Militärgeistliche
im Kampf gegen den Terror
 
Deutschlandfunk 20.11.2007 · 19:15 Uhr

 

"Bete und Gott wird 1000 Engel an deiner Seite kämpfen lassen."

Von Marc Thörner

Die Verheißung von 1000 helfenden Engeln könnte auch der Gedankenwelt von Taliban oder al Kaida entstammen. Tatsächlich findet sie sich auf einem Plastikbeutel, in den ein Rosenkranz aus Kunststoff eingeschweißt ist, einer von einem guten Dutzend "Battle-Sets", die auf dem Tisch eines US-Militärgeistlichen im Irak ausliegen.
 

Viele Offiziere fordern ihre Untergebenen auf, vor Patrouillenfahrten niederzuknien und zu beten. "Selbstverständlich!" Der athletische Fallschirmjäger-Captain zögert keine Sekunde mit der Antwort: Um Böses zu verhindern, sei es erlaubt zu töten.

Als Militärgeistlicher betreut er nahe Tikrit eine Task Force der 82. US-Luftlandedivision. (>Hier< ein Bild - im Artikel "Beten" -  von einem betenden US-Piloten vor seinem Einsatz.)

Für den Militärpfarrer auf dem deutschen Stützpunkt in Mazar-e-Sharif, Afghanistan, ist die Sache klar: Seinen Einsatz definiert er nicht als Kriegseinsatz und bekleidet anders als seine US-Kollegen keinen Rang.

Der Autor hat mit Soldaten und Geistlichen in Irak und Afghanistan gesprochen.
 

>Hier< zum Bürgerkrieg in Uganda, geführt von einem religiösen Fanatiker, und >hier< zum "2. Weltkrieg", entstanden aus politisch religiösen Wahn