
Auszug aus dem Buchentwurf
(manchmal erst einmal nur Stichworte ohne weiteren
Text):
"Die Zeitbombe tickt - Kann sie
noch entschärft werden
aus www.hobby-output.info
von Walter Rath
(dort auf "Bücher" klicken. Aufruf nur mit schneller Datenübertragung ratsam!)
G l o b a l e Z u k u n f t s a u s s i c h t e n (ideologische,
insbesondere egoistische Wirtschaftsinteressen trüben die Aussichten)
Es ist bekannt, daß Treibhausgase mitverantwortlich sind für eine "globale
Erwärmung". Es wird zur Zeit von nichts anderem gesprochen. In Wirklichkeit ist
die Wirkungsweise einer Klimaveränderung viel, viel komplexer.
Erst einmal: Treibhausgase und ihr
Beitrag zum natürlichen Treibhauseffekt (s.a. bei Wikipedia:
Treibhauspotenzial)
Andere Beeinfussungen:
-
Erdwärme?
-
Sonneneinstrahlung - Reflektion an Wolken (auch
Flugzeugkondensstreifen) - Wasser - Wüste?
-
Feuer
(Waldbrände) - Heizungen - Wärme der
biologische Wesen - vulkanische Tätigkeit - Fahrzeuge -
Kraftwerke - Kühltürme - Erwärmung der Gewässer durch
Industrie (auch durch Atom-Kraftwerke)?
-
Einfluß von
den Luftstrom bremsenden Windrädern
Da mag man den Kopf
schütteln. Aber nach den Formeln der Chaostheorie kann der
Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan und ein winziges
Teilchen, das sich in einem kurz vor dem Abrutschen liegenden
Schnee bewegt, eine Lawine erzeugen.
Die kurzwellige
Sonnenstrahlung wird an der Erdoberfläche zu einem großen Teil
absorbiert, damit in Wärme abgewandelt und als
Wärmestrahlung wieder abgestrahlt. Treibhausgase können
aufgrund ihrer chemischen Natur in unterschiedlichem Ausmaß die
Wärmestrahlung absorbieren und so die Wärme in die Atmosphäre
abgeben.
Die
Treibhauswirksamkeit eines Gases, also wie stark die Freisetzung
eines Gases zum Treibhauseffekt beitragen kann, hängt im
Wesentlichen von drei Faktoren ab: Der pro Zeiteinheit
freigesetzten Gasmenge (Emissionsrate), den spektroskopischen
Eigenschaften des Gases, d.h. wie stark es die Wärmestrahlung in
bestimmten
Wellenlängenbereichen absorbiert, und seiner
Verweilzeit in der Atmosphäre.
Die atmosphärische
Verweilzeit ist die Zeit, die ein Stoff im Durchschnitt in der
Atmosphäre verbleibt, bevor er durch chemische oder andere
Prozesse wieder aus ihr entfernt wird. Je länger die Verweilzeit
eines Treibhausgases ist, desto höher ist auch die theoretische
Wirkung.
Relative
Treibhauspotenziale (Global Warming Potential GWP) über
verschiedene Zeithorizonte;
(a) Kohlendioxid (CO2),
Methan (CH4) und Lachgas (N2O),
(b)
chlorierte oder fluorierte Verbindungen
Ein Maß für die
Treibhauswirkung eines Gases pro Kilogramm Emissionsmenge ist
das stoffabhängige sog. relative Treibhauspotential (global
warming potential, GWP), in dem die Absorptionseigenschaften und
die Verweilzeit berücksichtigt sind.
Das relative
Treibhauspotenzial ist eine auf das Kohlendioxid normierte
Größe, mit der die Wirkung eines Treibhausgases mit der
äquivalenten Menge Kohlendioxid verglichen wird. So hat
beispielsweise Methan ein relatives Treibhauspotenzial von 23,
d.h. 1 kg Methan hat die gleiche Treibhauswirkung wie 23 kg
Kohlendioxid. Allerdings sind diese Äquivalenzfaktoren noch mit
gewissen Unsicherheiten behaftet.
Das relative
Treibhauspotenzial wird in der Regel auf einen Zeithorizont von
100 Jahren bezogen, d.h. es wird die über einen Zeitraum von 100
Jahren nach der Emission gemittelte Erwärmungswirkung
betrachtet. Bezieht man es auf einen anderen Zeithorizont,
verändert sich, entsprechend der atmosphärischen Verweildauer,
auch das relative Treibhauspotential. Enthält ein Treibhausgas
ein oder mehrere Chlor- oder Fluoratome so erhöht sich dessen
relatives Treibhauspotential aufgrund der hohen chemischen
Stabilität deutlich gegenüber Treibhausgasen ohne Halogenatom(e).
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, die
zum
Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen
natürlichen als auch einen durch Menschen
verursachten Ursprung haben können. Sie
absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen
Infrarotstrahlung, die sonst in das Weltall
entweichen würde. Ein Teil dieser Energie wird
dann zusätzlich zum Sonnenlicht zurück auf die
Erdoberfläche abgestrahlt.
Die
natürlichen Treibhausgase heben die
durchschnittliche Temperatur an der
Erdoberfläche um etwa 30 °C auf +15 °C an. Ohne
diesen
natürlichen Treibhauseffekt hätte die untere
Atmosphäre im
globalen Mittel nur −18 °C, was
Leben auf der Erde vielleicht unmöglich
gemacht hätte.
Die
Zunahme bestimmter Treibhausgase wird großteils
auf menschliche Aktivitäten zurückgeführt. Die
im
Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind:
Kohlendioxid (CO2, dient als
Referenzwert),
Methan (CH4),
Distickstoffoxid (Lachgas, N2O),
teilhalogenierte und perfluorierte
Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs) und
Schwefelhexafluorid (SF6).
Wie beurteilen Sie die
Lage, wenn Sie es geschafft haben, sich bisher durchzulesen? (Falls Sie jedoch
erst hier mit dem Lesen beginnen, werden Sie auch folgen können.)
Kann die Zeitbombe noch
entschärft werden? Die Antwort auf diese Frage kann mit einem ganz klaren Ja
(trotz allem) beantwortet werden, aber nur, wenn...
Es besteht keine Hoffnung,
- wenn da nach wie vor ein mächtiger Papst (mit Unfehlbarkeitsanspruch) durch
die Lüfte schwebt, um seinen Anhängern zu verbieten, den gottgewollten
Kindersegen einzudämmen (als Beispiel zur Verhinderung einer weiteren
Bevölkerungsexplosion),
- wenn die Mächtigen dieser Erde sich nicht im Allergeringsten um ein Gemeinwohl
sondern nach wie vor um ihr rein persönliches Eigenwohl kümmern (wenn sie nicht
strengeren Kontrollen unterworfen werden), ja wenn durch das Gerangele unter
den korrupten, egoistischen und rücksichtslosen Mächtigen viel Energie an
Kontrollen und an Handlungen gegen ihren Willen erforderlich ist,
- wenn die Menschen so tun, als bestünde keine Gefahr und nach wie vor
Umweltgifte freisetzen, um beispielsweise ihre Wäsche weißer als das weißeste
Weiß vorzeigen zu können,
- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme nicht den wirklichen
Notwendigkeiten angepaßt werden, nämlich endlich weg von der kleinst- und
kleinststaatlichen Denkweise,
- wenn den Ideologen nach wie vor die überwiegende Masse der Menschen
nachlaufen, ja wenn den Predigern, den Fundamentalisten jeder Art von
Ideologie (sprich Religion) nach wie vor mehr Anhänger zulaufen, als auf
wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Verhaltensnotwendigkeiten
durchzuführen,
- wenn die Psychologie nicht zur Meinungsbildung mit Bezug auf die Lage, in der
wir uns befinden, eingesetzt wird anstatt ausschließlich zur Werbung für das
weitere Wachsen des Wirtschaftsmammons (abschätzige Bezeichnung für Geld und
Reichtum),
- wenn die Menschenrechte nicht verwirklicht und dadurch immer neue Aufstände
und Unfrieden nach wie vor angeregt werden, was dringend erforderliche Mittel
zur Bekämpfung von Terrorismus und Unruheherden bindet,
- wenn die Kriminalität steigt und die innere Sicherheit und das öffentliche
Straßenrennen noch mehr Polizeikräfte erfordern,
- wenn nicht derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt werden
insbesondere zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu
Preiserhöhungen führen,
- wenn keine Gelder zur Forschung ausgegeben werden, um Alternativen zu finden,
wie wir die wenigen, verbliebenen Rohstoffquellen schonen könnten,
- wenn zu allerletzt die Ausgaben für militärische Zwecke eingeschränkt und die
notwendigen Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und zur Einführung neuer
Wirtschaftssystem abgeschöpft werden,
- wenn den Menschen eigentlich das Überleben der nachfolgenden Generationen
ziemlich gleichgültig ist.
„Erneuerbare
Energien“ bringen auf keinen Fall die alleinige Lösung:
Es wird optimistisch angenommen, daß bereits der heutige
Erdölbedarf auf der ganzen Welt allein aus Pflanzenölen gedeckt werden könnte.
Versuchen wir einmal eine Überschlagsrechnung anzustellen (nach Überlegungen von
M. Fukuoka):
In Afrika könnten je Jahr und Hektar aus Ölpalmen
10-Tausend Liter Kraftstoff hergestellt werden. Etwa 3 1/2 Milliarden Liter
benötigt die gesamte Menschheit (nach einer Schätzung der SHELL). Es müßten also
in Afrika 3 1/5 Millionen Quadratkilometer nur mit Ölpflanzen (z.B. "Echter"
Ölbaum oder Rizinus in tropischen Gebieten) bestückt werden. Das entspricht mehr
als 10% der gesamten afrikanischen Landfläche - wohlbedacht nach derzeitigem
Stand des Verbrauchs. Da jedes Jahr die Pferdestärkenzahl um ein Vielfaches
angehoben wird mit entsprechend erhöhtem Verbrauch (wenn auch nicht
proportional), kann man sich ausrechnen, wann die gesamte landwirtschaftlich
nutzbare Fläche auf dieser Erde nur noch den Raffinerien zur Verfügung stehen
muß; denn da wollen vor allem Chinesen und Inder auch alle Autos haben.
Neben den Ölpalmen gibt es ja auch noch zum Heizen, vor
allem in den so anheimelnden offenen Kaminen, die (nachwachsenden) Wälder.
Was bieten die Klugscheißer aber für ausgehendes Erdgas und Kohle, auch
spätestens bis Mitte 2150 (siehe Diagramm >hier<). Nun
da wird uns schon 'was einfallen....
Nach einer Großversuchsserie in Simbabwe ist bewiesen, daß aus Raps vollwertiger
"Diesel"-Brennstoff synthetisiert werden kann. Legen wir einmal die
Eigeninteressen der Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) beiseite. Sie schreiben
aber absolut korrekt in ihrem Magazin „Okay HEW": "Gerade aus Gründen des
Umweltschutzes sollte der angeblich so umweltfreundliche Dieselkraftstoff aus
Raps-Öl nicht benutzt werden... Zwar ist der Biotreibstoff Rapsmethylester
umweltneutral, weil die Pflanze zum Wachsen genausoviel Kohlendioxid aus der
Luft holt, wie sie bei der Verbrennung wieder aNg; bt. Auch läuft jeder
Dieselmotor mit dem Rapskraftstoff ohne Umbauten einwandfrei. Aber: Ein Hektar
Anbaufläche erbringt pro Jahr nur tausend Liter Raps-Diesel - und davon
verbraucht der Landwirt bei der Feldbestellung selbst schon ein Drittel, meint
die HEW. Die Folge wären riesige Rapsfelder. Derartige Monokulturen müßten mit
Millionen Tonnen an Pestiziden geschützt werden - mit unwägbaren Gefahren für
Grund- und Trinkwasser."
Kommentar: Die Überlegungen zum Ersatz der ausgehenden Rohstoffe durch
"erneuerbare" Energien erinnern mich an rechtsradikale Vereinfachungen wie: 4
Millionen Arbeitslose in Deutschland. Schmeißt man 4 Millionen Ausländer raus,
ist das Problem der Arbeitslosigkeit gelöst.
Wie empfindlich ein über Jahrmillionen ausbalanciertes Öko-System ist, zeigen
die Formeln und die Simulationsprogramme um das Team von Hartmut Bosselt. (>Hier<
mal schauen!)
In den gängigen Lexika findet man zur Berechnung des Heizungsbedarfs:
Holz hat einen Heizwert von 5000 WattStunden (5 kWh) - ist aber nur bei
Berücksichtigung des Wirkungsgrades zwischen 1 und 2,5 kWh (in Europa)
ausnutzbar. Der Rest geht in die Luft.
Die Erde bietet theoretisch den Wäldern zur Zeit fast 4 Milliarden Hektar (40
Millionen Quadratkilometer - weniger als 10% der gesamten Erdoberfläche,
einschließlich Meere). Jährlich ist der Baumbestand stark rückläufig durch
Abholzung.
Zum Heizen werden mindestens 7 Liter Heizöl je Quadratmeter Wohnfläche benötigt,
jedoch häufig 25 Liter. Das sind 82 kWh bis 292 kWh (ohne Wirkungsgradverluste).
Nun braucht der Mensch auch noch warmes Wasser.
Es wird bei einem durchschnittlichen (auf Weltbevölkerung geschätzter) Wohnraum
von 5 qm und Warmwasserbedarf bei ausschließlicher Holznutzung (mit
allerhöchstens 10% in einem Entwicklungsland) ganz, ganz grob geschätzt von der
gesamten Weltbevölkerung doch mindestens 10 Milliarden Kilogramm Holz benötigt.
Das schaffen die Wälder bei einer Abholzungsrate zwischen 15 Jahren (für
Mittelwadl) und 80 Jahre (für Hochwald) kaum, es sei denn, wir haben nur noch
absolut reinen und sorgfältig organisierten Nutzwald.
1 Die Katastrophe
1.1 Anzeichen der Katastrophe
a) Zunehmende Umweltschäden
Klimaveränderungen
Der Kohlendioxidgehalt
der Luft steigt ständig und wird eine Klimaveränderung bewirken, die
sich bereits ankündigt. Ob die Temperatur ansteigt oder zumindest vorerst durch
vermehrte Verdunstung der Weltmeere und damit Regen fast gleich bleibt, ist noch
nicht geklärt.
Folgen:
Mit sehr großer
Wahrscheinlich wird es wärmer (was Wissenschaftler fast übereinstimmend
errechnet und simuliert haben),
I. wodurch die
Eiskappen der Pole früher oder später schmelzen und das steigende Meer ganze
Landstriche schluckt,
II. weswegen es
entweder trockener wird, so daß die Wüsten sich weiter ausbreiten und
beispielsweise im nördlichen Europa statt Roggen und Äpfel, Mais und Kiwis
bevorzugt wachsen und statt Eichen sich Palmen wohl fühlen,
III. oder es fallen
vermehrt wolkenbruchartige Niederschläge, was zu einem nahezu tropischen
Wachstum führt.
IV. Es kann sein, daß
die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter weniger stark ausfallen
als derzeit oder daß
V. nur der Sommer
wärmer wird.
VI. Die
Klimaveränderungen können sich vielleicht auch nur regional auswirken. Das
heißt, nicht alle Kontinente sind gleichermaßen betroffen.
Mit Sicherheit kommt es
aber zu Klimaveränderungen durch den Anstieg des Kohlendioxidgehaltes. Nur
sind die Auswirkungen nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht
vorauszuberechnen (was meiner Ansicht nach ein viel größeres Risiko ist, da
keine Gegenmaßnahmen im Voraus geplant werden können).
Der Anstieg des
Kohlendioxidgehaltes in Verbindung mit anderen "Verunreinigungen" der Luft
bewirkt allein keinen Treibhauseffekt. Die Vorgänge verlaufen ganz
anders und viel komplexer als in einem Treibhaus ab, wo die Sonnenstrahlen
durch das Glas eindringen. Das, was im Treibhaus wächst und der Boden werden
erwärmt. Die Wärme kann aber nicht raus, weil eben das Treibhaus geschlossen
ist.
Kohlendioxid in der Luft
wirkt als Reflektor für Wärmestrahlen. Weniger Sonnenstrahlen kommen zur Erde.
Aber die Erdwärme kann auch nicht in den Weltraum strahlen. (Das Innere der Erde
ist ja bekanntlich glühend heiß.)
Dennoch hält sich diese
einmal gemachte Aussage hartnäckig, statt richtiger zu sagen:
"Klimaveränderungseffekt".
Der zunehmende Flugverkehr,
der manchmal bei hoher Lufdtfeuchtigkeit den ganzen Himmel mit
Kondenzstreifenresten bedeckt, ...
Folgen der Ozonschichtveränderung:
Wie wir im Kapitel D.2.2 d)
gesehen haben, dauert es also lange Zeit, bis durch die
Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) die Ozonschicht angegriffen wird
(Verzögerungszeit nach Freiwerden nahe dem Erdboden: 15 Jahre).
Die Ozonausdünnung läßt
verstärkt Ultraviolette Strahlung bis zu uns auf der Erde herab durch mit den
Folgen:
- Gefahr von
Hautkrebs (um 3 bis 5 mal höher, wenn Strahlung sich verdoppelt durch Abnahme
der Ozonschicht um 1 %),
- Schädigung der
Augenhornhaut und der Netzhaut (Schneeblindheit),
- Zerstörung
kleinster Lebewesen (vor allem Einzeller). UV- Strahlung wird ja zur
"Desinfektion" (Keimtötung), z.B. zur Abtötung von Schimmelpilzen angewendet. Im
Wasser bilden aber die oberflächennahen Mikroorganismen das Fundament der
Nahrungskette. Die Vernichtung hat also verheerende Folgen für alle Meerestiere.
- Abnahme der
Blattgröße und des Wuchses grüner Pflanzen, damit Rückgang der Ernteerträge (bei
Ausdünnung der Ozonschicht um 1 % etwa auch Rückgang der Ernteerträge um den
gleichen Wert). Nichtnutzpflanzen ("Unkräuter") sind unempfindlicher gegen
UV-Strahlung.
- Schädigung der
Erbträger, was zum Aussterben einiger Tier- und Pflanzenarten führt, während
neue Arten entstehen. Dadurch wird das Gleichgewicht des derzeitigen Ökosystems
zerstört.
Die Folgen, in Verbindung
mit dem bevorstehenden Klimawechsel, sind (noch) nicht abzusehen.
Boden- und Wasserverseuchung durch Abfälle
Ein Großteil des
Erdbodens ist verseucht durch Chemikalien (als Düngemittel, durch
Versprühen von Insekten- und Unkrautvertilgungsmitteln) und durch Abfälle
jeder Art.
Die Gewässer sind
verschmutzt, dadurch daß zuerst unbedacht und dann sogar entgegen allen
Kenntnissen Abfälle jeder Art in die Flüsse und Meere eingeleitet wurden und
auch noch werden, vor allen in den Entwicklungsländern (wo jedoch kaum über die
Umweltgefahren geredet wird oder besser gesagt, geredet werden darf).
Das zur Kühlung von
Industriemaschinen, insbesondere in den Elektrizitätskraftwerken (einschließlich
Atomkraftwerken) benutzte Wasser erhöht bei Rückführung in die Gewässer die
Temperatur.
Folgen: Die Selbstreinigungsmöglichkeit des gesamten Ökosystems wird
eingeschränkt. Was zu viel ist, ist zu viel. Die Bodenverunreinigungen dringen
in's Grund- und damit früher oder später in unser Trinkwasser.
Durch eine Temperaturerhöhung wird im Wasser gelöste Luft mit dem
darin enthaltenen Sauerstoff "ausgetrieben". Der Sauerstoff jedoch dient zur
(kalten) Verbrennung (Oxydation) vieler Verunreinigungen.
Die eingeleiteten hohen Mengen an Verunreinigungen zerstören alles
Leben in den Gewässern, die durch Verzehr geringer Verunreinigungen zur
Selbstreinigung beitragen. Viele Gewässer sind bereits weitgehend "tot".
Ausbeutung der wenigen, verbleibenden
Naturrohstoffe
Wälder wurden zuerst
unbedacht und werden heute aus Profitgier, trotz Kenntnis der Folgen,
rücksichtslos abgeholzt.
In den letzten 20 Jahren
(seit 1980) sind um die 2 Millionen Quadratkilometer Waldfläche vom Erdboden
verschwunden. Das ist eine Fläche von der Länge 2 Tausend Kilometern und der
Breite von Tausend Kilometern, also etwa so groß Portugal, Spanien, Frankreich,
Belgien, Holland, Luxemburg, Deutschland zusammengenommen.
Folgen: Syrien und Irak wurden einmal als der Garten Eden bezeichnet.
Nachdem die Wälder dort verschwunden sind, hat sich eine Wüste entwickelt, in
der zwischen Mai und November kein Tropfen Regen mehr fällt. Ich bin oft über
die Sahara-Wüste (Nordafrika) hinweggeflogen, oft über dichte Wolkenfelder.
Aber es regnet nicht. Es fehlen die "Kristallisationskerne", sagen die Physiker,
die Feuchtigkeitstropfen, die von den Ausdünstungen der Pflanzen ausgehen und
die schließlich das "Faß zum Überlaufen" bringen (den Regen).
Wie wir gesehen haben, breiten sich die Wüsten durch die Eingriffe
des Menschen immer weiter aus.
Kommt es zu Niederschlägen, fehlen die Pflanzen (wie jetzt schon
in fast allen islamischen Ländern), die das Wasser wie Schwämme erst einmal
stauen könnten. Das Regenwasser fließt als alles mitreißende Flüsse ab. Die
Reste von Ackerkrumen verschwinden im Meer und dessen Spiegel steigt zusätzlich
neben der Aufnahme von Schmelzwasser .
b) Kampf um die letzten Rohstoffe
Der Krieg gegen Irak zu
Beginn des Jahres 1991 war bereits eine gewaltsame Auseinandersetzung um den
Rohstoff Öl. Weitere werden unweigerlich in den nächsten Jahren folgen, falls es
zu keiner Einigung über die Nutzung der nur noch begrenzt verbliebenen Rohstoffe
als Allgemeingut aller Menschen kommt. (Nicht einmal Ansätze sind zu sehen, daß
die Rohstoffbesitzer mit einer Einschränkung ihrer Rechte einverstanden sein
werden.)
1.2 Zeitlicher Verlauf der Katastrophe
a) Bevölkerungswachstum
Die nachstehende Kurve
zeigt den groben Verlauf des Bevölkerungswachstums ab dem Jahre 1700 und, aus
dem Kurvenverlauf hochgerechnet, bis zum Jahre 2100.
Im Jahre 1700 waren etwa
500 Millionen Menschen auf der Welt, durchaus für die Erde ertragbar. Die
Milliardengrenze wurde etwa 1930 überschritten und stieg dann rapide an.
Vor dem Jahr 2000 wird die
6-Milliardengrenze überschritten und die, nach wissenschaftlichen Berechnung
letztlich noch erträgliche Zahl von 8 Milliarden gegen 2020. Der Zuwachs danach
ist also nur rein "akademisch". Die nach der Formel einfach weitergerechnete
Zahl von 44 Milliarden im Jahre 2100 wird es nicht geben. Sie werden sich auf
keinen Fall ernähren können.

Die späteren Simulationen
im Kapitel 5 werden zeigen, wie das Wachstum der Bevölkerung verlaufen wird in
Abhängigkeit von dem, was wir ab jetzt oder später oder zu spät tun.
b) Zerfall des derzeitigen Wirtschaftssystems
Die
derzeitigen Wirtschaftssysteme werden spätestens nach der Ausbeutung der
Rohstoffe ihr Leben aushauchen, wenn es den Verantwortlichen nicht gelingt, sich
auf die sich verändernde Situation einzustellen.
Es gibt
zwar Ansätze des Umdenkens bei einigen Unternehmern. Aber die Mehrheit ist nach
wie vor nur in kurzfristiger Sicht behaftet. Sie will nicht wahrhaben, daß sie
inzwischen auf einer spiegelglatten Eisfläche rollt, obwohl das
Eiswarnthermometer warnend aufleuchtet. Wenn sie dann in einer Kurve aus der
Fahrbahn geschleudert werden, ist keine Korrektur der Fahrweise mehr möglich und
sitzen mit blutender Nase in ihrem Blechhaufen.
c) Klimaveränderungen
Die Eisberge sowie die Gletscher schmelzen. Der
Meeresspiegel wird steigen. Wer alles untergeht, kann noch nicht gesagt werden:
In Deutschland Düsseldorf und zumindest Hamburg?
Es wird
befürchtet, daß der Golfstrom nicht mehr bis um Schottland herum fließt. Dann
allerdings könnten die Eisberge sich vorerst wieder erholen.
d) Beginn des Aussterbens
Die
Hungersnöte werden weiter zunehmen. Wenn derzeit noch zu große Härtefälle durch
Nahrungsmittellieferungen aus den Lägern der reichen Länder abgemildert werden
können, geht das bei einer Zunahme der Hungergebiete nicht mehr.
e) Verzweifelte und grausame Kämpfe um's Überleben
Es ist
kaum anzunehmen, daß sich die Länder, in denen die Hungersnöte zunehmen, gegen
die vorerst reich bleibenden Industrienationen wehren bzw. sie angreifen können.
Dazu sind sie vor allem technisch nicht in der Lage.
Aber
untereinander werden sie sich zerfleischen, um an die letzten, spärlich
vorhandenen Bissen zu gelangen.
2 Abwendungsmöglichkeiten, Machbarkeiten
Die meisten Wissenschaftler
sind sich einig, daß Zukunftsaussichten zum Überleben uns folgender
Generationen nur dann gegeben sind, wenn
- die Zahl der Menschen auf der Erde etwa 8 Milliarden nicht übersteigt,
- die Menschen ein Gleichgewicht mit der Natur, nicht nur als Gesamtökosystem
sondern auch mit aufgegliederten Systemen, wahren,
- die verbliebenen Rohstoffe geschont werden und aus unseren Abfällen immer
wieder das Ausgangsmaterial für neue Produkte gewonnen wird (Wiederaufbereitung
und Rückführung in den Rohstoffveredelungskreislauf, heute "Recycling"
genannt),
- die wirtschaftlichen Aktivitäten, wie Energie-Erzeugung, um uns mit
elektrischem Strom zu versorgen und um uns fortzubewegen, keine weitere
Veränderung der Luftzusammensetzung bewirkt,
- die Umwelt nicht weiter belastet wird durch Chemikalien jeder Art, wie
Pflanzenschutzmittel, Insektenbekämpfungsmittel, Düngemittel, Abgase,
Einleitung von Chemikalienabfällen in den Boden und die Gewässer,
- die angerichteten Schäden zu rasch wie möglich repariert werden, z. B. durch
intensive Wiederaufforstung, Reinigung der Gewässer und der Luft.
"Unmöglich", sagen viele,
die für die Umsetzung dieser Forderungen verantwortlich sind, "denn dann können
wir uns gleich alle einen Strick kaufen."
Aber es ist möglich,
wenn...
die Liste in der eingangs
zu diesem Kapitel gegebenen Stichpunkte nur bejahend dargestellt werden. Es
wäre also durchaus möglich,
- wenn ein mächtiger Papst (mit Unfehlbarkeitsanspruch) durch die Lüfte
schwebt, um seine Anhänger zu überzeugen, den Kindersegen einzudämmen (als
Beispiel zur Verhinderung einer weiteren Bevölkerungsexplosion),
- wenn die Mächtigen dieser Erde sich vorrangig um ein Gemeinwohl (neben
persönlichem Eigenwohl) kümmerten,
- wenn sie miteinander in Wettstreit treten würden, um sich als "wahre und
bewundernswürdige Führer" hervorzutun,
- wenn die Menschen sich der Gefahr bewußt und keine Umweltgifte mehr freisetzen
würden, und sich mit sauberer Wäsche begnügen könnten (was neue, biologisch
abbaubare Waschmittel durchaus erlauben und wegen des Fehlens von Bleichmitteln
auch die Lebensdauer der Wäsche erhöhen),
- wenn die wirtschaftlichen und politischen Systeme den wirklichen
Notwendigkeiten angepaßt würden, endlich weg von der kleinst- und
kleinststaatlichen Denkweise,
- wenn die Ideologen bei der überwiegenden Masse der Menschen keinen Widerhall
mehr finden würden, ja wenn den Predigern, den Fundamentalisten jeder Art von
Ideologie (sprich Religion) die Anhänger wegliefen und diese auf
wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Verhaltensnotwendigkeiten
durchzuführen bereit wären,
- wenn aus der geschichtlichen Entwicklung auf jedem Gebiet Lehren gezogen
würden,
- wenn die Psychologie zur Meinungs- und Bewußtseinsbildung mit Bezug auf die
Lage, in der wir uns befinden, eingesetzt würde anstatt zur Werbung für das
weitere Wachsen des Wirtschaftsmammons,
- wenn endlich die Menschenrechte verwirklicht werden würden, um endlich
Aufstände und Unfrieden loszuwerden,
- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere Sicherheit
gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem öffentliche
Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an Polizeieinsätzen
runtergesetzt werden könnte,
- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt würden insbesondere
zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu Preiserhöhungen führen,
- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um Alternativen zu
finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen Rohstoffquellen,
- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke eingeschränkt und die notwendigen
Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und zur Einführung neuer Wirtschafts-
und Sozialsystem bereitgestellt würden,
- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden Generationen keineswegs
gleichgültig wäre.
Nun sollen die oben
aufgelisteten Notwendigkeiten im Einzelnen näher beschrieben werden:
I. Es wird nicht
möglich und auch nicht nötig sein, die Macht der mächtigen Religionsführer zu
beseitigen. Es wird aber nicht leicht sein, sie davon zu überzeugen, was im
Interesse des Überlebens der Menschen notwendig ist. Auf grund ihres Ansehens
und ihres Einflusses auf ihre Anhänger könnten sie einen wichtigen Beitrag
leisten zur Aufklärung und zur Durchsetzung notwendiger Reformen.
Jedoch das
Problem, sie zu überzeugen, wird schwer lösbar sein und nur möglich werden, wenn
viele gut informierte und bestens ausgebildete Anhänger, ebenfalls in
angesehenem Amt und in "Würden", auf sie einwirken.
Leider wird ein
solcher "Umerziehungsprozeß" nicht von heute auf morgen gehen. Aber viel Zeit
haben wir ja nicht mehr.
II. Wir haben
gesehen, daß ohne Leute, die zur Führung geboren sind, Interessen zur Erreichung
eines Gemeinwohls nicht oder kaum durchgesetzt werden können. Die Mächtigen
müssen mit allen Mitteln, inbesondere der Psychologie dazu gebracht werden, daß
sie sich eher einen Namen und ein größeres Ansehen verschaffen können, wenn sie
einen wesentlichen Beitrag zur "Rettung des Planeten" Erde geleistet haben. Der
Mächtige strebt ja nicht nur nach wirtschaftlicher Macht sondern auch nach
Geachtetwerden. Dieses Streben kann ausgenutzt werden.
Eine solche
Überzeugungsarbeit wird in demokratischen Systemen mit Meinungsfreiheit nicht
schwer sein, ist aber in Diktaturen fast unmöglich. Doch wird sehr
wahrscheinlich der Einfluß aus Veröffentlichungen dort, wo die Meinung nicht
eingeschränkt ist, auch bei solchen Machthabern nicht ungehört verhallen, die
jegliche Kritik unterdrücken. Dabei kann davon ausgegangen werden, daß
grundsätzlich keine Mensch nur schlecht ist, während andere nur gut sind.
Es fällt also
der Presse und den Medien eine sehr große Verantwortung zu. Öffentliche
Diskussionen und was auch immer für Veröffentlichungen müssen natürlich
objektiv geführt und abgefaßt werden. Niemand ist zu überzeugen, wenn er
lediglich beschimpft und persönlich angegriffen wird.
Wenn wir den
geschichtlichen Verlauf betrachten, dann haben viele Herrscher ja auch
Fortschritte eingeleitet. Sie leben nicht isoliert und handeln häufig durch
Beeinflussung guter und falscher Beratung.
III. Es kann
durchaus gelingen, die Mächtigen zu einem Wettstreit miteinander anzuregen, um
sich als "wahre und bewunderungswürdige Führer" hervorzutun.
Daher muß immer
wieder an die Medien appelliert werden, behutsam, möglichst objektiv und nicht
polemisch an die so ungeheuer wichtige Arbeit zu gehen.
Die eigentliche
Macht liegt heute zweifellos zu einem wichtigen Teil bei den Medien in den
Nationen, wo Meinungsfreiheit nicht unterdrückt ist.
IV. In den
Industrienationen sind sich die meisten Menschen sich der Gefahr durchaus
bewußt, was sie durch Freisetzen von Umweltgifte anrichten. Aber sie unterliegen
dem traditionellen Denken, aus dem sie nicht so leicht herausfinden. So sind
sie darin behaftet, daß der Rasen um ihr mühsam erworbenes Häuschen kurz und
einheitlich sein muß. Ein gewisser Wildwuchs (objektiv viel schöner und
vielseitiger als das uniformierte Grün mit "gepflegten" Blumenbeeten) wird von
den Nachbarn als Verkommenlassen ausgelegt.
Die
Einschränkung des Giftverspühens geht also nur über strengere Gesetze, wobei
jedoch die Industrielobby versuchen wird, sie zu verhindert.
An diesem
Beispiel sehen sie, wie komplex, also miteinander verzahnt die Problemstellungen
sind.
V. Der Wildwuchs
der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Systeme ist das derzeitig
größte Hindernis zur Beschleunigung der bevorstehenden Katastrophe.
Wie im nächsten
Kapitel näher beschrieben, wird es beispielsweise ohne einen machbaren und gut
überlegten allgemeinen Weltwirtschaftsplan nicht mehr gehen.
Die
Staatengemeinschaften sollten sich hüten, vorschnell sich abspaltende und als
unabhängig erklärende Staaten vorschnell anzuerkennen. Eine Anerkennung setzt
die Vorlage eines Plan voraus, wie ein solcher Staat sich wirtschaftlich und
sozial in die bestehenden Gemeinschaften einordnen will.
VI. Damit die
Ideologen bei der überwiegenden Masse der Menschen keinen Widerhall mehr
finden, müssen sich die verantwortlichen Staatsführer ihrer Verantwortung bewußt
sein, jedem Bürger ein Mindestmaß an wirtschaftlicher und
sozialer Sicherheit zu garantieren, so wie es in der Charta der Menschenrechte
niedergelegt ist. Der entsprechende Anspruch aller Menschen sei hier
wiederholt:
Artikel XXII
Jeder Mensch
hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit. Er hat Anspruch
darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter
Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den
Genuß der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit
unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten zu
gelangen.
Artikel XXIII
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf
angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen
Arbeitslosigkeit.
2. Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf
gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende
Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende
Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu
ergänzen ist.
**************
Nur wenn diese
von fast allen Staaten der Welt angenommenen Übereinkunft verwirklicht wird,
haben es kaum noch Menschen nötig, sich in vermeintliche Auswege, in die
Hoffnung auf Hilfe durch eine außerweltliche Macht und auf eine Entlohnung nach
dem Tode zu verlieren.
VII. Die
geschichtliche Entwicklung lehrt uns, daß erst nach Zulassung der
Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt die wirtschaftliche, soziale und
kulturelle (künstlerische, wissenschaftliche und technische) Entwicklung ganz
erhebliche Fortschritte möglich geworden sind, wenn auch mit schlimmen
Rückschritten, wie beispielsweise durch den Ersten und den Zweiten Weltkrieg.
Aber ganz zweifellos hat eine Weiterentwicklung stattgefunden, die uns jedoch
auch an den Rand der Katastrophe gebracht hat.
Daraus ist die
Lehre zu ziehen, daß Machtkontrolle und Machteinschränkung, bzw.
Machtverteilung die einzigen Voraussetzung ist, eine weitere Entwicklung
möglich zu machen.
VIII. Was vorher unter
den Punkten I. bis III. gesagt worden ist, geht nicht ohne Anwendung der
Psychologie zur Meinungs- und Bewußtseinsbildung mit Bezug auf die Lage, in der
wir uns befinden. Nichtbeachtung der psychologischen Erkenntnisse wird die
Mächtigen dieser Erde in eine Selbstverteidigungssituation treiben.
IX. Die
Verwirklichung der Menschenrechte ist eine unabdingbare Voraussetzung zur
Eindämmung von Aufständen, Terrorismus und Unfrieden. Die Präambel zu den
Menschenrechten sei wegen ihrer Wichtigkeit hier wiederholt:
Es ist zu
beachten, daß
- "ein Verkennen und die Mißachtung der Menschenrechte zu barbarischen
Handlungen geführt haben, wobei das Gewissen der Menschheit mit Füßen getreten
worden ist, und daß als höchstes Ziel der breiten Masse die Schaffung einer Welt
anzustreben ist, wo die menschlichen Wesen unter Rede- und Gedankenfreiheit
frei sein sollten von Schrecken und von Kümmernis;
- es von besonderer Bedeutung ist, die Menschenrechte durch Herrschaft von
Recht zu schützen, damit der Mensch sich nicht zu gewalttätiger Erhebung gegen
Tyrannei und gegen Unterdrückung gezwungen sieht als einem letzten Mittel."
- wenn die Kriminalität eingedämmt und die innere und äußere Sicherheit
gewährleistet werden könnte, und die sportliche Komponente aus dem öffentliche
Straßenrennen verschwinden würde, damit der Aufwand an Polizeieinsätzen
runtergesetzt werden könnte,
- wenn derzeitig vorhandene technische Neuerungen angewandt würden insbesondere
zur Energieeinsparung, selbst wenn diese Neuerungen zu Preiserhöhungen führen,
- wenn mehr Gelder zur Forschung ausgegeben werden könnte, um Alternativen zu
finden, zur Schonung der wenigen, verbliebenen Rohstoffquellen,
- wenn die Ausgaben für militärische Zwecke eingeschränkt und die notwendigen
Mittel zur Reparatur der Umweltschäden und zur Einführung neuer Wirtschafts-
und Sozialsystem bereitgestellt würden,
- wenn den Menschen das Überleben der nachfolgenden Generationen keineswegs
gleichgültig wäre.
Die Ziele, zu denen die nachstehenden
Reformen führen müssen, sind ganz klar definiert in der Charta der
Menschenrechte der Vereinten Nationen.
2.1 Politische Reformen
a) Schritte der Reformen auf Einzelstaatsebene
b) Reformen auf regionaler Ebene
c) Weltpolitische Möglichkeiten
d) Reform der Staatsformen
(Demokratien, vor allem der Diktaturen,
verstärkter Minderheitenschutz, Wahlrechtsreform, Staatsverwaltung auf
Weltbundesebene)
2.2 Soziale Reformen
a) Begrenzung des Bevölkerungswachstums
Mit wirtschaftlicher
Sicherstellung geht erfahrungsgemäß ein Rückgang der Geburtenzahl einher. In
der Bundesrepublik Deutschland, beispielgebend für eine Industrienation, nimmt
die Bevölkerungszahl wahrscheinlich in Zukunft ganz erheblich ab, was sich nur
deshalb nicht so stark auswirkt, weil mehr und mehr Ausländer aufgenommen
werden und auch aufgenommen werden müssen. Nur durch den Zustrom junger
ausländischer Menschen kann der Staat seine sozialen Verpflichtungen erfüllen;
denn die Überalterung der einheimischen Bevölkerung wird zunehmen.
Schauen wir uns einmal die
Prognose an:

Nachdem eingesehen worden
ist, daß die uns naturgegebene (von den Religionen aber unterdrückte)
Sexualität, übrigens als Antrieb sogar zur Forschung und Wissenschaft (als
Neugierde), Freude bereitet, zu einem glücklichen Leben voll ausgelebt werden
sollte und damit kein Thema hinter verhohlener Hand und in Bierlaune für
dreckige Witze mehr sein braucht, können Methoden zur Verhütung der Schaffung
eines neuen Lebewesens beim lustvollen Zusammensein mit einem Partner offen diskutiert werden.
Da heute wegen der
Gefahr durch Geschlechtskrankheiten, insbesondere durch das immunschwächende
Virus HIV (AIDS = Acquired Immunity Deficiency Syndrom) Kondome die sichersten
Mittel gegen Ansteckung bei einem wenig bekannten Partner sind, kann (vorerst)
darauf nicht verzichtet werden.
Um die Ausbreitung von
Geschlechtskrankheiten zu verhindern, sollten regelmäßige Blutuntersuchungen
durchgeführt, jedoch nicht staatlich angeordnet werden.
Es stehen heute folgende
Möglichkeiten der Empfängnisverhütung zur Verfügung:
- die Pille für die Frau
- die Pille für den Mann
- Sterilisation, was beim Mann die einfachste Methode darstellt, da kein
schwerer Eingriff erforderlich ist. Es wird einfach nur der Samenleiter
durchtrennt.
b) Schritte der Reformen bestehender
Kulturstrukturen
c) Reformen auf regionaler Ebene
d) Machtverteilung und Machtkontrolle und zur
Erreichung einer Mindestlebensqualität für alle Menschen und Einführung einer
Verbindlichkeit für die Menschenrechte
e) Ausgleich des "Nord-Südgefälles"
2.3 Wirtschaftliche Reformen
Eine Wirtschaftsreform
kommt mit Sicherheit nicht von alleine. Da muß Druck ausgeübt werden, der
wahrscheinlich - wie immer - von "unten" kommen muß; denn die Regierungen
vertreten (konservativ) die Interessen der Machthaber.
Es werden sich
wahrscheinlich (weitere) Bürgerinitiativen bilden, die jedoch kaum Gehör
finden, falls sie sich nicht zusammenschließen.
a) Art der Reformen
b) Gesetze, Verordnungen, Richtlinien
c) Schritte der Reformen auf
Einzelstaatsebene, auf regionaler Ebene und weltwirtschaftliche Möglichkeiten
d) Gemeinsame Rohstoffverwaltung und -nutzung,
sowie Wiederverwendung von Rohstoffen
Wir haben gesehen, daß die
Vorräte an Rohstoffen in den nächsten Jahren zu Ende gehen (früher oder später,
was jedoch zur Zeit überhaupt nicht zur Sprache kommt). Wegen der Wichtigkeit
dieser Tatsache sei die Tabelle, diesmal als grafische Darstellung wiederholt:

e) Energieeinsparungen und Umstellung auf
alternative Quellen
f) Umverteilung der finanziellen Mittel
g) Beseitigung der Umweltschäden
2.4 Ständige Aufklärung der Menschen über die
Situation, in der sie sich befinden und über Machbarkeiten zur Kastastrophenverhinderung, zumindest Milderung der Katastrophe
a) Kritik an bestehenden Systemen
Es wird viel in den Medien
an den Bestehenden System "rumgemeckert", aber nur in den Industrienationen.
Täglich wird von Skandalen berichtet, z.B. in den ersten Julitagen 1993 allein
aus Deutschland:
- Affäre um das Aufklärungsflugzeug "Lapas": Gegen Norbert Gilles, Mitarbeiter
des Verteidigungsministeriums, ist Anklage wegen "Vorteilsnahme,
Bestechlichkeit und Untreue" erhoben. (Er soll deutschen und ausländischen
Rüstungsfirmen unrechtmäßig Aufträge zugeschustert haben. Die Bestecher gehen
aber ungeschoren davon; denn in der Industrie ist Bestechung kein Delikt.)
- Auf einem Bahnhof wird ein mutmaßlicher Terrorist, der sich der Festnahme
widersetzt, erschossen. Der Fall kann nicht geklärt werden, obwohl viele Zeugen
vorhanden. Der Innenminister tritt zurück und der Generalbundesanwalt wird
zurückgetreten.
- Plutonium-Reste aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik liegen
ungesichert umher. Die Verantwortlichen von Bund und Ländern können sich nicht
über die Verantwortung für die Entsorgung einigen.
- "Parlamentarier lassen sich großzügig aus den Fraktionskassen bedienen.
Gesetzliche Kontrollen sind leicht zu umgehen" ("Der Spiegel" 29/1993.)
- Geldfälscherei: 1,7, Millionen an nachgemachtem Geld wurden von der Polizei
aus dem Verkehr gezogen.
- Ignazio López wechselt gegen 5-Jahresvertrag von 30 Millionen Mark und einige
andere Mitarbeiter von Opel zu VW. Er soll eine Wagenladung an betriebsinternen
und geheimen Dokumenten mitgebracht haben, was VW energisch bestreitet. (Lopez
ist bekannt als rücksichtloser Einkäufer.)
- Hungerstreik gegen Arbeitsplatzverlust in einem thüringischen Kalibergwerk,
das geschlossen oder saniert (gesundgemacht) werden soll. Regierung redet von
Erpressung.
- In der Universitätsklinik von Hamburger erlitten krebskranke Patienten schwere
Strahlenschäden.
- Ein Fotograf und ein Grafiker haben eine Stellwand gemietet und ein Plakat mit
3 Ordnungshütern als Affen aufgeklebt, das die Sätze enthielt: "nichts hören,
nichts sehen, nichts sagen" als Anspielung auf den Tod des oben erwähnten
mutmaßlichen Terroristen. Das Plakat wurde von der Polizei entfernt. (Artikel
5 - Meinungsfreiheit - des Grundgesetzes nicht mehr gültig in Deutschland?)
- Pleite einer Reisegesellschaft "Travelline" genannt, die offensichtlich
gefälschte Flugscheine verkauft haben, d.h. ohne Reservierung bei
entsprechenden Fluggesellschaften. Tausende von Urlaubern wurden ausgeflogen
und dann saßen sie fest, da keine Rückbuchung von der Reisegesellschaft bezahlt
worden war.
Kommentar: Dieser Fall ist deshalb so erwähnenswert, weil die deutsche
Regierung haftbar gemacht werden kann; denn sie hat versäumt eine Richtlinie
der Europäischen Gemeinschaft anzuwenden, wonach Reisegesellschaften die Kunden
gegen solche Ereignisse zu versichern hat. "Dann hätten die Leute um die 3 Mark
mehr für den Urlaubsflug zahlen müssen", erklärt die zuständige Ministerin. Sie
hat es also nur gut gemeint, nicht wahr? Denn 3 Mark ist viel Geld, wenn die
Leute in einem Urlaub Tausende ausgeben. Die Strafrechtsverfolger erzählen der
Presse, daß die Verantwortlichen in der Pleitefirma alle bekannt seien und ihr
Aufenthaltsort auch. Es bestünde kein Anlaß, sie wegen einer strafbaren Handlung
in Gewahrsam zu nehmen. Dabei ist die Aushändigung eines Flugscheines, der keine
"Deckung" hat, also für den das Geld für den Transport nicht an die
Fluggesellschaft weitergegeben worden ist, wie ein gefälschter Geldschein, die
bewußte Ausstellung eines ungedeckten Schecks, was als Betrug gewertet wird,
aber nur im kleine Stil offensichtlich.
Es kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, daß solche "Vorkommnisse" von den
Medien verbreitet werden dürfen (in Entwicklungsländern undenkbar).
An dieser Stelle möchte ich einen Kommentar von Viktor Butscher, Mitarbeiter
der Deutschen Welle, zitieren, der im Zusammenhang mit der oben erwähnten
Lopez-Affäre (als "Politisches Tagebuch") steht und am 1. und 2. August 1993
ausgestrahlt wurde. Herr Butscher hat mir freundlicher Weise erlaubt, seine
Ausführungen zu verwenden:
"Es gibt auch Fernseh-Erlebnisse, die niemand so schnell vergißt, so etwa
vergangener Woche. Die Szene war an theatralischen Effekten unüberbietbar.
Kein Mephisto auf der Bühne hätte das so hingekriegt: Mit schneidender Ironie,
von geradezu sadistisch-lustvoller Mimik begleitet, sprach da VW-Chef Piëch von
ganz oben herab über die Opel AG. Mundwinkeln und Gesichtsausdruck fiel dabei
die Aufgabe zu, besondere Verachtung beziehungsweise eigene Urkraft
auszudrücken. Der zu VW gewechselte Spitzenmanager Lopez habe keine geheimen
Industrieunterlagen von seinem früheren Arbeitgeber Opel/General Motors
mitgenommen - und wenn, dann sei ihm der Inhalt jenes Koffers untergeschoben
worden. Die geradezu diabolische Gebärdensprache des VW-Mephistos strahlte
unendliche Überlegenheit, Eiseskälte und Verachtung aus. Zwischen der Nummer
eins der europäischen Automobilbranche und der Nummer vier liegen Welten,
suggeriert er mit erzbösem Blick und laszivem" (lüstern, wollüstigem)
"Mienenspiel. Dann fallen Worte wie »Feldzug«, »Schlacht«, ja »Krieg«: ein Krieg
übrigens, den er »mit allen Mitteln« gewinnen wolle - so die Sprache des
konzerngewaltigen Siegers...
Doch wie bei Kriegen, die Politiker und Generäle erklären, so stellt sich auch
hier die Frage: Wer bezahlt am Ende die Rechnung, auf wessen Kosten gebärden
sich die hohen Industriekapitäne so bellezistisch (kriegerisch)? Nein, die
Herren sollten doch nicht so miteinander reden, meinte denn auch gleich
Bundeswirtschaftsminister Rexrodt, das könne am Ende doch nur dem
Industriestandort Deutschland schaden... Aha, es ist wie bei dem Fremdenhaß:
Geschmacklosigkeit und mangelnder Anstand werden erst als anstößig empfunden,
wenn sich finanzielle Auswirkungen ankündigen...
Eine Szene von entlarvender Offenheit. Wie zu Hause vor dem Spiegel einstudiert,
so wirkte sie auf dem Bildschirm: Haß, Feindschaft, ja Krieg und
Vernichtungswille lagen darin. Das, was sich anderswo in Europa tatsächlich
abspielt - hier freilich, in diesem Milieu der feinen, nur eben gerade mal
ausgeflippten Wirtschaftsoberen - hier ist es ja bloß angedeutet als mögliche
Wirklichkeit und Konsequenz: Krieg. Die Konkurrenz in der Wirtschaft ist
brutal, gnadenlos. Der Glaube an eine »soziale« Komponente gerät dabei zu naiver
Rührseligkeit.
Doch nicht nur in der Wirtschaft, der Umgangston in der Gesellschaft insgesamt
ist rauher geworden. Wie reden Politiker mit- und übereinander? Für Politik-
und Politikerverdrossenheit stapeln sich täglich die Belege. Aber auch
Selbstkritik ist angebracht, denn auch die Medien wollen da keineswegs
zurückstehen. Ein Interview ohne respektlose oder gleich verletzende Fragen
ist uninteressant. Das Grelle, der Nervenkitzel, die Sensation zählt, weniger
die Menschenwürde, die Achtung vor dem anderen, die Schonung seiner privaten
Bezirke. Da wird nicht selten kaltschnäuzige Frechheit schon als Leistung
ausgegeben oder mißverstanden, hemdsärmelige Rücksichtslosigkeit als mutige
Enttabuisierung.
Wahrscheinlich sind die ruppigen Umgangsformen, das Schwinden guter Manieren,
ein Reflex des sich zuspitzenden Wettbewerbs- und Verteilungskampfes in der
verunsicherten Wohlstandsgesellschaft. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, im
Übermaß aber auch den rücksichtslosen Egoismus, zumindest in Zeiten der
Rezession. Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen.
Eine »Schlacht der Worte«, so nennt eine deutsche Tageszeitung die gehässige
Polemik der Industriekapitäne. Doch Vorsicht, auch echte Schlachten beginnen
mit Worten, die von Mal zu Mal schärfer werden."
Ein weiterer Kommentar, der von Claus-Dieter Gersch, ebenfalls von der Deutschen
Welle, am 12. September 1993 ausgestrahlt wurde, sei ebenfalls (mit Genehmigung
von Herrn Gersch) wiedergegeben. Es geht um "Gift am Bau":
Ein neuer Skandal kündigt sich an:
Kaum ein Haus, das in den letzten 30 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland
gebaut worden ist, dürfte davon ausgenommen sein. Überall wurde und wird beim
Bau Mineralwolle verwendet - je mehr desto besser. Dann das Zeug dämmt
wunderbar, läßt Wärme nicht hinaus und Kälte nicht herein; so wünscht es auch
der Gesetzgeber mit dem Ziel, Heizenergie zu sparen: also Öl, Gas und Strom.
Fleißige Häuslebauer kennen die grauen und gelben Rollen und Platten aus eigener
Anschauung und hautnah. Zwischen die Dachsparren gedrückt und getackert (mit
einem Gerät, das wie ein Papierhefter Klammern setzt), bleibt´s unterm Dach
völlig warm, etwaige Hohlräume werden mit Mineralwolle ausgestopft; auch
Zwischenwände werden so gedämmt, und wer Mineralwolle als Trittschalldämmung im
Boden verwendet, kann sicher sein, daß die Mieter unten weniger von ihm hören;
auch Heizungsrohre lassen sich in Wolle betten.
Häuslebauer kenne aber auch die unangenehmen Seiten dieser Dämmstoffe: das Zeug
juckt am ganzen Körper, manchmal zeigt sich Ausschlag. Man fühlt sich fiebrig
und hustet. Nach ein paar Stunden ist alles vorbei. Manch einer hat schon vor
Jahrzehnten gefragt: Seltsam, daß so etwas verkauft werden darf. Und ganz
Mißtrauische haben sich an staatliche wissenschaftliche Institute und
Testlabors gewandt mit der Bitte, den Dämmstoff zu untersuchen. Heute wissen wir
nach 30 Jahren und mehr - , daß Mineralwolle aus Glas-, Keramik- und
Steinwollfasern "nachweislich beim Menschen krebserregend" sein kann. 30 Jahre
und mehr mußten vergehen, ehe nun die Deutsche Forschungsgemeinschaft in
Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt durch Rattenversuche herausgefunden hat,
daß der Stoff ebenso gefährlich ist wie Asbest. Und wer annimmt, nun müsse doch
jemand "Alarm" rufen, nun müsse man doch etwas tun, der täuscht sich: Der größte
deutsche Hersteller von Mineralwolle läßt wissen, es handele sich bisher
lediglich um Tierversuche. Die Produktion gehe wie bisher weiter.
So etwas hat Methode. Das war bei dem krebserregenden Asbest nicht anders, das
noch bis in die 80er Jahre hinein am Bau verwendet wurde. Eisenträger erhielten
feuerfeste Asbestummantelungen. Bauplatten gelangten dank Asbest in eine höhere
Feuerschutzklasse. Dachpfannen, Blumenkästen und Bremsbeläge wurden mit
Asbestfasern hergestellt. Dies alles geschah noch, als die ersten Toten in den
Fördergebieten dieser Welt bereits ein halbes Jahrhundert unter der Erde lagen;
Todesursache: Asbestose. Heute geht der volkswirtschaftliche Schaden in die
Milliarden: überall verseuchte Theater, Kindergärten, Schulen, Funkhäuser und so
weiter - sie müssen alle saniert werden; aber natürlich nicht auf Kosten der
Asbesthersteller und -verarbeiter, sondern auf Kosten der Kommunen und des
Staates. Die Zahl der Opfer, die Zahl der Menschen, die an Asbestose erkrankt
oder gestorben sind - sie ist nicht bekannt. Denn es ist schleichender Tod, der
sich über Jahrzehnte hinzieht. Die Fasern setzen sich in der Lunge fest,
verhärten das Gewebe, und wenn die Lunge nicht mehr mitmacht, dann kann das auch
andere Gründe haben: Wer wird schon den Nachweis führen wollen, daß er
Asbestfasern im Körper hat, und sollte das der Fall sein: Was nützt es dem
Betroffenen dann noch. Er wird im ganzen Lande keinen finden, der sich für
diesen gesundheitlichen Schaden verantwortlich fühlt.
Skandalös ist auch der Verkauf giftiger Holzschutzmittel in den 70er Jahren
gewesen. Hunderttausende Heimwerker und Handwerker haben damit holzverkleidete
Decken und Wände gestrichen. Und als die ersten über Haarausfall und
Kopfschmerzen klagten, über Übelkeit und psychische Störungen, da geschah
überhaupt nichts. Die Firma produzierte und verkaufte das giftige Zeug weiter.
Und als sie es vom Markt nahm, waren einige Heimwerker und Handwerker bereits
Frühinvaliden geworden.
Alle drei Fälle zeigen, wie unverantwortlich groß der Rahmen hierzulande ist, in
dem bestimmte Industrien agiern dürfen, und wie klein dieser Rahmen für den
Gesetzgeber zu sein scheint. Viel zu selten traut sich der Staat "nein zu sagen,
wenn das Leben seiner Bürger bedroht ist. Ein Skandal ist nach wie vor, daß
Betroffene in jahrelangen Prozessen, die kein Mensch bezahlen kann, dem
Hersteller nachweisen müssen, daß sie durch sein Produkt krank geworden sind.
Und wer einen solchen Prozeß wagt, weiß nicht, ob er das Urteil noch erleben
wird."
b) Schlußfolgerungen aus der Kritik
Ohne Kritik und Aufdeckung von Problemen kann keine Lösung gefunden werden. Aber
die Lösungen können nur von Menschen mit Willen zur Macht durchgedrückt werden -
es immer und immer wieder zu betonen. "Einfache" Kritiker werden gerne von den
etablierten Machthabern als idealistische, im Sinne von völlig
Wirklichkeitsfremden Spinnern heruntergemacht. Erst als sich eine neue Partei
formierte, die sogenannte Grüne Bewegung, wurde Druck und
Öffentlichkeitsinformation auf breiteren Basis ausgeübt. Ohne organisierte
Protestbewegungen, "Aufstand der Massen" geschieht nichts.
Aber - auch das immer wieder betont - die sich "neu" formierenden Menschen mit
Willen zur Macht sind als Gefahr anzusehen, wenn sie nicht im rechten
Augenblick bei ihrer Geilheit zu mehr und mehr Macht beschnitten werden.
Es gibt heute durchaus Lösungsvorschläge zur Abwendung der Gefahr, in der sich
die Menschheit (teilweise unwissentlich) begeben hat. Es ist aber noch ein
weiter Schritt, diese anzuwenden und den Mitmenschen zu "verkaufen". Aus der
Systemanalyse, die Schwachpunkte aufdeckt, muß als Ergebnis ein
Verbesserungsvorschlag herauskommen. Gute Lehrbücher über Systemanalyse
bringen daher ein Kapitel: "Wie verkaufe ich meinen Vorschlag?"
Leider sind die derzeitigen Kritiken an bestehenden Systemen nicht koordiniert,
d.h. in ihrer Vernetzung, im großen Zusammenhang dargestellt. Aber Teillösungen
werden nicht den Erfolg bringen können, der dringendst anzustreben ist.
Kommentar:
Ich habe zwar versucht, in diesem Buch auf die Zusammenhänge insgesamt
hinzuweisen. Aber auf ein paar hundert Seiten ist es nicht möglich, das in der
notwendigen Ausführlichkeit zu tun. Auch kann heute kaum noch ein
Einzelindividuum mit beschränktem Sach- und Fachwissen sich anmaßen, die
Lösung anzubieten. Ein Gehirn reicht nicht mehr aus, alle Fach- und
Sachkenntnisse zu haben und zu verarbeiten.
3 Umsetzung derzeitiger Erkenntnisse
3.1 Bewußtseinsbildung
a) Allgemeine Bewußtseinslage - Selbstkritik
Überall auf der Welt hört
man die Menschen sich beklagen über Mißstände, am Arbeitsplatz über die
Unfähigkeit von Kollegen und die Blockierung der Arbeit durch die Verwaltungen,
über Unfähigkeit der Regierungen, über Ungerechtigkeiten. Die Liste kann weit
ausgedehnt werden.
Aber was geschieht? Was
sind die Ergebnisse dieser Kritik? Sie ist "unausgegoren", nicht analytisch;
d.h. niemand macht sich die Mühe, die Gründe, besser gesagt die Hintergründe,
die Ursachen der Mißstände zu suchen.
Es ist sehr leicht, den
"Dorn" im Auge des anderen zu erkennen aber nicht den "Balken" im eigenen.
Ich war oft am Strand von
Tartous, einem Küstenort am syrischen Mittelmeer mit einem kahlen Strand ohne
Grünzeug, d.h. keinerlei Strauch- oder Baumwuchs, überseht mit Abfällen jeder
Art, frei von jeglichem Getier- wie alle Orte in islamischen Ländern. Es ist
nicht möglich, dort ohne Fußbekleidung über den Sand zu laufen, über
zersplitterte Glasflaschen, über scharfe, weggeworfene Coladosenverschlüsse,
Plastik und sonstige Abfälle aller Art.
Auf dem Bild gibt es
tatsächlich spärliche Pflanzen, weil - wie ich zufällig sah, Putzwasser oder
sonstiges nicht definierbares Wasser über die Brüstung gekippt und ansonsten das
Gelände sich selbst überlassen wurde. Das Haus gehörte einer Art
gewerkschaftlicher Organisation und konnte zur Urlaubszeit angemietet werden.
Durch einen Klick auf das
Bild kommen Sie zu einer Webseite mit einigen weiteren Fotos aus der relativ
liberalen, aber dennoch vollkommen von religiösem Gedankengut, insbesondere
islamischer Art geprägten Syrisch-Arabischen Republik.

Sichtbar leben wir im
Plastikzeitalter. Aber wenn das Öl zu ende gegangen ist, dann wird spätestens
die Natur von weiteren Plastikbelastungen verschont.
Einem jungen
Strandwächter gegenüber beklagte ich den entsetzlichen Zustand, der das auch
traurig fand und meinte, daß die Leute zu unordentlich und rücksichtslos seien.
Er öffnete eine neue Zigerattenpackung. Natürlich flog die Folieneinwicklung
auf den Boden. Dann nahm er aus seinem Plastikbeutel ein in Papier und Plastik
eingewickeltes Fladenbrot. Auch diese Verpackung wurde einfach weggeworfen. Als
ich das verwunderlich fand, weil er selbst doch die Unordnung kritisiert habe,
schaute er mich verblüfft an und sagte: "Ja, aber wohin soll ich das Zeug denn
werfen?"
Ich schlug vor, es nach
Hause mitzunehmen und dort in den Abfalleimer oder den Müllkontainer vor dem
Hause zu tun.
Aber das hielt er für
unzumutbar: "Ich kann doch den Dreck nicht nach Hause bringen."
Ein anderen junger Mann
behauptete ernsthaft, daß man hier nichts machen könne; denn die Abfälle würden
von der europäischen Küste, vor allem von Griechenland angeschwemmt.
Also war wieder einmal eine
Möglichkeit gefunden worden, die Schuld anderen zuzuschieben.
Es scheint eine zu große
Schwierigkeit zu sein, die eigene Unzulänglichkeit zu erkennen oder - besser
gesagt - erkennen zu wollen; denn daraus würde sich ergeben, daß eingefahrene
Gewohnheiten aufgegeben werden müßten, daß vielleicht etwas mehr nachgedacht
werden müßte, ehe eine Handlung ausgeführt wird, daß eventuell etwas Mehraufwand
in eine Tätigkeit, eine Arbeitsleistung zu stecken wäre.
Ich halte den Mangel an
eigener Kritikfähigkeit und an Kritikwillen sich selbst gegenüber für eines der
größten Hindernisse zu Verbesserungen.
Nur über Gesetze, Gebote,
Verbote können die Menschen reglementiert werden, das bedeutet nur durch
Strafen, zumindest mit Nachteilen bei Nichtbefolgung dieser Gesetze, Gebote,
Verordnungen. Kostet das Wasser nichts, wie in vielen Entwicklungsländern, wird
kein Wasserhahn zugedreht. Aus Eigeneinsicht wird nicht gehandelt.
Kostet der Strom nichts,
bleiben in den Büros die Lampen an, bis die Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren
ihren Geist aufgegeben haben. Wenn da doch wenigstens der Lichtschalter
eingespart worden wäre, um die Baukosten zu verbilligen.
b) Hindernisse zu notwendigen Reformen und
Überwindung der Hindernisse
Nachdem wir etwas von
Massenpsychologie kennengelernt haben, wissen wir, daß es große Rolle
spielen wird, welche zur Macht Strebenden die Volksmassen "mitreißen" werden,
diejenigen, die ausschließlich eine Situation zu ihrem eigenen Vorteil
ausnutzen wollen ("Volksverführer") oder Menschen, deren Hauptanliegen
(vorerst) eine Verbesserung dieser Situation ist. (Ich habe die Einschränkung
"vorerst" eingefügt, weil alle, die zur Macht streben, irgendwann in einer
Machtposition den Weg allen "Menschlichen" gehen und - ideologisch engstirnig -
nur noch an der Festigung ihrer Macht interessiert sind, mit allen Mitteln.)
Psychologie der Aggressivität und Macht
Andere psychologisch begründete Hindernisse
Drogenprobleme, zunehmende
Kriminalität, damit Absorption von Energie und Verminderung des sozialen
Bewußtseins.
Frustation, Nachlässigkeit, nach mir die
"Sintflut" und "ist- nicht-mein-Bier-Mentalität"
Komplexität der Probleme und unzureichende
Kenntnisse
Berechtigte Ansprüche aller Lebewesen
Verwaltungsprobleme und Mittelverteilung
c) Rein persönliche Meinung
Mir persönlich scheint es
fast unmöglich, das Bewußtsein meiner Mitmenschen dahingehend zu ändern, daß ein
besseres Miteinanderauskommen unter uns Menschen und auch mit der Umwelt in
naher Zukunft (wenn überhaupt) erreicht werden kann.
Mir ist völlig
unverständlich, welche Freude und welches Vergnügen Menschen an der
Jagd haben können, an einem Stierkampf, der sich in Spanien niemals
abschaffen läßt, an Hahnenkämpfe, vor allem in ostasiatischen Ländern.
Selbst auf dem Lande
aufgewachsen, hatte ich Gelegenheit an Treibjagden teilzunehmen, wofür ich als
noch recht kleiner Junge etwas Geld bekam. Da ballerte dann der
Jagdrevierbesitzer mit verbissenem Gesichtsausdruck auf die Tiere, als hätten
sie ihm etwas angetan, wofür er sich rächen nun werde. Die Gejagten liefen in
Todesangst umher. Manche wurden tödlich getroffen und andere lediglich
verletzt. Bei einem späteren Besuch der Gegend, wo sich das Gemetzel angespielt
hatte, sah ich einmal einen Hasen, dessen halbe Kopfseite völlig blut- und
eiterverschmiert war, ein anders Mal ein Rebhuhn, das dabei war zu verenden. Da
habe ich dem jagdlüsternen Fabrikbesitzer, der seine Firma mit hilfe von
russischen Fremdarbeitern während des zweiten Weltkrieges zu
wirtschaftlichem Erfolg gebracht hatte, auch den Tod gewünscht. (Heute stehe
ich jedoch voll hinter dem Grundgesetz der deutschen Bundesrepublik - ich will
es als großartige Errungenschaft bezeichnen: Artikel 102 "Die Todesstrafe ist
abgeschafft".)
Es ist mir auch nicht
möglich, nachzuempfinden, wieso heute noch eine Lösung eines Konfliktes mit
militärischen Mitteln geplant werden kann. Diese Gedankengänge können nur
aus einem verbrecherischen Gehirn entspringen; denn es werden ja Kriege
ausschließlich aus rein persönlichen Machtinteressen geführt [x]. Zu Zeiten des
letzten deutschen Kaisers wurde dem Volk eingehämmert, daß Frankreich der
Erbfeind sei. Heute gibt es andere Feindbilder.
Es wäre völlig ausreichend, das "Militärpotential" eines einzigen
Mitgliedslandes des Nordatlantikpaktes als ausreichenden Schutz aller
Mitgliedsländer aufrecht zu erhalten. Das scheitert aber am kleingeistigen
Denken auf Einzelstaatebene. Mit Verlust der Unabhängigkeit wird
argumentiert.
Das Thema "Tierversuche"
fällt in die Kategorie der Aggressivität, etwas zu erforschen, um sich einen
Namen zu machen [x]. Für mich sind die Experimentatoren an Tieren Unmenschen
oder besser gesagt, noch Nichtmenschen.
Auch ist mir völlig
unverständlich, wieso die Gottesdienste auch immer noch sogar von
einigermaßen gut ausgebildeten und in der Welt umhergekommen Menschen besucht
werden. Das ist doch der Beweis für den starken Kindheitseinfluß: Die Religion,
in die Menschen hineingeboren worden sind, behalten sie in der Regel auch.
Der für organisierte religiöse Zwecke betriebene Aufwand wäre für andere
Dinge angebrachter. Ich hätte nichts gegen die Umwandlung der religiösen
Gebäude in Museen einzuwenden, die den Personen gegen Zahlung einer
entsprechenden Gebühr zu religiösen Handlungen nach wie vor zur Verfügung
stehen könnten.
Offensichtlich ist das
egoistische Potential der Menschen, das sogar weit in kriminelle Tendenzen
mündet ("Umgehung" von Steuerzahlungen, "Nutzung der Gelegenheit", einer
Versicherung etwas mehr anlasten zu können in einem Schadensfall) unheimlich
hoch und damit die Aussicht auf eine Gesellschaft, in der Gleichheit und
Freundschaft untereinander beherrschend sind, sehr gering. Wenn jemand ein,
durch einen Unfall beschädigtes Auto in eine Werkstatt bringt und der
Werkstattinhaber sogar rät, ein paar kleinere Reparaturen, die mit dem Unfall
nichts zu tun haben, gleich mit ausführen zu lassen und auf die Rechnung an die
Versicherung zu setzen, dann zahlt dafür die Gemeinschaft der Prämienzahler. Der
Versicherung ist das gleichgültig. Kommt sie nicht mehr klar mit den Einnahmen
zur Kostendeckung, werden die Prämien erhöht.
Durch Vermeidung der Ausnutzung von Versicherungen insbesondere durch
Einsicht in die Notwendigkeit von Steuerzahlungen könnten, nach Schätzungen
von Fachleuten (Bund der Steuerzahler, Versicherungsexperten) um die 150
bis 200 Milliarden DM allein in der Bundesrepublik Deutschland eingenommen
werden.
Genauso wenig werde ich
verstehen können, wie es zu Rassenhaß [x] kommt, der sogar soweit geht,
daß irgendwelche Menschen anderen Aussehens angegriffen werden, ja daß sogar
ganze Völker systematisch ausgerottet werden.
3.2 Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung
a) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung
in Industrienationen
In den Industrienationen
bestehen hohe Aussichten, daß sich das Bewußtsein durch umfassende Information
ändert. Die Frage ist nur, wie die sogenannte breite Masse der Bevölkerung
angesprochen werden kann, die nach einer Arbeitszeit in völliger Unfreiheit
nicht gewillt ist, auch noch während der privaten Zeit dauernd mit Problemen
konfrontiert zu werden. Da wäre es Aufgabe von Soziologen, speziell von
Psychologen vorzuschlagen, wie die Informationen nicht einfach nur sachlich
verbreitet, sondern in Form von beispielsweise Spielfilmen von den Medien
"schmackhaft" gemacht werden können.
Den Medien fällt eine
ungeheure Verantwortung zu. Uneingeschränkte Medienfreiheit, das ist die
Freiheit der Medieninhaber, ist zu überdenken.
b) Wahrscheinlichkeit der Bewußtseinsänderung
in den sogenannten Entwicklungsländern
Nach den derzeitigen
Gegebenheiten in den meisten Entwicklungsländern .......
c) Überwindung von Voreingenommenheiten und
Traditionen
3.3 Abwendung der Gefahr durch den Menschen
(Durchführungsmöglichkeiten)
a) Der Mensch als einziges Wesen, das die
Gefahr erkennen und gegensteuern kann, aber...
Leider gibt es nur wenige
Mitmenschen, die die Gefahr einer Katastrophe, eines völligen Zusammenbruch des
derzeitigen Natur und der daraus sich ergebenden Unmöglichkeit, die
Weltbevölkerung weiter zu tolerieren, erkennen (können).
Die sogenannte breite Masse
hat nicht die Informationen, d.h. notwendige Ausbildung dazu. Sie unterliegt der
Massenpsychologie, wird sich der einen oder anderen mehr oder weniger extremen
Richtung einordnen.
Diese breite Masse wird
also nach wie vor ihren Führern und Verführern folgen.
b) Voraussetzungen zur Abwendung der Katastrophe
Umdenken und Abwendung von gewissen Traditionen
Am 17. Mai 1993, berichtete
die Deutsche Welle in ihren Nachrichten, daß im Iran ein Gesetz verabschiedet
worden sei, womit das Bevölkerungswachstum eingedämmt werden könnte. Das wäre
eine Voraussetzung, daß nämlich die von unserer Erde nicht mehr ertragbare
Menschenzahl stabilisiert, ja reduziert wird, was natürlich nur über
Geburtenkontrolle geht. China und Singapur haben das schon lange mit recht guten
Erfolgen durch Aufklärungsaktionen, aber auch die Strafandrohungen erreicht
(Einführung einer "Kindersteuer").
In Indien scheiterten
bisher alle Versuche in dieser Hinsicht. Selten geht etwas ohne Druck und Zwang
- leider.
c) Dringlichkeiten
d) Technische und wirtschaftliche Mittel
Technisch und
wirtschaftlich sind alle Möglichkeiten vorhanden, die Katastrophe abzuwenden.
Wir müssen nur wollen.
Es kann auf alternative
Energie umgestellt werden, die jedoch z. Z. vergleichsweise zu den
herkömmlichen Möglichkeiten wesentlich teurer ist (und daher keine Aussicht
hat).
Durch die Umstellung auf
alternative Energie können wichtige Rohstoffe geschont werden. Es ist
wahnsinnig, das wertvolle Rohöl, das für Kunststoffe, Medikamente, ja künstliche
Nahrungsmittel genutzt werden sollte, einfach zu verbrennen.
Weitgehende
Wiederverwendung von Material als Rohstoff ist technisch möglich, allerdings
derzeit auch zu teuer. Dennoch gibt es keine Alternative zur Wiederverwendung
und Wiederaufbereitung der Nutzung von Wirtschaftsgütern, die im Schrott und
auf dem Abfallhaufen gelandet sind und sie wieder in den Wirtschaftskreislauf
einzubringen (Recycling).
Durch Umverteilung der
Arbeit und Verhinderung der Konfliktaustragung mit militärischen
Mitteln stünden genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um angerichtete
Umweltschäden zu reparieren und weitere zu verhindern:
- Wasserklär- und
Wiederaufbereitungsanlagen vor allem in den unterentwickelten Ländern, wo nichts
in dieser Hinsicht unternommen wird.
- Wiederaufforstung
von Wüstenrand- und anderen Zonen und (vorerst) künstliche Bewässerung.
Sparmaßnahmen und
Produktionsumstellungen können eine erhebliche Schonung der, vor allem für die
nachfolgenden Generationen unerläßliche Reduzierung der Ausbeutung der
Naturrohstoffe zusätzlich ermöglichen:
- Statt
Papierverbrauch mit zig Fotokopien in den Unternehmen und Behörden: Darstellung
von Informationen auf dem Computerbildschirm; Informationsfernübertragung.
- Spülwasser kann zur
Pflanzenbewässerung gesammelt werden und das Duschwasser zur Autowäsche (vor
allen in Entwicklungsländern, wo keine Wasserwiederaufbereitung gemacht wird).
- Die Qualität der
Wirtschaftsprodukte und damit die Lebensdauer sollte verbessert werden, um von
der Wegwerfideologie loszukommen.
- Statt noch mehr
Kirchen und Moscheen sollten Schulen und Krankenhäuser gebaut werden.
Die Art und Weise der
Abfallbeseitigung ist völlig zu reformieren. Gegen Atomkraftwerke ist im Prinzip
nichts einzuwenden, deren Sicherheit nach dem neuesten Stand keinen GAU
(größten, anzunehmenden Unfall) mehr ermöglicht. Die Rückstände, soweit nicht aufbereitbar, sollten mit Raketen in die Sonne geschossen werden. Ja, das ist
alles zu teuer, ich weiß. Was ist aber die bessere Alternative? Es ist - das
muß in diesem Zusammenhang mal erwähnt werden - welchen Energieverbrauch man
benötigt, bis man ein Atomkraftwerk betriebsbereit hat. Da gibt es das
Reaktordruckgefäß aus wertvollstem Stahl von bis zu einer Wanddicke von fast
einem Meter, bei einem Durchmesser von bis zu 20 Metern und einer Höhe in
derselben Größenordnung, mit austenitischer Innenbeschichtung
(unmagnetischer Stahl-Legierung mit Chrom, Nickel und Mangan, nicht härtbar,
aber sehr hitze- und korrosionsfest). Die Herstellung eines solchen Druckgefäßes
für viele Milliarden Mark, kann nicht mit dem Strom aus einem anderen
Atomkraftwerk erfolgen; denn da wird noch "fossile Glut" gebraucht (derzeit
zumindest).
Jede Herstellung von allem,
was uns selbstverständlich ist, ob Auto oder Rinderbraten braucht Energie, vom Beton bis zu den
Leistungsmasten, um die elektrische Energie vom Kern-Kraftwerk "wegzuschaffen". Uran muß gefördert und dann in sehr aufwendigen Verfahren (Kaskaden-Zentrifugen,
Diffusionsmethoden) für die "Brennelemente" aufbereitet werden
durch Trennung der verschiedenen Isotopen, d.h. um
- zumindest einen gewissen Mindest-Prozentsatz von bestimmten Neutronenzahlen in
den Uran-Atomkernen isoliert zu bekommen. Das alles ist sehr aufwendig und wird
kräftig subventioniert (staatlich gefördert). Wird das alles mal ausgerechnet
und exakt berücksichtigt, stellt sich die Frage: Lohnt sich das überhaupt?
Natürlich, wenn so ein Atomreaktor einmal läuft, dann pustet er kein
Kohlendioxyd und keine anderen Schadstoffe in die Luft. Aber es neue
Brennelemente gebraucht, alte sind unschädlich zu machen. Die im Laufe der Zeit
radioaktiv gewordenen Moderatoren zwischen den Brennelementen aus Grafit sind
auszutauschen und vieles mehr.
Leider ist es eine Illusion
(ein Wunschtraum), daß die Machbarkeiten auch gemacht werden; denn die rein
profitorientierte Wirtschaft wird da nicht mitmachen (können, um nicht in den
Ruin zu kommen). Die komplexe Weltsituation verhindert das; denn es können nicht
von heute auf morgen die Arbeitslöhne und Sozialstrukturen, die Billigprodukte
ermöglichen, angeglichen werden.
Die Rüstungsindustrie wird
sich mit Zähnen und mit Krallen gegen eine Umstellung der so profitablen (oft
völlig konkurrenzlosen) Produktion wehren.
e) Wettlauf mit der Zeit
Die Katastrophe wird sich
nach übereinstimmender Meinung von Fachleuten in den nächsten 100 Jahren so
zugespitzt haben, daß dann kein Ausweg mehr möglich ist.
Leider haben die
Erfahrungen der letzten 30 bis 40 Jahre mit den sogenannten Entwicklungsländern
gezeigt, daß aus macht- und wirtschaftspolitischen Gründen von Einzelpersonen
jegliche Entwicklung verhindert wurde. Die Ansätze zu politischen Reformen
(Revolutionen), z.B. zur Demokratisierung, aber nach bereits überholten
Vorstellungen, setzen sich zu langsam durch.
f) Abschätzung der Wahrscheinlichkeit menschlichen
Handelns
Es ist kaum anzunehmen, daß
sich weltweit das Bewußtsein der Menschen so rasch an die Veränderungen anpaßt,
um globale Gegenmaßnahmen gegen die drohende Katastrophe einleiten zu können.
3.4 Versagt der Mensch, hilft sich die Natur
selber
Sehr wahrscheinlich wird
die "Natur", die nach ganz bestimmten, uns jedoch nicht alle bekannten und
nachvollziehbaren Gesetzen abläuft, sich "selber helfen". Diese Aussage soll
natürlich nicht so verstanden werden, als gäbe es doch eine "höhere Macht", die
schließlich eingreift. Nein, das alles läuft chaotisch. Aber nach der
Chaostheorie pendelt sich immer eine Art von Gleichgewicht ein. Wenn da zu
viele Menschen z.B. auf der Erde sind, dann verschwinden sie auf "natürliche"
Weise.
a) Natürliche Dezimierung der Weltbevölkerung
Die Erde ist bereits
überbevölkert. Die zur Zeit lebenden Menschen können keineswegs alle mehr mit
dem versorgt werden, was für eine physische und psychische Existenz (in
Menschenwürde) erforderlich wäre:
- Sicherstellung der
Ernährung aller.
-Versorgung mit
Energie.
- Bereitstellung von
Wirtschaftsgütern (Autos und anderen Transportmöglichkeiten, Fernsehgeräten und
in Industrienationen selbstverständlichen Kommunikationsgeräten, wie Telefon,
Kühlschränken, Staubsaugern, Theater, Kinos, Freizeitzentren, Büchern und was
es sonst noch an Massenmedien gibt).
- Gute Ausbildung und
Kenntnisvermittlung an jeden, nicht nur, um den Einzelmenschen (das Individuum)
die Möglichkeit zu geben, am besten angepaßt in den Wirtschaftsprozeß
integriert zu werden. Nein, vor allem sehe ich eine gute Bildung als
Voraussetzung zur Verbesserung der Lebensqualität an.
- Soziale Versorgung,
d.h. Absicherung bei Krankheit und Unfähigkeit, sich selbst zu "ernähren". Die
medizinische Versorgung aller derzeit lebenden Menschen ist nur noch bei
sehr akuten Fällen möglich.
Es wird in Zukunft eine
unbeschreibliche Wasserknappheit geben, vor allem an sauberem Wasser. Daher
werden sich neue Krankheitserreger entwickeln, gegen die kein Kraut gewachsen
ist. Wegen der Bevölkerungsdichte werden sie die Menschheit überfluten und
hinwegraffen.
Wahrscheinlich werden aber
auch viele Tierarten, vor allem die in Konzentrationslagern eingesperrten
Nutztiere ebenfalls gefährdet sein.
Selbst, wenn es den
Biologen und Medizinern gelingen würde, Gegenmittel zu erfinden, wäre die
Versorgung des Großteils der von den Krankheiten befallenen aus Kostengründen
nicht möglich. Die Dinge werden also ihren Lauf nehmen.
b) Möglichkeiten der Natur
Durch die Erhöhung der
Lufttemperatur wegen der Anreicherung durch unseren Kohlendioxidausstoß
beginnen die Eismassen, die die Polgegenden überdecken, abzutauen. Der
Meeresspiegel steigt und wird große Landflächen bedecken. Die Überschwemmungen
werden einige unserer Mitmenschen hinwegraffen.
Durch die Klimaverschiebung
kommt es zu vermehrten Wirbelstürmen, zu Wolkenbrüchen, die sich mit
Trockenperioden abwechseln, was ebenfalls die Menschheit reduzieren wird.
Ganze Landstriche fallen
der Verwüstung anheim. Die Wüstenzonen dehnen sich immer weiter aus.
Alles das engt den
Lebensraum der verbleibenden Menschen weiter ein.
c) Die Natur erholt sich
3.5 Radikale Gedanken
Es bestünde die berechtigte
Hoffnung einer Vermeidung der sich ankündigenden Katastrophe, wenn einige
Radikallösungen in's Auge gefaßt werden könnten (Die folgenden Ansichten höre
ich sehr häufig.):
Erste Empfehlung
-
Die Entwicklungsländer, die lediglich nur
noch als "Ballast" empfunden werden müssen, wo keine Möglichkeit besteht,
daß sich dort das politische System und das allgemeine Behaftetsein in
Ideologien (Religionen) in naher Zukunft ändern wird, hermetisch und rigoros
isolieren. Natürlich müssen dazu die Grenzen völlig undurchlässig gemacht
werden, damit kein Handel, kein Verkehr, kein Kontakt mit der Außenwelt
mehr möglich ist.
-
Die Auslandskonten der Landesbesitzer müßten
eingezogen und zugunsten anderer Länder verwendet werden.
-
Der schleichende Tod dieser, regelrecht auf
diese Weise auf einem Abstellgleis vergessenen und unbeachteten Länder
würde sich ganz rapide beschleunigen. Die Menschenmasse würde sich also in
kurzer Zeit auf ein erträgliches Maß zurückschrumpfen. Wahrscheinlich würden
dann endlich die Ideologen und Landesbesitzer zum Teufel geschickt,
nachdem ihnen der Zugang zu Waffen zur Erhaltung ihrer Macht verwehrt ist.
-
Natürlich ist diese Vorgehensweise nicht
machbar; denn es würden zu viele unschuldige Menschen auf gräßlichste Weise
einem grausamen Ende ausgesetzt. Die Landesbesitzer würden natürlich nicht
daran denken, freiwillig von ihrer Machtgier abzulassen. Es käme also zu
einem unvorstellbaren Gemetzel.
-
Mit Sicherheit würden profitsüchtige
Geschäftemacher alles daran setzen, um aus der Situation Kapital zu
schlagen. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß eine totale Blockade technisch
und in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen nicht durchführbar ist. Appelle an
die Vernunft und Einsicht nützen aber auch nichts. Sie sind bloße
Sprechblasen.
Diese Radikallösung ist moralisch in jedem Falle
abzulehnen und ein solcher Vorschlag wird auch praktisch scheitern, weil (zum
Glück) keine Einigkeit über die Durchführung erzielt werden wird.
Zweite Empfehlung
-
Gelänge es auf der Ebene einer zumindest
Fastweltregierung neue Gesetze und Konventionen festzulegen, die neben
Kriegsverbrechen auch Menschenrechtsverletzungen mit Konsequenzen belegt,
also mit Verhaftung und mit Isolierung von der menschlichen Gemeinschaft
und Verlust der Rechte, an einem Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen,
dann könnten die Diktatoren, Volksverhetzer und Landesbesitzer, denen
natürlich Verstoß gegen die "neuen" Gesetze nachzuweisen wäre, zwangsmäßig
aus ihren Thronen entfernt werden. Sie wären von ihren Reichtümern zu
entblößen, die dem Nutzen der Allgemeinheit zur Verfügung stünden.
-
Da wird es aber ganz erhebliche
Schwierigkeiten geben, einmal solche Gesetze klar zu definieren; denn
davon würden ja sogar fast alle führenden Ideologen (also auch Kirchenleute)
betroffen sein.
Dritte Empfehlung
I. Zukünftige Regierungsform
Die Geschichte der
Menschheit lehrt, daß neue Impulse nie von einer Mehrheit ausgegangen sind, was
das heutige Problem der Demokratien ist, in der die Regierungsvertreter von der
breiten Mehrheit gewählt werden, die im jeweiligen, zeitgemäßen Denkschema
behaftet ist, die durch Werbung ohne echte Information beeinflußt wird, die also
nach Gefühl und nicht nach Sachkenntnis den Wahlschein ausfüllt. Damit werden
notwendige Reformen und Anpassungen verschleppt.
Es gab einmal einen
Ausspruch einer sogenannten linken Gruppe, der meiner Ansicht nach ganz
treffend die Forderung nach einem Sich-unterordnen unter eine Mehrheit
persiflierte (verspottete): Es gibt mehr Fliegen auf dieser Erde als Menschen.
Wovon ernähren sie sich am liebsten? Nun denn: von Scheiße. Also sollten wir
auch Scheiße fressen, nicht wahr?
Die Vertreter der Mehrheit,
machtgierig, ideologisch festgefahren und in der Regel charakterlich in einem
Panzer behaftet, sind keinesfalls in der Lage und willig, "heiße Eisen"
anzufassen.
Eine moderne Regierung,
angefangen bei den Parlamentariern, und auch die Führungsspitze eines
Wirtschaftsunternehmens müßte aus ausgesuchten Fachleuten bestehen, die durch
fachliche und psychologische Eignungstests ausgewählt worden sind, was zur Zeit
ja keineswegs der Fall ist. Jeder, der sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, wird
einer Eignungsprüfung unterzogen, die in der Regierung und im einem
Industrieunternehmen Verantwortlichen nicht.
Die Bestimmung der
Regierungsmitglieder auf Zeit ist abzuschaffen. Damit würde vermieden, daß sie
sich wegen der Unsicherheit mehr oder weniger um Nebentätigkeiten kümmern, um -
wie sie behaupten - im Falle einer Nichtwiederwahl eine gesicherte Existenz zu
haben. Selbstverständlich können sie bei Nichterfüllung ihrer Aufgaben
entlassen werden wie jeder im Berufsleben stehende. Sie sind ganz übliche,
staatliche Angestellte, die dem geltenden Arbeitsrecht unterworfen sind.
Natürlich müssen
Kontrollmechanismen vorhanden sein, ja sogar weiter ausgebaut werden.
Gegen ein Parlament ist
nichts einzuwenden, wenn es von Leuten gewählt worden ist, die ihre
Wahlmündigkeit ebenfalls durch einen Eignungstest bewiesen haben, z. B. mit der
Beantwortung der Frage: Kennen Sie das Programm der Parteien X und Y und Z?
Falls jemandem, der bei einer Wahl mitmachen will, die Programme aller,
die sich zur Wahl stellen, nicht bekannt sind, darf er nicht wählen. Damit würde
der mögliche Wähler nicht mehr so einfach auf die Wahlpropaganda, die zur
Einsparung von Kosten sowieso ganz abzuschaffen wäre, hereinfallen. ("Nur
weiter so!" geht ja leider nicht, wenn wir nicht vollends in den Abgrund
gerissen werden wollen.)
Die durch Wegfall der
Wahlwerbemittel freiwerdenden Mittel würden für die Wählerprüfung (und
Ausstellung eines Wahlberechtigungsscheines) zur Verfügung stehen.
Stellen Sie sich selbst
einmal die Frage: Kenne ich die Programme aller im deutschen Bundestag
vertretenen Parteien? wenn ja, kannte ich die Programme der sich für die Wahl
angebotenen Parteien? (Ich persönlich muß diese Frage verneinen.)
Wer also wählen will, muß
einen Fragebogen mit den Programmen der Parteien und unabhängigen
Wahlkandidaten ausfüllen. Dieser wird jedem Wahlberechtigten zugestellt. Der
Fragebogen mit den Programmen sollte für eine maschinelle Auswertung die
Personalausweisnummer und eine Reihe von Stichworten enthalten, die anzukreuzen
sind (was heute als Multiple Choice- Methode bezeichnet wird). Das ist ein
bißchen mühsam, zugegeben. Aber es ist ja eine wichtige Verantwortung, die wir
bei der Wahl übernehmen, meine ich.
Wahlen werden doch
derzeitig in der Regel aus dem hohlen Bauch gemacht (und was da rauskommt,
stinkt meistens.)
Die Wahlperioden sind auf
mindestens 10 Jahre auszudehnen, damit die Staatslenker sich nicht von einem
(Pseudo-)Erfolg zum anderen hangeln müssen.
Ich finde, ein
Staatsgebilde sollte uns so wichtig sein, daß da nicht nach Gefühl und
Wellenschlag vorgegangen werden darf.
4 Einflüsse von kaum vorhersehbaren
Naturereignissen
Da gibt es unvorhersehbare
Möglichkeiten mit "kurzfristigen" ("nur" Tausende von Jahren bei einer weiteren
Lebenserwartung der erde von etwa 5 Milliarden Jahren) Einflüssen auf das
Umweltgeschehen, z.B.:
a) Vulkanausbrüche und Erdbeben
Auch bei vulkanischen
Aktivitäten wie Explosion des Krakatau, Pinatauo...
b) Zusammenstoß der Erde mit einem anderen
Himmelskörper
Wahrscheinlich sind
Meteoreinschläge dafür verantwortlich, daß vor einigen Millionen Jahren die
Riesenechsen, die Saurier ausgestorben sind.
c) Folgen der Verlagerung oder sogar des
Verschwindens des Erdmagnetismus
d) Explosion der Sonne
Würde die Sonne als
sogenannte Supernova explodieren, dann wäre kein Leben mehr auf der Erde
möglich. Ja, die Erde würde sogar verdampfen und in den Weltraum geschleudert.
Weitere Möglichkeiten, die
jedoch sehr unwahrscheinlich sind, weil von unseren Wissenschaftlern
vorausberechenbar und abschätzbar, aber doch nicht ganz auszuschließen:
- Es könnte zu einem
Zusammenstoß von anderen Sternen (Sonnen) mit unserem Sonnensystem kommen, was
katastrophale Folgen hätte; denn alles würde durcheinandergewirbelt. Das ist
für die nächsten Jahrmillionen jedoch fast ganz auszuschließen; denn es ist
keine Annäherung eines "fremden" Sternes oder Sternhaufens an unser Sonnensystem
beobachtet worden.
- Auch unser
Sonnensystem wird von dem mit großer Sicherheit in unserer Milchstraße sitzenden
"Schwarzen Loch" aufgesaugt. Aber auch dafür gibt es keine Anzeichen, und das
geht nicht von heute auf morgen.
Aber mit Sicherheit wird
die Sonne in einigen Milliarden Jahren ihren Brennstoff für die Kernfusion und
damit die uns spendende Energie verbraucht haben. Dieses unabwendbare und
endgültige Ende unseres Sonnensystems ist also heute vorhersehbar. Es würde zu
weit führen, das zu beschreiben, wie das Ende, der endgültige Tod von allem
verlaufen wird (obwohl ja äußerst interessant). Aber dann tun uns ja sowieso
bestimmt längst keine Zähne mehr weh.
5 Planspiele: Überlebensmöglichkeiten
und Überlebenswahrscheinlichkeiten zukünftiger Generationen
Für eine Simulation (ein
Planspiel) sind folgende Veränderliche (Parameter) zu berücksichtigen:
a) durch menschliche Eingriffe:
- Energieerzeugung
-
mit fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Holz),
-
Atom(spaltungs)reaktoren, Atomfusionsreaktoren,
ersetzbar durch Alternativen: Wasser (Stauseen, Flüsse, Gezeiten),
Wind, Erdwärme, Solarenergie
vor allem in Verbindung mit Einsparung von Energie und
Erhöhung des Wirkungsgrades vorhandener Energieerzeugung
-
Erdoberflächenveränderung durch
-
Landwirtschaft,
-
Abholzung, Städtebau, Fabrikanlagen,
-
Mülldeponien,
-
Straßenbau, Flughäfen, Hafenanlagen,
-
künstliche Landausdehnung (Singapur, Japan),
-
Wasserstraßen, Wasserstauanlagen (Flußbegradigungen, Stauseen),
-
Freizeit- und Vergnügungsparks,
- soziale
Gegebenheiten:
-
Bevölkerungswachstum,
-
veränderte Machtansprüche und -strukturen, _ veränderte Staatsgruppierungen
(Aufblühen des Nationalismus oder Staatszusammenschlüsse),
-
Staatsformen (mehr oder verminderter Dirigismus),
-
verstärkte Ideologisierung (Aufleben alter und Erscheinen von neuen
Ideologien) oder individuelle Liberalisierung,
-
wirtschaftliche Veränderungen,
-
geänderte Gesellschaftsformen (die Familie und das allgemeine
Zusammenleben betreffend),
-
Bewußtseinsveränderung (erhöhte oder verminderte Emanzipation von
Gruppen, des Individuums),
-
kriegerische Auseinandersetzungen
- Machtausdehnung der
Wirtschaftsunternehmen, die heute schon einen größeren Einfluß auf die
Staatsgebilde ausüben als die Masse der Bevölkerung. Die Folge davon wird sein:
-
Kontrolle der Macht kaum noch möglich, woraus die Gefahr entsteht, daß die
internationalen Konzerne in den Bereich des kriminellen Handeln abrutschen
("Mafia"-Organisationen).
-
Machtkämpfe der verschiedenen gigantischen Unternehmen untereinander, die
kriegsähnliche Formen annehmen können.
-
Völlige Korrumpierung der Staatsführer und der staatlichen Einrichtungen.
-
Bildung von neuen sozialen Formen, die ähnlich einer feudalistischen
Herrschaftsstruktur die derzeitigen Staatsformen ablösen.
Ansätze: Es gab ja bereits schon eine IBM-Hymne, die jeden Tag vor
Arbeitsbeginn abgesungen werden mußte. Die Angestellten von Siemens betrachten
sich als verbeamtet.
-
Umweltveränderungen:
-
Zu- oder Abnahme der Umweltschäden durch
Chemikalien, Abgase,
-
Absenkung des Grundwasserspiegels,
-
weitere Zerstörung von in Jahrmillionen
gewachsenen und ausgewogenen Biotopen,
- Erhöhte Ausbeutung
der Naturschätze
In diesem Fall ist das Ende
bereits im nächsten Jahrhundert erreicht mit einem völligen wirtschaftlichen
Zusammenbruch und damit Zurückstoßen der Menschheit in steinzeitliche
Voraussetzungen.
b) von Menschen
(kaum) unbeeinflußbare Gegebenheiten:
- Flut- und Sturm-,
Unwetterkatastrophen,
- Vulkanausbrüche und
Erdbeben,
- Klimaverschiebungen
(Dürren, Regen),
- neue Krankheiten,
- astronomische
Einflüsse: veränderte Sonnentätigkeit, Kollisionen mit anderen Himmelskörpern
(Meteoreinschläge),
6. Durchspielen der Möglichkeiten des zukünftigen
Ablaufs, falls...
Mit Hilfe eines
Rechnerprogramms sollen die Ergebnisse durchgespielt (simuliert) werden, die
sich aus den verschiedenen (vorher) aufgelisteten] möglichen Veränderungen
ergeben könnten. Hierbei ist teilweise auf das Simulationsprogramm "WORLD3" von
Donella und Denis Meadows und Jorgen Randers [x] bzw. den darin gespeicherten
Daten zurückgegriffen worden.
Die folgende Darstellung
zeigt die Bevölkerungsentwicklung ab dem Jahre 1900 bis 2100 (fette Kurve) mit
Balken für den Umweltbelastungsindex, der 1970 als 1 angenommen worden ist
(rechte senkrechte Achse).
a) Wahrscheinlichster, auf eine Katastrophe zusteuernder Verlauf
Die Darstellung fußt auf der Annahme, daß
- ganz schwache Gegenmaßnahmen ab 1995
eingeleitet werden,
- keine Bevölkerungskontrolle, d.h. keine
Nachwuchsbeschränkung,
- kein Schutz landwirtschaftlicher Böden erfolgt,
- keine Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung
unternommen werden,
- die mittlere Lebensdauer von Industrieanlagen 14
Jahre beträgt,
die Umsetzung technischer Entwicklungen mit einer
Verzögerung von 20 Jahren erfolgt, und kann wie folgt interpretiert werden:
2030: Maximale Bevölkerungszahl von fast 8
Milliarden Menschen erreicht einen Umweltbelastungsindex von 11-fachem Wert
gegenüber 1970.
Nahrung pro Kopf 452 Einheiten (dem
höchsten Stand im Jahre 2000) auf 320 gesunken (nur noch 70%), d.h. Hungersnöte
nehmen zu; denn anzustreben sind 2 Tausend Einheiten (kcal, Seite xx) für eine
völlig gesunde Ernährung.
Konsumgüter pro Kopf sind von 138
Einheiten (dem höchsten Stand im Jahre 2020) auf 110 (auf etwa 80%)
zurückgegangen).
2100: Die Bevölkerung ist auf die Hälfte (unter 4
Milliarden) gesunken, wobei der Umweltbelastungsindex unter den Stand von 1970
abgefallen ist.
Die Nahrung pro Kopf reicht bei weitem
noch nicht aus, beginnt aber leicht zu steigen. Folge: Die Menschen werden immer
noch nicht alle ernährt werden können, was zu einem weiteren Rückgang führen
wird.
Die verfügbaren Konsumgüter erreichen
ihr praktisches Ende, da es keine natürlichen Rohstoffe mehr gibt.
Damit ist das Ende der derzeitigen
industriellen Aktivitäten erreicht. Die Industrie wird in gut 100 Jahren
untergegangen sein.
Das nächste Bild zeigt, was
in den folgenden 200 Jahren, also von 2100 bis 2300 abläuft:
Die Weltbevölkerung
sinkt weiter von 3,87 Milliarden im Jahre 2100 auf 1,76 Milliarden 200 hundert
Jahre später und wird sich auf etwa 1,6 Milliarden stabilisieren.

Die Umweltbelastung
fällt praktisch auf Null, ebenso die Konsumgüterproduktion pro Kopf der
Bevölkerung.
Die Nahrung pro Kopf
der Bevölkerung steigt langsam wieder an und reicht gerade aus, die Menschen
notdürftig zu ernähren.
Die Menschen befinden sich wieder in der Steinzeit.
Dieses beeindruckende -sehr
wahrscheinlich tatsächlich zu erwartende Bild noch einmal:
Die linke Skala ist
logarithmisch gewählt worden, damit der Abfall der Umweltbelastung und der
Konsumgüter pro Kopf im Bereich gegen Null noch zu sehen ist. Das ist aber
bedeutungslos; denn Konsumgüter von 0,000169 pro Kopf der Bevölkerung ist ja
praktisch gleich Null.

Erklärung: 1,000E-03 heißt 10-3 also 0,001 (auf der Skala
links, die in Milliarden rechnet: 1 Millionen)
1,000E-04 heißt 10-4 also 0,0001 (auf der Skala links, die in
Milliarden rechnet: 100 Tausend)
1,000E-05 heißt 10-5 also 0,0001 (auf der Skala links, die in
Milliarden rechnet: 10 Tausend)
1,000E-06 heißt 10-6 also 0,0001 (auf der Skala links, die in
Milliarden rechnet: 1 Tausend)
Nun wird das vorvorletzte
Bild (links verkleinert) wiederholt, jedoch unter der Annahme, daß ab 1995
Geburtenkontrolle propagiert wird, damit ab dem Jahre 2000 eine Familie im
Durchschnitt nur noch 2 Kinder hat.
Viel ändert sich nicht
mehr, weil Eingriffe ja nicht sofort wirksam werden:
Die Bevölkerungszahl
erreicht ihren Höchstwert 2030 mit "nur" 7,26 Milliarden statt nahezu 8
Milliarden ohne Geburtenkontrolle. Die Kurve darüber für die Nahrung pro Kopf
sieht etwas günstiger aus. (Auf dem vorletzten Bild sank sie ab 2030 unterhalb
der "Bevölkerungs"-Kurve ab.) Aber auch in diesem Fall reicht die Nahrung nicht.
Die Umweltbelastung bleibt, da die bereits verursachten Verschmutzungen nach wie
vor greifen und die Produktion pro Kopf ändert sich auch nur um Stellen hinter
dem Komma.
Daraus folgt: Die
Geburtenkontrolle kommt bereits viel zu spät!

Schauen wir uns wieder die
Bevölkerungskurve (ohne Geburtenkontrolle) an über die Jahre 1900 bis 2100 und
dazu, wieviele der Menschen prozentual davon über 65 Jahr alt sind und als
dritte Kurve die Lebenserwartung, die mit 25,5 Jahren unter den Stand von 1900
mit 29,1 Jahren gefallen sein wird.

Danach folgt ein Bild über
die landwirtschaftlich genutzte Fläche, die den Menschen noch geblieben sein
wird, die städtische und vorerst noch industriell genutzte Fläche, die
Nahrungsmittel- und Industrieproduktion.

Man beachte, daß die "landwirtschaftliche Fläche" von 1900 bis
Ende des Jahrhunderts auf die Hälfte geschrumpft sein wird und dann in der
nächsten (nur) 20 Jahren sind noch einmal halbiert.
Die Nahrungsmittel- und Industrieproduktion werden ab etwa 2020
katastrophal runtergehen. Doch wen kümmert es!
b) Volles und
sofortiges Gegensteuern der Menschen zur Verhinderung der Katastrophe
Der
Anstieg der Bevölkerung auf nahezu 8
Milliarden läßt sich kaum noch verhindern, auch der Anstieg des
Umweltbelastungsindexes nicht - gerade wegen der "geballten Aktivitäten". Aber
durch gemeinsame und völlig durchorganisierte Anstrengungen könnte die
Nahrungsmittelversorgung verbessert und die Konsumgüterproduktion einigermaßen
stabilisiert werden. das zeigt das nächste Bild.

Aber
das auf keinen Fall in einer rein marktorientierten, d.h. profitorientierten
kapitalistischen Gesellschaft ohne Kontrolle ablaufende Geschehen macht eine
geballte Gegensteuerung nicht möglich. Dieses System ist nach dem Sieg über
jedwede sozialen Gedanken nicht mehr zu zügeln. Es ist also sinnlos, sich mit
konjunktiven Möglichkeiten (man könnte, sollte) zu beschäftigen.
b) Halbherziges Gegensteuern
Da wird viel geredet von freiwilliger
Selbstkontrolle - der Ideologie einer Partei, die sich dazu bekannt hat, die
besser verdienenden um sich zu scharen. Solche Vorstellungen einer
Selbstkontrolle, Gesamtverantwortung und Mitverantwortung für Umwelt sind in
einer Gesellschaft, in der ausschließlich von Machtkampf, Wettkampf,
Existenzkampf - Betonung auf Kampf - geredet wird und in der "knallharte", nur
betriebswirtschaftlich, keineswegs volkswirtschaftlich orientierte und nur
monocausal denkende Manager bewundert werden, lächerlich und haben nie etwas
bewirkt. Nur wenn aus der sich anbahnenden Katastrophe Profit geschlagen werden
kann, möglichst ohne Vorleistungen, dann wären solche Manager zum Mitmachen zu
begeistern. Nun wir sind doch auf das konjunktive Denken eingeschwenkt. (Der
Konjunktiv, die "Möglichkeitsform" für Verben, wird gerne gebraucht, um Wünsche
und schöne Vorstellungen darzustellen: Wenn die Frau etwas schöner wäre, könnte
ich mir vorstellen, daß ich gerne mit ihr zusammen wäre. Leider bleibt sie
häßlich...)
c) Es wird kaum etwas getan ("nach uns die
Sintflut")