung in den soge­nannten Entwicklungsländern

 

Nach den derzeitigen Gegebenheiten in den meisten Entwicklungsländern .......

 

c) Überwindung von Voreingenommenheiten und Traditionen

 

 

3.3 Abwendung der Gefahr durch den Menschen (Durchführungsmög­lich­keiten)

 

a) Der Mensch als einziges Wesen, das die Gefahr erkennen und gegensteuern kann, aber...

 

Leider gibt es nur wenige Mitmenschen, die die Gefahr einer Katastrophe, eines völligen Zu­sammenbruch des derzeitigen Natur und der daraus sich erge­benden Unmöglichkeit, die Welt­bevölkerung weiter zu tolerie­ren, erkennen (können).

 

Die sogenannte breite Masse hat nicht die Informationen, d.h. notwendige Ausbildung dazu. Sie unterliegt der Massenpsy­chologie, wird sich der einen oder anderen mehr oder weniger extremen Richtung einordnen.

 

Diese breite Masse wird also nach wie vor ihren Führern und Verführern folgen.

 

b) Voraussetzungen zur Abwendung der Katastrophe

 

Umdenken und Abwendung von gewissen Traditionen

 

Am 17. Mai 1993, berichtete die Deutsche Welle in ihren Nachrichten, daß im Iran ein Gesetz verabschiedet worden sei, womit das Bevölkerungswachstum eingedämmt werden könnte. Das wäre eine Voraussetzung, daß nämlich die von unserer Erde nicht mehr ertragbare Menschenzahl stabilisiert, ja reduziert wird, was natürlich nur über Geburtenkontrolle geht. China und Singapur haben das schon lange mit recht guten Erfolgen durch Aufklärungsaktionen, aber auch die Straf­androhungen erreicht (Einführung einer "Kindersteuer").

 

In Indien scheiterten bisher alle Versuche in dieser Hin­sicht. Selten geht etwas ohne Druck und Zwang - leider.

 

c) Dringlichkeiten

 

 

d) Technische und wirtschaftliche Mittel

 

Technisch und wirtschaftlich sind alle Möglichkeiten vorhan­den, die Katastrophe abzuwenden. Wir müssen nur wollen.

 

Es kann auf alternative Energie umgestellt werden, die je­doch z. Z. vergleichsweise zu den herkömmlichen Möglichkeiten wesentlich teurer ist (und daher keine Aussicht hat).

 

Durch die Umstellung auf alternative Energie können wichtige Rohstoffe geschont werden. Es ist wahnsinnig, das wertvolle Rohöl, das für Kunststoffe, Medikamente, ja künstliche Nah­rungsmittel genutzt werden sollte, einfach zu verbrennen.

 

Weitgehende Wiederverwendung von Material als Rohstoff ist technisch möglich, allerdings derzeit auch zu teuer. Dennoch gibt es keine Alternative zur Wiederverwendung und Wiederauf­bereitung der Nutzung von Wirtschaftsgütern, die im Schrott und auf dem Abfallhaufen gelandet sind und sie wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen (Recycling).

 

Durch Umverteilung der Arbeit und Verhinderung der Konflikt­austragung mit militäri­schen Mitteln stünden genügend finanzi­elle Mittel zur Verfügung, um angerichtete Umweltschä­den zu reparieren und weitere zu verhindern:

 

- Wasserklär- und Wiederaufbereitungsanlagen vor allem in den unterentwickelten Ländern, wo nichts in dieser Hinsicht unternommen wird.

 

- Wiederaufforstung von Wüstenrand- und anderen Zonen und (vorerst) künstliche Bewässerung.

 

Sparmaßnahmen und Produktionsumstellungen können eine erhebliche Schonung der, vor allem für die nachfolgenden Generationen unerläßliche Reduzierung der Ausbeutung der Naturrohstoffe zusätzlich ermöglichen:

 

- Statt Papierverbrauch mit zig Fotokopien in den Unternehmen und Behörden: Darstellung von Informationen auf dem Compu­terbildschirm; Informationsfernübertragung.

 

- Spülwasser kann zur Pflanzenbewässerung gesammelt werden und das Duschwasser zur Auto­wäsche (vor allen in Entwicklungs­ländern, wo keine Wasserwiederaufbereitung gemacht wird).

 

- Die Qualität der Wirtschaftsprodukte und damit die Lebens­dauer sollte verbessert werden, um von der Wegwerfideologie loszukommen.

 

- Statt noch mehr Kirchen und Moscheen sollten Schulen und Krankenhäuser gebaut werden.

 

Die Art und Weise der Abfallbeseitigung ist völlig zu reformieren. Gegen Atomkraftwerke ist im Prinzip nichts einzuwenden, deren Sicherheit nach dem neuesten Stand keinen GAU (größten, anzunehmenden Unfall) mehr ermöglicht. Die Rückstände, soweit nicht aufbereitbar, sollten mit Raketen in die Sonne geschossen werden. Ja, das ist alles zu teuer, ich weiß. Was ist aber die bes­sere Alternative? Es ist - das muß in diesem Zusammenhang mal erwähnt werden - welchen Energieverbrauch man benötigt, bis man ein Atomkraftwerk betriebsbereit hat. Da gibt es das Reaktordruckgefäß aus wertvollstem Stahl von bis zu einer Wanddicke von fast einem Meter, bei einem Durchmesser von bis zu 20 Metern und einer Höhe in derselben Größenordnung,  mit austenitischer Innenbeschichtung (unmagnetischer Stahl-Legierung mit Chrom, Nickel und Mangan, nicht härtbar, aber sehr hitze- und korrosionsfest). Die Herstellung eines solchen Druckgefäßes für viele Milliarden Mark, kann nicht mit dem Strom aus einem anderen Atomkraftwerk erfolgen; denn da wird noch "fossile Glut" gebraucht (derzeit zumindest).

 

Jede Herstellung von allem, was uns selbstverständlich ist, ob Auto oder Rinderbraten braucht Energie, vom Beton bis zu den Leistungsmasten, um die elektrische Energie vom Kern-Kraftwerk "wegzuschaffen". Uran muß gefördert und dann in sehr aufwendigen Verfahren (Kaskaden-Zentrifugen, Diffusionsmethoden) für die "Brennelemente" aufbereitet werden durch Trennung der verschiedenen Isotopen, d.h. um - zumindest einen gewissen Mindest-Prozentsatz von bestimmten Neutronenzahlen in den Uran-Atomkernen isoliert zu bekommen. Das alles ist sehr aufwendig und wird kräftig subventioniert (staatlich gefördert). Wird das alles mal ausgerechnet und exakt berücksichtigt, stellt sich die Frage: Lohnt sich das überhaupt? Natürlich, wenn so ein Atomreaktor einmal läuft, dann pustet er kein Kohlendioxyd und keine anderen Schadstoffe in die Luft. Aber es neue Brennelemente gebraucht, alte sind unschädlich zu machen. Die im Laufe der Zeit radioaktiv gewordenen Moderatoren zwischen den Brennelementen aus Grafit sind auszutauschen und vieles mehr.

 

Leider ist es eine Illusion (ein Wunschtraum), daß die Machbarkeiten auch gemacht werden; denn die rein profitorientierte Wirtschaft wird da nicht mitmachen (können, um nicht in den Ruin zu kommen). Die komplexe Weltsituation verhindert das; denn es können nicht von heute auf morgen die Arbeitslöhne und Sozialstrukturen, die Billigprodukte ermöglichen, angeglichen wer­den.

 

Die Rüstungsindustrie wird sich mit Zähnen und mit Krallen gegen eine Umstellung der so profitablen (oft völlig konkurrenzlosen) Produktion wehren.

 

e) Wettlauf mit der Zeit

 

Die Katastrophe wird sich nach übereinstimmender Meinung von Fachleuten in den nächsten 100 Jahren so zugespitzt haben, daß dann kein Ausweg mehr möglich ist.

 

Leider haben die Erfahrungen der letzten 30 bis 40 Jahre mit den sogenannten Entwicklungs­ländern gezeigt, daß aus macht- und wirtschaftspo­litischen Gründen von Einzelpersonen jegliche Entwicklung verhindert wurde. Die Ansätze zu politischen Re­formen (Revolutionen), z.B. zur Demokratisierung, aber nach bereits überhol­ten Vorstellun­gen, setzen sich zu langsam durch.

 

f) Abschätzung der Wahrscheinlichkeit menschlichen Handelns

 

Es ist kaum anzunehmen, daß sich weltweit das Bewußtsein der Menschen so rasch an die Ver­änderungen anpaßt, um globale Gegenmaßnahmen gegen die drohende Katastrophe einleiten zu können.

 

3.4 Versagt der Mensch, hilft sich die Natur selber

 

Sehr wahrscheinlich wird die "Natur", die nach ganz bestimm­ten, uns jedoch nicht alle bekann­ten und nachvollziehbaren Geset­zen abläuft, sich "selber helfen". Diese Aussage soll natürlich nicht so verstanden werden, als gäbe es doch eine "höhere Macht", die schließlich eingreift. Nein, das alles läuft chaotisch. Aber nach der Chaostheorie pendelt sich immer eine Art von Gleichge­wicht ein. Wenn da zu viele Menschen z.B. auf der Erde sind, dann verschwinden sie auf "natürliche" Weise.

 

a) Natürliche Dezimierung der Weltbevölkerung

 

Die Erde ist bereits überbevölkert. Die zur Zeit lebenden Menschen können keineswegs alle mehr mit dem versorgt werden, was für eine physische und psychische Existenz (in Menschen­würde) erforderlich wäre:

 

- Sicherstellung der Ernährung aller.

 

-Versorgung mit Energie.

 

- Bereitstellung von Wirtschaftsgütern (Autos und anderen Transportmöglichkeiten, Fernsehgerä­ten und in Industrienati­onen selbstverständlichen Kommunikationsgeräten, wie Tele­fon, Kühl­schränken, Staubsaugern, Theater, Kinos, Freizeit­zentren, Büchern und was es sonst noch an Massenmedien gibt).

 

- Gute Ausbildung und Kenntnisvermittlung an jeden, nicht nur, um den Einzelmenschen (das In­dividuum) die Möglichkeit zu geben, am besten angepaßt in den Wirtschaftsprozeß inte­griert zu werden. Nein, vor allem sehe ich eine gute Bildung als Voraussetzung zur Verbesserung der Le­bensqualität an.

 

- Soziale Versorgung, d.h. Absicherung bei Krankheit und Un­fähigkeit, sich selbst zu "ernähren". Die medizinische Ver­sorgung aller derzeit lebenden Menschen ist nur noch bei         sehr akuten Fällen möglich.

 

Es wird in Zukunft eine unbeschreibliche Wasserknappheit geben, vor allem an sauberem Was­ser. Daher werden sich neue Krankheitserreger entwickeln, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Wegen der Bevölkerungsdichte werden sie die Menschheit überfluten und hinwegraffen.

 

Wahrscheinlich werden aber auch viele Tierarten, vor allem die in Konzentrationslagern einge­sperrten Nutztiere ebenfalls gefährdet sein.

 

Selbst, wenn es den Biologen und Medizinern gelingen würde, Gegenmittel zu erfinden, wäre die Versorgung des Großteils der von den Krankheiten befallenen aus Kostengründen nicht mög­lich. Die Dinge werden also ihren Lauf nehmen.

 

b) Möglichkeiten der Natur

 

Durch die Erhöhung der Lufttemperatur wegen der Anreicherung durch unseren Kohlendi­oxidausstoß beginnen die Eismassen, die die Polgegenden überdecken, abzutauen. Der Meeres­spiegel steigt und wird große Landflächen bedecken. Die Überschwemmungen werden einige un­serer Mitmenschen hinwegraffen.

 

Durch die Klimaverschiebung kommt es zu vermehrten Wirbel­stürmen, zu Wolkenbrüchen, die sich mit Trockenperioden ab­wechseln, was ebenfalls die Menschheit reduzieren wird.

 

Ganze Landstriche fallen der Verwüstung anheim. Die Wüsten­zonen dehnen sich immer weiter aus.

 

Alles das engt den Lebensraum der verbleibenden Menschen weiter ein.

 

c) Die Natur erholt sich

 

3.5 Radikale Gedanken

 

Es bestünde die berechtigte Hoffnung einer Vermeidung der sich ankündigenden Katastrophe, wenn einige Radikallösungen in's Auge gefaßt werden könnten (Die folgenden Ansichten höre ich sehr häufig.):

 

Erste Empfehlung

  1.  Die Entwicklungsländer, die lediglich nur noch als "Ballast" empfunden werden müssen, wo keine Möglichkeit besteht, daß sich dort das politische System und das allgemeine Behaftet­sein in Ideologien (Religionen) in naher Zukunft ändern wird, hermetisch und rigoros isolieren. Na­türlich müssen dazu die Grenzen völlig undurchlässig gemacht werden, damit kein Han­del, kein Verkehr, kein Kontakt mit der Außenwelt mehr möglich ist.

  2.  Die Auslandskonten der Landesbesitzer müßten eingezogen und zugunsten anderer Länder ver­wendet werden.  

  3.  Der schleichende Tod dieser, regelrecht auf diese Weise auf einem Abstell­gleis vergessenen und unbeachteten Länder würde sich ganz rapide beschleunigen. Die Menschenmasse würde sich also in kurzer Zeit auf ein erträgliches Maß zurückschrumpfen. Wahrscheinlich würden dann endlich die Ideologen und Landes­besitzer zum Teu­fel geschickt, nachdem ihnen der Zugang zu Waffen zur Erhal­tung ihrer Macht verwehrt ist.

  4.  Natürlich ist diese Vorgehensweise nicht machbar; denn es würden zu viele unschuldige Men­schen auf gräßlichste Weise einem grausamen Ende ausgesetzt. Die Landesbesitzer würden na­türlich nicht daran denken, freiwillig von ihrer Machtgier abzulassen. Es käme also zu einem un­vorstellbaren Gemetzel.

  5.   Mit Sicherheit würden profitsüchtige Geschäftemacher alles daran setzen, um aus der Situation Kapital zu schlagen. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß eine totale Blockade technisch und in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen nicht durchführbar ist. Appelle an die Vernunft und Einsicht nützen aber auch nichts. Sie sind bloße Sprechblasen. 

 Diese Radikallösung ist moralisch in jedem Falle abzulehnen und ein solcher Vorschlag wird auch praktisch scheitern, weil (zum Glück) keine Einigkeit über die Durchführung erzielt werden wird.

 

Zweite Empfehlung

  1.  Gelänge es auf der Ebene einer zumindest Fastweltregierung neue Gesetze und Konventionen festzulegen, die neben Kriegs­ver­brechen auch Menschenrechtsverletzungen mit Konsequen­zen belegt, also mit Verhaftung und mit Isolierung von der mensch­lichen Gemeinschaft und Verlust der Rechte, an einem Leben in der Gemeinschaft teilzu­nehmen, dann könnten die Diktatoren, Volksverhetzer und Lan­desbesitzer, denen natürlich Verstoß gegen die "neuen" Gesetze nachzuweisen wäre, zwangsmäßig aus ihren Thronen entfernt wer­den. Sie wären von ihren Reichtümern zu entblößen, die dem Nutzen der Allgemeinheit zur Verfügung stünden.

  2.  Da wird es aber ganz erhebliche Schwierigkeiten geben, ein­mal solche Gesetze klar zu defi­nieren; denn davon würden ja sogar fast alle führenden Ideologen (also auch Kirchenleute) be­troffen sein.

 

Dritte Empfehlung

 

I. Zukünftige Regierungsform

 

Die Geschichte der Menschheit lehrt, daß neue Impulse nie von einer Mehrheit ausgegangen sind, was das heutige Problem der Demokratien ist, in der die Regierungsvertreter von der breiten Mehrheit gewählt werden, die im jeweiligen, zeitgemä­ßen Denkschema behaftet ist, die durch Werbung ohne echte Information beeinflußt wird, die also nach Gefühl und nicht nach Sachkennt­nis den Wahlschein ausfüllt. Damit werden not­wendige Reformen und Anpassungen verschleppt.

 

Es gab einmal einen Ausspruch einer sogenannten linken Grup­pe, der meiner Ansicht nach ganz treffend die Forderung nach einem Sich-unterordnen unter eine Mehrheit persiflierte (ver­spottete): Es gibt mehr Fliegen auf dieser Erde als Menschen. Wovon ernähren sie sich am lieb­sten? Nun denn: von Scheiße. Also sollten wir auch Scheiße fressen, nicht wahr?

 

Die Vertreter der Mehrheit, machtgierig, ideologisch festge­fahren und in der Regel charakter­lich in einem Panzer behaf­tet, sind keinesfalls in der Lage und willig, "heiße Eisen" anzufassen.

 

Eine moderne Regierung, angefangen bei den Parlamentariern, und auch die Führungsspitze eines Wirtschaftsunternehmens müßte aus ausgesuchten Fachleuten bestehen, die durch fachli­che und psychologische Eignungstests ausgewählt worden sind, was zur Zeit ja keineswegs der Fall ist. Jeder, der sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, wird einer Eignungsprüfung unter­zogen, die in der Regierung und im einem Industrieunternehmen Verantwortli­chen nicht.

 

Die Bestimmung der Regierungsmitglieder auf Zeit ist abzu­schaffen. Damit würde vermieden, daß sie sich wegen der Unsi­cherheit mehr oder weniger um Nebentätigkeiten kümmern, um - wie sie behaupten - im Falle einer Nichtwiederwahl eine gesi­cherte Existenz zu haben. Selbstver­ständlich können sie bei Nichterfüllung ihrer Aufgaben entlassen werden wie jeder im Berufsleben stehende. Sie sind ganz übliche, staatliche Ange­stellte, die dem geltenden Arbeitsrecht unterwor­fen sind.

 

Natürlich müssen Kontrollmechanismen vorhanden sein, ja sogar weiter ausgebaut werden.

 

Gegen ein Parlament ist nichts einzuwenden, wenn es von Leuten gewählt worden ist, die ihre Wahlmündigkeit ebenfalls durch einen Eignungstest bewiesen haben, z. B. mit der Beant­wortung der Frage: Kennen Sie das Programm der Parteien X und Y und Z? Falls jemandem, der bei einer Wahl mitmachen will, die Programme aller, die sich zur Wahl stellen, nicht bekannt sind, darf er nicht wählen. Damit würde der mögliche Wähler nicht mehr so einfach auf die Wahlpropaganda, die zur Einspa­rung von Kosten sowieso ganz abzuschaffen wäre, hereinfallen. ("Nur weiter so!" geht ja leider nicht, wenn wir nicht vol­lends in den Abgrund gerissen werden wollen.)

 

Die durch Wegfall der Wahlwerbemittel freiwerdenden Mittel würden für die Wählerprüfung (und Ausstellung eines Wahlbere­chtigungsscheines) zur Verfügung stehen.

 

Stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Kenne ich die Programme aller im deutschen Bundestag vertretenen Parteien? wenn ja, kannte ich die Programme der sich für die Wahl ange­botenen Par­teien? (Ich persönlich muß diese Frage verneinen.)

 

Wer also wählen will, muß einen Fragebogen mit den Program­men der Parteien und unabhän­gigen Wahlkandidaten ausfüllen. Dieser wird jedem Wahlberechtigten zugestellt. Der Fragebogen mit den Programmen sollte für eine maschinelle Auswertung die Personalausweisnummer und eine Reihe von Stichworten enthal­ten, die anzukreuzen sind (was heute als Multiple Choice- Methode bezeichnet wird). Das ist ein bißchen mühsam, zugege­ben. Aber es ist ja eine wichtige Verant­wortung, die wir bei der Wahl übernehmen, meine ich.

 

Wahlen werden doch derzeitig in der Regel aus dem hohlen Bauch gemacht (und was da raus­kommt, stinkt meistens.)

 

Die Wahlperioden sind auf mindestens 10 Jahre auszudehnen, damit die Staatslenker sich nicht von einem (Pseudo-)Erfolg zum anderen hangeln müssen.

 

Ich finde, ein Staatsgebilde sollte uns so wichtig sein, daß da nicht nach Gefühl und Wellen­schlag vorgegangen werden darf.

 

4 Einflüsse von kaum vorhersehbaren Naturereignissen

 

Da gibt es unvorhersehbare Möglichkeiten mit "kurzfristigen" ("nur" Tausende von Jahren bei einer weiteren Lebenserwartung der erde von etwa 5 Milliarden Jahren) Einflüssen auf das Um­weltge­schehen, z.B.:

 

a) Vulkanausbrüche und Erdbeben

 

Auch bei vulkanischen Aktivitäten wie Explosion des Krakatau, Pinatauo...

 

b) Zusammenstoß der Erde mit einem anderen Himmelskörper

 

Wahrscheinlich sind Meteoreinschläge dafür verantwortlich, daß vor einigen Millionen Jahren die Riesenechsen, die Saurier ausgestorben sind.

 

c) Folgen der Verlagerung oder sogar des Verschwindens des Erd­magnetismus

 

d) Explosion der Sonne

 

Würde die Sonne als sogenannte Supernova explodieren, dann wäre kein Leben mehr auf der Erde möglich. Ja, die Erde würde sogar verdampfen und in den Weltraum geschleudert.

 

Weitere Möglichkeiten, die jedoch sehr unwahrscheinlich sind, weil von unseren Wissenschaft­lern vorausberechenbar und abschätzbar, aber doch nicht ganz auszuschließen:

 

- Es könnte zu einem Zusammenstoß von anderen Sternen (Sonnen) mit unserem Sonnensystem kommen, was katastrophale Folgen hät­te; denn alles würde durcheinandergewirbelt. Das ist für die nächsten Jahrmillionen jedoch fast ganz auszuschließen; denn es ist keine Annäherung eines "fremden" Sternes oder Sternhaufens an unser Sonnensystem beobachtet worden.

 

- Auch unser Sonnensystem wird von dem mit großer Sicherheit in unserer Milchstraße sitzenden "Schwarzen Loch" aufgesaugt. Aber auch dafür gibt es keine Anzeichen, und das geht nicht von heute auf morgen.

 

Aber mit Sicherheit wird die Sonne in einigen Milliarden Jahren ihren Brennstoff für die Kern­fusion und damit die uns spendende Energie verbraucht haben. Dieses unabwendbare und endgü­ltige Ende unseres Sonnen­systems ist also heute vorhersehbar. Es würde zu weit füh­ren, das zu beschreiben, wie das Ende, der end­gültige Tod von allem verlaufen wird (obwohl ja äußerst inter­essant). Aber dann tun uns ja sowieso bestimmt längst keine Zähne mehr weh.

 

 

Planspiele: Überlebensmöglichkeiten und Überlebens­wahr­scheinlichkeiten zukünftiger Generationen

 

Für eine Simulation (ein Planspiel) sind folgende Veränder­liche (Parameter) zu berücksichti­gen:

 

a) durch menschliche Eingriffe:

 

- Energieerzeugung

 

ersetzbar   durch Alternativen: Wasser (Stau­seen, Flüsse, Gezeiten), Wind, Erdwärme, Solarenergie

                 vor allem in Verbindung mit Einsparung von Energie und Erhöhung des Wirkungsgrades vorhan­dener Energieerzeugung

 

- Erdoberflächenveränderung durch

 

- soziale Gegebenheiten:

 

- Machtausdehnung der Wirtschaftsunternehmen, die heute schon einen größeren Einfluß auf die Staatsgebilde ausüben als die Masse der Bevölkerung. Die Folge davon wird sein:

 

 

Ansätze:    Es gab ja bereits schon eine IBM-Hymne, die jeden Tag vor Arbeitsbeginn abgesungen werden mußte. Die Angestellten von Siemens betrachten sich als verbeamtet.

 

- Umweltveränderungen:

- Erhöhte Ausbeutung der Naturschätze

 

In diesem Fall ist das Ende bereits im nächsten Jahrhundert erreicht mit einem völligen wirt­schaftlichen Zusammenbruch und damit Zurückstoßen der Menschheit in steinzeitliche Vorausset­zungen.

 

b) von Menschen (kaum) unbeeinflußbare Gegebenheiten:

 

- Flut- und Sturm-, Unwetterkatastrophen,

 

- Vulkanausbrüche und Erdbeben,

 

- Klimaverschiebungen (Dürren, Regen),

 

- neue Krankheiten,

 

- astronomische Einflüsse: veränderte Sonnentätigkeit, Kolli­sionen mit anderen Himmelskörpern (Meteoreinschlä­ge),

 

6. Durchspielen der Möglichkeiten des zukünftigen Ablaufs, falls...

 

Mit Hilfe eines Rechnerprogramms sollen die Ergebnisse durchgespielt (simuliert) werden, die sich aus den verschiedenen (vorher) aufgelisteten] mög­lichen Veränderun­gen ergeben könnten. Hierbei ist teilweise auf das Simulationsprogramm "WORLD3" von Donella und Denis Meadows und Jorgen Randers [x] bzw. den darin gespeicherten Daten zurückgegriffen worden.

 

Die folgende Darstellung zeigt die Bevölkerungsentwicklung ab dem Jahre 1900 bis 2100 (fette Kurve) mit Balken für den Umweltbelastungsindex, der 1970 als 1 angenommen worden ist (rechte senkrechte Achse).

 

a) Wahrscheinlichster, auf eine Katastrophe zusteuernder Verlauf

 

Die Darstellung fußt auf der Annahme, daß

 

- ganz schwache Gegenmaßnahmen ab 1995 eingeleitet werden,

 

- keine Bevölkerungskontrolle, d.h. keine Nachwuchsbeschränkung,

 

- kein Schutz landwirtschaftlicher Böden erfolgt,

 

- keine Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung unternommen werden,

 

- die mittlere Lebensdauer von Industrieanlagen 14 Jahre beträgt,

 

die Umsetzung technischer Entwicklungen mit einer Verzögerung von 20 Jahren erfolgt, und kann wie folgt interpretiert werden:

 

2030: Maximale Bevölkerungszahl von fast 8 Milliarden Menschen erreicht einen Umweltbela­stungsindex von 11-fachem Wert gegenüber 1970.

 

          Nahrung pro Kopf 452 Einheiten (dem höchsten Stand im Jahre 2000) auf 320 gesunken (nur noch 70%), d.h. Hungersnöte nehmen zu; denn anzustreben sind 2 Tausend Einheiten (kcal, Seite xx) für eine völlig gesunde Ernäh­rung.

 

          Konsumgüter pro Kopf sind von 138 Einheiten (dem höchsten Stand im Jahre 2020) auf 110 (auf etwa 80%) zurückgegangen).

 

2100: Die Bevölkerung ist auf die Hälfte (unter 4 Milliarden) gesunken, wobei der Umweltbela­stungs­index unter den Stand von 1970 abgefallen ist.

 

          Die Nahrung pro Kopf reicht bei weitem noch nicht aus, beginnt aber leicht zu steigen. Folge: Die Menschen werden immer noch nicht alle ernährt wer­den können, was zu einem weiteren Rückgang führen wird.

 

          Die verfügbaren Konsumgüter erreichen ihr prakti­sches Ende, da es keine natürlichen Roh­stof­fe mehr gibt.

 

          Damit ist das Ende der derzeitigen industriellen Aktivitäten erreicht. Die Industrie wird in gut 100 Jahren untergegangen sein.

 

Das nächste Bild zeigt, was in den folgenden 200 Jahren, also von 2100 bis 2300 abläuft:

 

Die Weltbevölkerung sinkt weiter von 3,87 Milliarden im Jahre 2100 auf 1,76 Milliarden 200 hundert Jahre später und wird sich auf etwa 1,6 Milliarden stabilisieren.

Die Umweltbelastung fällt praktisch auf Null, ebenso die Konsumgüterproduktion pro Kopf der Bevölkerung.

 

Die Nahrung pro Kopf der Bevölkerung steigt langsam wieder an und reicht gerade aus, die Menschen notdürftig zu ernähren.

 

Die Menschen befinden sich wieder in der Steinzeit.


 

Dieses beeindruckende -sehr wahrscheinlich tatsächlich zu erwartende Bild noch einmal:

 

Die linke Skala ist logarithmisch gewählt worden, damit der Abfall der Umweltbelastung und der Konsumgüter pro Kopf im Bereich gegen Null noch zu sehen ist. Das ist aber bedeutungslos; denn Konsumgüter von 0,000169 pro Kopf der Bevölkerung ist ja praktisch gleich Null.

 

 


 

 

 

Erklärung: 1,000E-03 heißt 10-3 also 0,001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 1 Millionen)

1,000E-04 heißt 10-4 also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 100 Tausend)

1,000E-05 heißt 10-5 also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 10 Tausend)

1,000E-06 heißt 10-6 also 0,0001 (auf der Skala links, die in Milliarden rechnet: 1 Tausend)

 

Nun wird das vorvorletzte Bild (links verkleinert) wiederholt, jedoch unter der Annahme, daß ab 1995 Geburtenkon­trolle propagiert wird, damit ab dem Jahre 2000 eine Familie im Durchschnitt nur noch 2 Kinder hat.

 

Viel ändert sich nicht mehr, weil Eingriffe ja nicht sofort wirksam werden:

 

Die Bevölkerungszahl erreicht ihren Höchstwert 2030 mit "nur" 7,26 Milliarden statt nahezu 8 Milliarden ohne Geburtenkontrolle. Die Kurve darüber für die Nahrung pro Kopf sieht etwas günstiger aus. (Auf dem vorletzten Bild sank sie ab 2030 unterhalb der "Bevölkerungs"-Kurve ab.) Aber auch in diesem Fall reicht die Nahrung nicht. Die Umweltbelastung bleibt, da die bereits verursachten Verschmutzungen nach wie vor greifen und die Produktion pro Kopf än­dert sich auch nur um Stellen hinter dem Komma.

 

Daraus folgt: Die Geburtenkontrolle kommt bereits viel zu spät!

 

 Schauen wir uns wieder die Bevölkerungskurve (ohne Geburten­kontrolle) an über die Jahre 1900 bis 2100 und dazu, wieviele der Menschen prozentual davon über 65 Jahr alt sind und als dritte Kurve die Lebenserwar­tung, die mit 25,5 Jahren unter den Stand von 1900 mit 29,1 Jah­ren gefallen sein wird.

 

Danach folgt ein Bild über die landwirtschaftlich genutzte Fläche, die den Menschen noch ge­blieben sein wird, die städtische und vorerst noch industriell genutzte Fläche, die Nahrungsmittel- und Industrieproduktion.

 

 

Man beachte, daß die "landwirtschaftliche Fläche" von 1900 bis Ende des Jahrhunderts auf die Hälfte geschrumpft sein wird und dann in der nächsten (nur) 20 Jahren sind noch einmal halbiert.

Die Nahrungsmittel- und Industrieproduktion werden ab etwa 2020 katastrophal runtergehen. Doch wen kümmert es!

 

b) Volles und sofortiges Gegensteuern der Menschen zur Verhinde­rung der Katastrophe

 

Der Anstieg der Bevölkerung auf nahezu 8 Milliarden läßt sich kaum noch verhindern, auch der Anstieg des Umweltbelastungsindexes nicht - gerade wegen der "geballten Aktivitäten". Aber durch gemeinsame und völlig durchorganisierte Anstrengungen könnte die Nahrungsmittelversorgung verbessert und die Konsumgüterproduktion einigermaßen stabilisiert werden. das zeigt das nächste Bild.

 

Aber das auf keinen Fall in einer rein marktorientierten, d.h. profitorientierten kapitalistischen Gesellschaft ohne Kontrolle ablaufende Geschehen macht eine geballte Gegensteuerung nicht möglich. Dieses System ist nach dem Sieg über jedwede sozialen Gedanken nicht mehr zu zügeln. Es ist also sinnlos, sich mit konjunktiven Möglichkeiten (man könnte, sollte) zu beschäftigen.

 

b) Halbherziges Gegensteuern

 

 Da wird viel geredet von freiwilliger Selbstkontrolle - der Ideologie einer Partei, die sich dazu bekannt hat, die besser verdienenden um sich zu scharen. Solche Vorstellungen einer Selbstkontrolle, Gesamtverantwortung und Mitverantwortung für Umwelt sind in einer Gesellschaft, in der ausschließlich von Machtkampf, Wettkampf, Existenzkampf - Betonung auf Kampf - geredet wird und in der "knallharte", nur betriebswirtschaftlich, keineswegs volkswirtschaftlich orientierte und nur monocausal denkende Manager bewundert werden, lächerlich und haben nie etwas bewirkt. Nur wenn aus der sich anbahnenden Katastrophe Profit geschlagen werden kann, möglichst ohne Vorleistungen, dann wären solche Manager zum Mitmachen zu begeistern. Nun wir sind doch auf das konjunktive Denken eingeschwenkt. (Der Konjunktiv, die "Möglichkeitsform" für Verben, wird gerne gebraucht, um Wünsche und schöne Vorstellungen darzustellen: Wenn die Frau etwas schöner wäre, könnte ich mir vorstellen, daß ich gerne mit ihr zusammen wäre. Leider bleibt sie häßlich...)

 

c) Es wird kaum etwas getan ("nach uns die Sint­flut")