Kapitalismus-Wahn

Die Frage eines der Kosmetik-Chirurgen (Karikatur von HANEL>hier<) lautet:

"Glaubst du wirklich, wir könnten ihm ein menschliches Antlitz geben?"

>Hier< ein ausführlicher Artikel über Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaftsformen, Wirtschaftsethik, mit einigen Kommentaren, und

>hier< zur "neuen Religion", die Wirtschaft (Repräsentant: Josef Ackermann);

>hier< zum "Niedergang des Marktfundamentalismus";

>hier< zur Bankenkrise;

>hier< die Grundlagen der Hedge-Fonds;

>hier< "zum Überleben der Erde" (bzw. zutreffender: "zur globalen Zerstörung des Planeten");

>hier< zur (infamen) Wirtschaftspsychologie (könnte man als "psychologische Kriegsführung gegen den Verbraucher" bezeichnen);

>hier< bei Geld setzt der Verstand aus durch neuronale Reaktionen im Gehirn und

>hier< zur "Gier" allgemein.


Auf dieser Seite:

>Hier< "Makler unter Hormondruck";

>hier< ein wenig Grundlegendes zur Börse (zum Aktienmarkt);

>hier< zum "Dow-Jones-Aktienindex";

>hier< zu einer Bemerkung zu Börse = Roulett;

>hier< Aktie, Aktiengesellschaft, Effekten etc.

>Hier< die Forderung, dass zahlungsunfähige Unternehmen  zum Konkurs gebracht und die Verantwortlichen haftbar gemacht werden müssten

und

>hier< zu einem Kommentar.


 

Kapital leitet sich vom lateinischen capitalis her und bedeutet »hauptsächlich«. Damit ist der Kapitalismus die "hauptsächliche Religion", man kann sagen, in praktisch allen Ländern der Erde DIE Staatsreligion.

 

Nach (c) wissenmedia GmbH, 2010 ist Kapital

 

in der Volkswirtschaftlehre ursprünglich die "Bezeichnung für eine zum Ausleihen bestimmte, Zinsertrag versprechende Geldsumme, später für alle Gütervorräte, dann für die der Produktion dienenden Gütervorräte (produzierte Produktionsmittel), danach eingeschränkt für alle für Investitionen zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel (Geldkapital); heute ist Kapital allgemein der Bestand einer Volkswirtschaft an sachlichen Produktionsmitteln (Sachkapital, Realkapital, Kapitalgüter, Kapitalstock) in Form von Anlagen (Anlagekapital, fixes, gebundenes Kapital) oder in Vorräten (Lagerbestände an Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffen, Betriebskapital sowie Halb- und Fertigwaren, umlaufendes, zirkulierendes Kapital) oder an menschlichen Fähigkeiten, Kenntnissen und Verhaltensweisen (Humankapital), der, einzelwirtschaftlich gesehen, seinen Eigentümern Einkommen und/oder Einfluss verschafft (Erwerbskapital, Privatkapital) und volkswirtschaftlich als einer der Produktionsfaktoren zur Erzeugung des Inlandsprodukts dient (Produktivkapital). Für das wirtschaftliche Wachstum wichtig ist die Kapitalbildung, das heißt die Erhöhung des volkswirtschaftlichen Kapitalstocks durch Konsumverzicht der Wirtschaftssubjekte (Sparen) und die Freistellung von Teilen des Inlandsprodukts für Investitionen (Subsistenzfonds). Die investierbaren Kapitalmengen werden über den Kapitalmarkt der volkswirtschaftlich erwünschten Verwendung zugeführt. - Die Kapitaltheorie befasst sich mit Begriff, Entstehung, Funktionen und Entlohnung des Kapitals in Form von Zins. Der Zins im Verhältnis zum eingesetzten Kapital ist die Kapitalrendite. Die Relation von Kapitalstock zur Produktionsmenge, der Kapitalkoeffizient, gibt an, wie viel Kapitaleinsatz je Produktionseinheit durchschnittlich erforderlich ist. Der reziproke Wert, die Kapitalproduktivität, zeigt das Produktionsergebnis pro eingesetzter Kapitaleinheit. Das Verhältnis von eingesetztem Kapital zur eingesetzten Arbeit, die Kapitalintensität, zeigt die durchschnittliche Kapitalausstattung je Arbeitsplatz bzw. Arbeitskraft.

In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Kapital der Gesamtwert aller betrieblichen Sach- und Finanzmittel verstanden, im betrieblichen Rechnungswesen der dem Vermögen eines Unternehmens auf der Passivseite in gleicher Höhe gegenüberstehende Bilanzposten, der Auskunft über die Herkunft der dem Unternehmen in Form von Geld oder Sachwerten zur Verfügung stehenden Mittel gibt. Nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber wird zwischen Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden, wobei das Eigenkapital auch als Unternehmer- oder Beteiligungskapital und das Fremdkapital auch als Kredit- oder Gläubigerkapital bezeichnet wird. Vor allem aus Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung ergibt sich das Sozialkapital. Nach der Form der Bindung des Kapitals wird unterschieden zwischen Sach- oder Realkapital (z. B. Grundstücke, Maschinen) und Finanz- oder Geldkapital (z. B. Bargeldbestand, Wertpapiere)."
 


 

MAKLER UNTER HORMONDRUCK
Mit Testosteron in den Crash

Titel aus der Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 221 vom 20./21. September 2008 zum Thema der vor dem Konkurs stehenden Banken auf Grund von unglaublichen Spekulationsgeschäften, im Besonderen der Kreditvergabe ohne Bonitätsprüfung (Güte, d.h. Fähigkeit eines Schuldners,  aufgenommene Kredite mit Zinsen vereinbarungsgemäß zurückzahlen zu können).



Wie bei jeder großen Finanzkrise stellen sich nach dem Platzen der Blase jetzt alle die Frage, wie es so weit kommen konnte. Psychologen und Biologen weisen schon seit Jahren darauf hin, dass die Kauf- und Verkaufsentscheidungen von Börsen- und Finanzhändlern längst nicht nur durch rationale Beweggründe gesteuert werden. Urzeitliche Reflexe, Herdentrieb und Hormone spielen aus ihrer Sicht eine wichtige Rolle und erhöhen letztlich das Risiko eines großen Crashs.

 

Untersuchungen zufolge werden Finanzhändler bei Gewinnen von Testosteron durchflutet -

was die Risikobereitschaft erhöht. BILD: AP

Eine Serie von Gewinnen versetze Händler in euphorische Stimmung - was dazu führe, dass sie Alarmsignale ignorierten. Die Finanzmakler hielten sich dann oft für die „Herrscher des Universums", sagt David Tuckett vom Londoner University College: „Sie glauben an die eigene Unbesiegbarkeit." Obwohl alle wüssten, dass der Boom nicht ewig anhalte, „investieren sie weiter in ihn", sagt der Forscher. Wenn es dann abwärts gehe, sei die erste Reaktion oft, das Problem zu ignorieren. Helfe das nichts, mache sich Angst breit - und schließlich Panik.


Die körpereigene Biochemie ist ein anderer Faktor, der nach Ansicht von Forschern vor allem junge männliche Anleger in die Irre führen kann. Der Wissenschaftler John Coates von der Universität Cambridge untersuchte dazu den Hormongehalt im Speichel von Händlern am Finanzmarkt London. Dabei bestimmte er den Spiegel zweier Hormone: Testosteron, das bei Aggression und Sex eine wichtige Rolle spielt, und Cortisol, das im Körper bei Flucht-Reaktionen ausgeschüttet wird. Die Untersuchung ergab, dass die Händler bei Gewinnen von Testosteron durchflutet wurden, bei Verlusten aber der Cortisol-Spiegel stark stieg. Tierversuche hätten aber gezeigt, dass hohe Dosen von Testosteron über einen längeren Zeitraum das Urteilsvermögen beeinträchtigen und zu übermäßigen Risiken ermutigen könnten, sagte Coates. Cortisol habe kurzfristig zwar auch eine euphorisierende Wirkung, nach zwei Wochen mit hohen Dosen könne dies aber ins Gegenteil umschlagen, das Selbstvertrauen untergraben und die Angst steigern.


„Wenn man jemandem mit hohem Testosteron-Spiegel und jemand anderem mit chronisch viel Cortisol dieselben Fakten vorlegt, wird der erste überall Chancen und der zweite nichts als Risiken sehen", sagte Coates. Banken täten deshalb gut daran, in ihren Handelsräumen auch Frauen und ältere Herren zu beschäftigen - diese stünden weniger unter dieser Art von Hormondruck als junge Makler-Männer. (afp)
 


Bemerkung: Der Ablauf an den Börsen ist mit einem Finanzroulett (einem Glücksspiel in einer Spielbank) zu vergleichen, wie es auch selbst schon der derzeitige bundesdeutsche Umweltminister Sigmar Gabriel (Oktober 2008) sieht.


Der Kapitalismus ist eine politische Glücksspiel-Religion um den Opferstock, der vom Wahlvolk mit Geld gefüllt wird. Geld kommt von althochdeutsch "gelt" ("gelten", Vergütung, Wert). Das lateinische Wort pecunia entspricht dem Geld (Vermögen, Eigentum, ursprünglich solches an Vieh). Da "pecunia" aus "pecus", das Vieh, hergeleitet wird, muß an einen heiligen, also religiösen Zweck des Geldes als Ersatz für ein Tieropfer gedacht werden; denn ein Opfertier war auf der frühzeitlichen römischen Münze eingeprägt. Also Opfertier > Geld > Opferstock > Gewinn als geschichtlicher Ablauf.

 

Heutzutage spielt das Geld ja immer noch ein wichtige Opferrolle, vom mittelalterlichen "wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt" bis zum "Klingelbeutel" und den vielen Bittschreiben mehr oder weniger "wohltätiger" Organisationen (meistens nur "Steuervermeidungsorganisationen". Stichwort: 80 000 "Steuervermeidungs"-Stiftungen allein in Lichtenstein.)

 

Das Bedürfnis nach Tauschmöglichkeit - Geld gegen "himmlisches ewiges" Leben ohne Sorgen - ist im Kapitalismus vollendet worden. Man kann sich jeden Wunsch erfüllen, abhängig jedoch und leider von der "Liquidität", beispielsweise genügendem Bargeld, das "liquide (flüssige) Mittel erster Ordnung" genannt. Ein Bankguthaben oder ein diskontierbarer Wechsel* gehören zum "verflüssigbaren Mittel zweiter Ordnung" (= "einzugsbedingte" Liquidität). Geld braucht nicht mehr eine stoffliche Eigenschaft zu haben (wie Edelmetall oder zumindest kostspielig bedrucktes Papier, geprägte Münzen). Herkunft und Bezeichnung des Geldes sind unwichtig geworden. Wenn man genug hat, kann man spekulieren, zu den vielen Spielkasinos (im wahrsten Sinne dieses Wortes) gehen oder sich an der Börse rumtreiben. Das Zentrum, die "kapitalistische Kaaba" (der Schwarze Stein-Würfel als höchstes Heiligtum der Muslime in Mekka) ist die Börse. Da wird spekuliert aus dem "hohlen Bauch" (gemeint ist oft ein hohles Gehirn) heraus, aus dem "sicheren" Gefühl, aus hormonellen, massenpsychotischen und instinktiven Gründen. Da werden Werte gehandelt, die oftmals nichts mit der Realität zu tun haben, die sogar manchmal überhaupt nicht existieren. "Das Börsenmekka" ist die Wall Street in New York als im übertragenen Sinne das Finanzzentrum in den USA (die derzeitige weltwirtschaftliche Führungsmacht) und damit der ganzen Welt.

* unter Einbehaltung der Zinsen

 

Es führt zu weit, auf weitere Einzelheiten einzugehen. Nur noch eins: Die Geldwirtschaft ist inzwischen so kompliziert geworden ("innovativ*"), daß selbst Fachleute nach langem Studium und mit großer Erfahrung nicht mehr mithalten können; denn immer undurchsichtigere Begriffe, Aktionen und Tricks werden zur Verschleierung des sich illegalen Bereicherns erfunden...

* lateinisch-englisch: Erneuerung: speziell in der Wirtschaft: Entwicklung, Erzeugung und Durchsetzung neuer Produkte und Produktqualitäten (ob der Verbraucher das will oder nicht)

Walter Rath 30.10.2008


>Hier< zu einem ausführlichen Artikel mit Bildern von Börsen als Sakralbauten.

HANS-JÜRGEN DEGLOW:

 

 Kurze Einführung in den Aktienmarkt  - die Börse

 

Multimilliardär Warnen Buffett weiß, wie die Börse funktioniert. „Regel eins lautet: Nie Geld verlieren. Regel zwei lautet: Vergesse nie die Regel Nummer eins", ist einer seiner liebsten Sprüche. Wer aber diese Regel wirklich beherzigen will, der sollte zumindest die Abläufe am Aktienmarkt kennen. Und die sind eigentlich gar nicht so kompliziert. Ganz simpel gesagt: Die Börse funktioniert wie ein Marktplatz, an dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen. Den Preis der gehandelten Ware - in diesem Fall Aktien - regeln allein Angebot und Nachfrage. Den Kurs beeinflussen unter anderem Unter­nehmenszahlen und Branchenentwicklung - aber auch Gerüchte. Und gehandelt wird schließlich mit Hoffnungen und Zukunftserwartungen.

Wer eine Aktie verkaufen oder kaufen will, teilt dies per Internet, Telefon oder Fax seiner Bank mit. Diese gibt die Order dann an einen Makler direkt an der Börse oder stellt sie in ein elektronisches Handelssystem ein. Wenn sich keiner für das Unternehmen interessiert, obwohl dessen Geschäfte gut laufen, kann der Kurs trotzdem fal­len. Das ist natürlich umgekehrt auch möglich. Das Problem ist nur: Diese Trends kann kaum jemand vorhersagen.


Nach den Bankenpleiten im Oktober 2008 infolge Spekulationsgeschäften der Banken durch Kreditgewährungen ohne Sicherheit,

- wie "jeder US-Bürger soll sein eigenes Haus haben",

- durch Finanzierung der US-Kriege und anderer globale Aktivitäten als Fehlinvestitionen. 

Der Irak-Krieg, durch man sich die Ölförderung sichern wollte, wurde ein Fiasko und führte zur Verteuerung des Ölpreises. Josef Stiglitz Berater des Expräsidenten Clinton: Den gestiegenen Ölpreis finanzierten die Amerikaner mit ausländischem Geld auf Pump. Die amerikanische Notenbank agierte kurzsichtig, als sie die Zinsen senkte, um die Wirtschaft zu beleben. Die Mischung aus niedrigen Zinssätzen, überbordender Liquidität und laxer Aufsicht über die Geldinstitute haben zur Finanzkrise geführt. Zweitens wurde der Irak-Krieg vollständig mit Krediten finanziert. Dadurch ist die nationale Verschuldung in nur acht Jahren um zwei Drittel gestiegen. Im August 2007 war zwar klar, dass etwas dagegen unternommen werden musste, aber die Regierung kümmerte sich bis Februar 2008 nicht darum. Was sie dann tat, war sehr zurückhaltend angesichts des riesigen Haushaltsdefizits."

 

Um Bankpleiten nach dem Kartenhausprinzip zu vermeiden haben die Regierungen inzwischen um eine Billionen (1.000.000.000.000)  Dollar als Sicherheitsgarantie gegeben (eine Belastung von etwa 200 $ je Erdenbürger).

 

Mit einer solchen Summe und den zusätzlichen Staatsverschuldungen durch Kreditaufnahmen und Zinszahlungen hätte man alle, wirklich alle Probleme auf dieser Erde lösen können.

 

Nun ist das als Sicherheitsleistung bereitgestellte Geld nicht unbedingt verloren. Aber, da man die Ursache nicht bekämpfen wird, will oder kann (wegen der Seilschaften und Verflechtungen) ist das Risiko sehr groß. Immerhin hat ein Josef Ackermann, derzeitiger Chef der Deutschen Bank spricht >hier< von Mißmanagement der Bankverantwortlichen und sorgte für Aufregung, weil er sich ins rechte Licht setzen wollte mit den Worten, er würde sich schämen, wenn er Mittel aus dem Regierungstopf annehmen müsse.

 

Diese Aussage löste Erstaunen aus; denn wer hätte von einem solchen "hochrangigen" Manager erwartet, die Vokabel Scham zu kennen. Immerhin fürchteten sich die Bankkollegen, sich schämen zu müssen, wenn sie gezwungen wären zuzugeben, Geld verschleudert zu haben. Daher machte die Verbandslobby der Banken den Vorschlag, das Geld einfach dieser Vereinigung bereit zustellen. Dann wäre es mit Sicherheit versichert. Herr Ackermann - nicht dumm - hat das wohl initiieren wollen. Ein Mensch mit seinem Charakter gibt Anweisungen, nicht nur Leute zu entlassen (freizusetzen heißt das harmlos und gutmütig), nein auch Atombombenabwürfe anzuordnen.

 

Daß die Börse und die nur als Geldzocker auftretenden Börsenhändler nicht in der Lage sind, wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse zu haben, wurde am 27. Oktober 2008 offensichtlich. Die Zeitungen sprachen von einer „grotesken" Entwicklung, zum Beispiel der Kölner Stadt-Anzeiger: "Der wilde Höhenflug der VW-Aktie hat den Autohersteller am Dienstag zeitweise zum teuersten Unternehmen der Welt gemacht. Die Aktie markierte in der Spitze ein Rekordhoch von 1005,01 Euro und schloss am Abend bei 945 Euro - 81,7 Prozent über dem Vortagesschluss. Händler bezeichneten dies als „grotesk". VW hatte den Dax bereits am Montag mit 430 Index Punkten gestützt. Ohne die Zugewinne bei VW wäre der Dax laut Analysten längst unter die wichtige 4000-Punkte-Marke gefallen.


Auslöser für den anhaltenden rasanten Kursanstieg waren so genannte Leerverkäufe - Spekulationen auf sinkende Kurse, zu denen es aber nicht kam..."

 

Hier ist zu erklären: Gewinne mit Leerverkäufen

Der Aktienhändler - so heißen diese speziellen Typen von Börsianern, die teilweise ohne Sinn und Verstand die Aktienscheine wie Briefmarken sehen und diese nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage kaufen und verkaufen. Sie leihen sich sogar gegenseitig Aktien, die sie nicht zu kaufen brauchen, um sie dann allerdings wie eigene zu verkaufen. Das nennt man Leerverkäufe. Dabei spekuliert der Händler darauf, dass der Kurs anschließend fällt; denn es sind jetzt mehr Aktien im Angebot. Dann kann man die Aktie billiger zurückkaufen, bevor er sie dem Ausleiher zurückgibt. Der Spekulant  kann dann den Differenzbetrag als Gewinn einsacken. "Im Extremfall werden sogar (Wert-)Papiere leer verkauft, ohne dass sie zuvor ausgeliehen wurden." Wie das gehen soll, habe ich nicht verstanden. Dabei kann es sich doch wohl nur um Fälschungen handeln. Ist auch egal, aber legal.

 

Auch werden psychologische Kenntnisse eingesetzt: Damit die Spekulation aufgeht und der Börsenkurs sinkt, setzen die Aktienhändler Gerüchte in die Welt, damit gehend, daß eine Firma, auf die eine Aktien ausgestellt ist, sich in einer wirtschaftlich miesen Lage befindet: Ferner unterstellt der Spekulant den Managern skandalöse Machenschaften bis hin einer beabsichtigten Pleite. Es war im Kölner Stadt-Anzeiger (am 27.10.08) zu lesen, dass der Chef der US-Investmentbank Morgan Stanley, John Mack, beklagte habe, sein Unternehmen sei Opfer eines solchen Angriffs geworden.


Wörtlich heißt es: "In der derzeitigen Situation der Finanzmärkte könnten Leerverkäufe »Finanzunternehmen in den Untergang treiben«, sagte der Präsident der deutschen Finanzaufsicht, Jochen Sanio, im September. Dieser Gefahr müsse man konsequent entgegentreten."
 

Natürlich können sich die "Leerverkäufer" auch in die eigenen Finger schneiden; denn es zu einem Engpass im Aktienhandel kommt, der Kurs steigt und die Aussicht auf einen günstigen Rückkauf schwindet, wie im Falle von VW geschehen. Der bekannte deutsche Automobilhersteller Volkswagen AG - kurz VW - mit seinen fast 800 tausend Aktionären, wurde an einem einzigen Tag, am 27ten Oktober 2008 an der Aktienbörse so hoch bewertet wie alle Automobilfirmen auf der Welt zusammen. Diejenigen, die auf diesen Höhenschwindel reingefallen waren, verloren entsprechend. Dieser Vorfall demonstriert am besten den völlig unwissenschaftlichen und wie von einer Heilserwartung geleiteten Börsianermentalität. So sollen nach "Financial Times" die Spekulanten am 27. Oktober 2008 zwischen 10 und 15 Milliarden Euro verloren haben. Preis-Frage: wer hat denn nun dieses Geld? Es hat sich nicht in Luft aufgelöst...

 

Ein kurzer beispielhafter Hinweis auf die Herkunft dieser "Volkswagen"-AG-Firma: Konstruktion und Produktion eines preiswerten Massenautos des, durch NAZI-Propaganda (Nationalsozialisten) berühmt gewordenen, sogenannten VW-Käfers - einer nicht sehr gelungenen Konstruktion,  war eine Idee von Prof. Ferdinand Porsche. Der Reichskanzler und deutsche Führer, Adolf Hitler, förderte dieses störanfällige KdF-Auto ("Kraft durch Freude" hieß das damals, kaum mit Kofferraum und Heizung des Fahrgastraumes, dafür mit enorm schlechter Straßenlage) aus (kriegs-)wirtschaftlichen und popularistischen Gründen: "Volksauto für jeden deutschen Volksgenossen". Ab 1937 begann die Produktion,  weitgehend mit Hilfe von KonZentration-Lager-Häftlingen und Herbst 1939 vermehrt durch Zusatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. (Deren praktisch nicht erfolgte Entschädigung ist nicht erwähnenswert.) Nach dem Ende des "Tausendjährigen Reiches" (wie Hitler mit Hilfe der "Vorsehung" zu regieren gehofft hatte) wurde dieser unser deutscher Volkswagen, dieser "Käfer", das meistgekaufte Auto der Welt aus dieser eigens dafür gegründeten Stadt, heute Wolfsburg (weil auf dem Gelände des Rittergutes Wolfsburg) - ursprünglich (1938) "Stadt des Kdf-Wagens bei Fallersleben". 


 

Der Dow-Jones-Aktienindex
wird von einer Firma Dow, Jones & Co. in den USA seit 1897 täglich im »Wall Street Journal« veröffentlicht (Wall Street: Die Banken- und Börsenstraße im Süden des New Yorker Stadtteils Manhattan). Der Name geht zurück auf den Wirtschaftsjournalisten Charles Henry Dow (1851 - 1902) und Edward D. Jones (1856 - 1920)].,  von an der New Yorker Börse gehandelten Aktien ausgewählter, bei der umsatzstarker Unternehmen. Der Dow-Jones-Aktienindex  Stärkste Beachtung findet bei der Durchschnitts-Aktienkurs-Bewertung: Der Dow-Jones-Industrial-Index (mit 30 Industriewerten), der Dow-Jones-Transportation-Index (20 Werte aus dem Transportsektor), der Dow-Jones-Utilities-Index (von 15 Versorgungsunternehmen). Diese 3 Indizes bilden den Dow-Jones-Composite-Index (coposite = zusammengesetzt).

 

Es gibt bei uns den DAX (Deutscher Aktienindex) zur Durchschnittswertermittlung ausgewählter Aktiengesellschaften, und erwähnt werden muß noch:

 

STOXX,

 

setzt sich zusammen aus STOcks (Aktien) und eXchange (Austausch, gemeint ist: Börse), ein Index, der nicht nur US-amerikanische  Aktienkurse bewertet, sondern auch ausländische. Es führt zu weit, auf Einzelheiten einzugehen.

 

Der US-Schriftsteller, Norman Mailer, erwähnet in einem Brief an einen Freund sinngemäß: Man könnte neben dem Anstieg des Dow-Jones-Aktienindex eine entsprechend fallende Kurve zeichnen, die den Niedergang der Moral und von gesellschaftlichen Standards zeichnen wörtlich: "Je höher der Dow, desto niedriger die Standards. Geld zerstört alle anderen Werte."


 

Der 1942 geborene Chef des US-amerikanischen Elektronikkonzerns Intel, Craig Barrett forderte in einem Interview  mit dem deutschen Wochenmagazin "Focus" im März 2009, dass in der freien Marktwirtschaft durchaus alle nicht gut geführten Firmen, wie derzeit viele insolvente (lateinisch solvere = abtragen, also zahlungsunfähige) Banken und Automobilhersteller unbedingt zur "Reinigung des Marktes" zum Konkurs gebracht werden müssten (zur "Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen des wirtschaftlich zusammengebrochenen Schuldners, d.h. zur gleichmäßigen, anteilmäßigen Befriedigung aller Konkursgläubiger"). Der derzeitige deutsche Bundesinnenminister, Wolfgang Schäuble, vertritt den gleichen Standpunkt und erklärt ferner, dass durch den Einsatz eines Konkursverwalters und dessen Prüfung der Insolvenzgründe leichter eine Wiederbelebungsstrategie über einen Sanierungsplan und einen Firmenführungskurswechsel möglich sei. Craig Barrett meint ferner: „Technologie ist eines der wichtigsten Werkzeuge, mit denen wir bestehende globale Herausforderungen wie Gesundheitswesen, Bildung, wirtschaftliche Weiterentwicklung und den Schutz unserer Umwelt adressieren können“, unterstreicht Barrett, der sich auch in der United Nations Initiative zur Technologie in Entwicklungsländern beteiligt. „Diesen Aufgaben kann sich keine Nation und kein Individuum entziehen. Deshalb appelliere ich an jeden einzelnen, sich zu engagieren. ’Get involved’ - macht mit.“

* 1968 von Andrew Grove, Gordon Moore und Robert Noyce gegründet als führenden Hersteller von Micro-Prozessoren für Computer und Netzwerkprodukten

 

Nach www.intelchallenge.com "vergibt Intel für die innovativsten (neugestalteten) Ideen und Konzepte, wie man bislang nicht erfüllte technologische Anforderungen im Bereich Bildung, Gesundheitswesen, wirtschaftliche Fortentwicklung und Umweltschutz angehen kann, insgesamt viermal einen Preis von je 100.000 US-Dollar. Die eingereichten Ideen, so Craig Barrett, werden vorwiegend nach deren Innovationsgrad und Umsetzbarkeit bewertet.


 

Kommentar: Jedoch scheinen endlich einmal Leute aufgerüttelt worden zu sein, nachdem ihnen bewußt werden mußte, was "Marktfundamentalismus" bedeutet, was die kapitalistische Grundlage tatsächlich ist. Medien sind zur Zeit zwar voll von Kritik. Aber die in den Regierungen Verantwortlichen wollen es nicht begreifen. Sie tun so, als hätten wir lediglich ein etwas turbulenteres Unwetter (gehabt). Sie können tatsächlich darauf bauen, daß die Regierten nach kurzer Zeit froh sein werden, sich keine großen persönlichen Sorgen machen zu müssen. Die Fahrt der Titanic (Untergang 1912 nach Zusammenstoß mit einem Eisberg) geht unverändert weiter, ohne Kursänderung. Den gerammten Eisberg, der hinter uns kaum noch sichtbar ist, will man auch gar nicht mehr wahrnehmen. Da kann man in die pragmatische Kölner Denkweise einstimmen: " Wat will'ste dann. Et es no emmer jut jejange!" (Was soll's, es ist doch immer gutgegangen.)

 

Die westliche Staatengemeinschaft stützt die am Rande der Pleite bzw. ohne Unterstützung bereits in der Pleite mit insgesamt 2,8 Billionen US$ (2.800.000.000.000), also (geteilt durch 6 Milliarden Menschen im Alter von 0 bis 120 Jahren) mit 4667 tausend $ pro Erdenbürger. Die Geldgeber hoffen, dass das Geld nicht verloren ist. Aber der hochintellektuelle Spitzenbankmanager; Josef Ackermann, hat bereits die Weichen für die Geldversickerung, ohne Nachweisbarkeit, gestellt, indem er davon gesprochen gesprochen hat: Er würde sich schämen Geld aus diesem Unterstützungsfond* anzunehmen... Daraufhin hat die deutsche Bundeskanzlerin sich entrüstet und die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass nun Banken wirklich eher Konkurs (anmelden würden als eine Schuld oder eine Dummheit eingestehen zu müssen. Daraufhin hat die "Bankwirtschaft" eifrig zustimmend genickt und vorgeschlagen, die ganz Bereitstellung eben global der Bankenvereinigung bereit zu stellen; denn dann läge es in deren Verantwortung, das Geld den Notwendigkeiten entsprechend zu verteilen. Sehr, sehr gut!! (À fonds perdu**)

* eigentlich "Fonds" und ist französisch: Grund, Boden, (Anlage-, Stamm-)Kapital; meint genauer im vorliegenden Fall: für bestimmte Zwecke bereit gehaltene Geldmittel oder Vermögenswerte (Sondervermögen), die zum Teil auch unter besonderer Verwaltung stehen... ** Sehr passend sagen die Franzosen: "à fonds perdu". Das heißt auf deutsch: Auf Nimmerwiedersehen!
 

Nun bedeutet Konkurs (lateinisch - concurrere = von allen Seiten herbeieilen) die Unfähigkeit, Gläubiger auszuzahlen, auch Bankrott genannt - italienischen "banca rotta" = zerbrochene Bank. Ist das nicht der Fall im derzeitigen Geschehen? Aber: Kein Staatsanwalt bemüht sich um Aufklärung, ob da nicht doch vielleicht die Strafbarkeit eines "betrügerischen Konkurses" ausfindig zu machen könnte nach § 283 des StGB (deutschen Strafgesetzbuches). mögliche Erklärung: Die Staatsanwaltschaften unterstehen den Innerministerien der Länder bzw. der Generalbundesanwalt dem derzeitigen Minister Wolfgang Schäuble, der im Jahre 2000 als CDU-Vorsitzender wegen der "CDU-Finanz- und Parteispendenaffäre" zurücktreten mußte. Ein Herr Roland Koch, hessischer "Landesfürst", war auch in eine ähnliche Affäre verwickelt, in beiden Fällen ohne endgültige Aufklärung. Nun: Eine Partei will nicht ohne Spenden leben bzw. braucht das Geld für ihre Wahlpropaganda. Daher kann der Leser wohl von alleine zu einmn Zusammenhang kommen zwischen nicht zu verfolgendem betrügerischen Konkurs, Veruntreuung von Hilfsfonds, sogenannten ehrenwerten Politikern, die ihr Ehrenwort einem Schmiergeldzahler gegenüber nicht brechen usw., aber den Eid als Minister, Ministerpräsident, Bundeskanzler dem Volk gegenüber als - nun das gehört einfach ohne Bedeutung zum Amt dazu - abtun.

Walter Rath, 3.11.2008

 

Die Börse, das "Machtzentrum der kapitalistischen Religion" entspricht dem "Vatikan" (Machtzentrum der römisch katholischen Kirche) oder Mekka (islamisches Hauptheiligtum, Geburtsort des Propheten Mohammed).

 


 

Walter Hanel, Jahrgang 1930


Neuere Zahlen waren nicht zu finden

Eine Aktie [von lateinischen actio »Handlung«], ist ein Wertpapier (wie ein Geldschein) als Urkunde über den wertmäßigen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft. Dieses Wertpapier verbrieft dem Aktien-Inhaber bestimmte Rechte (Stimmrecht in der Hauptversammlung, Recht auf Dividende). Diese ist Inhaber-Aktie, wenn das in ihr verbriefte Mitgliedschaftsrecht vom jeweiligen Inhaber der Aktie geltend gemacht werden kann; sie ist Namens-Aktie, wenn in ihr eine bestimmte Person als Berechtigter bezeichnet ist, die im Aktien-Buch der AG einzutragen ist. Aktien, die diese typischen Aktie-Rechte verbriefen, heißen Stamm-Aktie (kurz: Stämme) im Unterschied zu den Vorzugs-Aktie (Prioritäts-Aktie), die Vorrechte, bes. bei der Gewinnverteilung, gewähren; allerdings kann ihr Stimmrecht ausgeschlossen werden. Aktien können als Nennbetrags- oder Stückaktien begründet werden (§ 8 Aktien-Gesetz). Der Mindestnennbetrag einer Aktie ist l €, der Anteil einer Stück-Aktie am Grundkapital der AG darf l € nicht unterschreiten. Der Handelswert der Aktie wird bei börsennotierten AG durch die Börse ermittelt. Im Gegensatz etwa zu den angelsächsischen Ländern ist in Deutschland die Aktie als Anlage- und Finanzierungsinstrument noch schwächer entwickelt. (Belegschaftsaktien, Volksaktien).


Die Effekten sind (zur Kapitalanlage geeignete) Wertpapiere, welche Anteils- und Forderungsrechte beurkunden und Gegenstand des Handels sind (Aktien, Obligationen [Anleihen], Pfandbriefe u. a.). Das Effektengeschäft der Banken umfasst die Emission (Ausgabe), den An- und Verkauf von Effekten für eigene und fremde Rechnung und die Aufbewahrung (Depotgeschäft) und Verwaltung von Effekten (Einlösung von Zins- und Gewinnscheinen). Der Effektenmarkt erstreckt sich auf den amtlichen und geregelten Markt sowie den Freiverkehr und den Handel außerhalb von Börsen.

 

Weitere Stichworte sind: Effektenabteilung, Effektenarbitrage (Latein  »arbitrum«« = Entscheidung; Preis-, Zins- und Kursunterschieden zwischen verschiedenen Börsenplätzen wird genutzt durch Kauf am günstigsten Ort und Verkauf dort, wo hoher Preis erzielt werden kann), Effektenbanken (Emissionsbanken), Effektenbörse (Wertpapierbörse), Effektendepot (Depotgeschäft, Wertpapierverwaltung), Effektendiskont (Zinsabzug beim Ankauf vor Fälligkeit), Effektengeschäft (z.B. Effektenkommissionsgeschäft, auftragsweise Effektenverwaltung), Effektengiroverkehr (Giro auf italienisch Kreislauf), Effektenhändler (Börsenhändler), Effektenkurs (Börsenpreis), Effektenlombard (siehe unten Lombardkredit), Effektenmakler (-händler), Effektenpensionierung (Wertpapierpensionsgeschäft), Effektenplazierung ("Emmission", Vorlage einem Interessenten), Effektenverwahrung (Bestandteil der Verwaltung).

 

Weiter in der alphabethischen Aktienbegriffsreihenfolge:
 

Aktienanleihe (Reverse-Convertible-Bond) ist eine Anleihe, bei der der Emittent (derjenige, der die Aktien ausgibt) das Wahlrecht hat, die Rückzahlung zum Nennwert in bar oder in Aktien vorzunehmen. Dabei wird in den Anleihebedingungen vorab festgelegt, welche Aktie dafür in Betracht kommt und in welchem Verhältnis diese zur Tilgung des Nennwertes verwendet werden kann (z. B. 4 XY-Aktien zu je 100€ Nennwert). Faktisch entspricht dies einer Verkaufsoption (Optionsgeschäft), die der Erwerber der Aktie dem Emittenten gewährt. Der Emittent als Käufer dieser Verkaufsoption wird die Tilgung mittels Aktien bevorzugen, sofern Letztere schwach notieren (im oben genannten Beispiel unter 25 €), anderenfalls lässt er die Verkaufsoption verfallen. Als Entgelt für das daraus resultierende beachtliche Optionsrisiko erhält der Erwerber einer Aktie über dem Marktzins liegende Nominalverzinsung (Zinsaufschlag als Optionsprämie).


Aktienfonds = Investmentfonds. Diese werden unterteilt in Publikumsfonds, deren Anteile von jedermann erworben werden können, und Spezialfonds, die für institutionelle Anleger (z. B. Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen) aufgelegt werden und deren Anteile nicht öffentlich angeboten werden.

 

Nach Anlagespektrum werden unterschieden:

1) Wertpapierfonds, die nur in Wertpapieren anlegen. Hierzu gehören: Aktienfonds, die ihr Vermögen je nach Anlageschwerpunkt in nationale oder internationale Aktien investieren; Rentenfonds, die v. a. festverzinsliche Wertpapiere in- und/oder ausländischer Aussteller enthalten; Mischfonds oder gemischte Fonds (sowohl Aktien als auch festverzinsliche Wertpapiere des In- und Auslandes); Geldmarktfonds, die in kurzfristigen Geldmarktpapieren anlegen;

2) Beteiligungs-Sondervermögen, die Wertpapiere (Aktien und Schuldverschreibungen) und stille Beteiligungen an Unternehmen erwerben;

3) offene Immobilienfonds (Grundstücksfonds) investieren v. a. in gewerblich genutzte Liegenschaften, zum Teil in Mietwohngrundstücke und eigene Bauvorhaben. Geschlossene Immobilienfonds werden dagegen zur Finanzierung bestimmter Bauvorhaben errichtet; ihr Kapital ist auf die hierfür erforderlichen Mittel begrenzt. Auch Wertpapierfonds können als geschlossene Fonds (Closed-End-Fund) mit begrenztem Fondsvermögen und damit auch einer begrenzten Zahl von Anteilscheinen konstruiert sein, sind aber in der Regel offene Fonds (Open-End-Fund) mit laufender Ausgabe und Rücknahme von Anteilen und variablem Fondsvermögen. Zulässig sind auch Rentenfonds, bei denen bereits bei Auflage der Auflösungstermin des Fonds feststeht (Laufzeitfonds).
 

Aktiengesellschaft, Abk. AG, A.-G. oder A.G., Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren Gesellschafter (Aktionäre, Anteilseigner) mit Einlagen auf das in Aktien zerlegte Grundkapital beteiligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der AG zu haften; für die Verbindlichkeiten der AG haftet den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen (Aktiengesetz vom 6. 9. 1965). An der Gründung einer AG müssen sich eine oder mehrere Personen beteiligen, die die Aktien gegen Einlagen übernehmen (Simultan- oder Einheitsgründung). Der Gesellschaftsvertrag (Satzung) muss notariell beurkundet werden und bestimmten gesetzlichen Erfordernissen entsprechen. Die AG entsteht erst durch die Eintragung im Handelsregister. Die Einlagen der Aktionäre können in Geld bestehen (Bareinlage) oder in anderen Vermögenswerten (Sacheinlage). Der Mindestnennbetrag des Grundkapitals ist 50.000 € (Grundkapital und Verkehrswert einer aktiven AG sind in der Regel nicht identisch).


Organe der AG sind: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Der Vorstand kann aus einer oder mehreren Personen bestehen; die Mitglieder werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung und die Vertretung der AG nach außen, er hat den Jahresabschluss aufzustellen und einen Lagebericht zu erstatten. Jahresabschluss, Lagebericht und der Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns sind vom Aufsichtsrat zu prüfen. Der Aufsichtsrat hat mindestens drei und höchstens 21 Mitglieder; über seine Zusammensetzung nach dem Mitbestimmungsgesetz.  Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen. Maßnahmen der Geschäftsführung können ihm nicht übertragen werden, jedoch hat die Satzung oder der Aufsichtsrat zu bestimmen, dass bestimmte Geschäfte nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen. Er hat der Hauptversammlung über das Geschäftsjahr zu berichten und vertritt die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand. Die Hauptversammlung, der alle Aktionäre angehören, wird in der Regel vom Vorstand einberufen; sie kann auch durch den Aufsichtsrat oder auf Verlangen von Aktionären mit zusammen wenigstens 5% Grundkapital einberufen werden. Sie wählt die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat und den Abschlussprüfer, beschließt jährlich über die Gewinnverwendung (Dividende [lateinisch »das zu Verteilende«] ) sowie die Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats und entscheidet über Satzungsänderungen (hier 3/4-Mehrheit erforderlich) u. a. - Die rechtliche Regelung der AG, die in der Regel auf große Unternehmen zugeschnitten ist, wurde durch Gesetz vom 2. 8. 1994 geändert, wodurch mittelständischen Unternehmen in der Rechtsform der GmbH die Möglichkeit geboten wird, die Rechtsform der AG zu übernehmen (sog. kleine AG) und sich damit Eigenkapital über die Börse zu beschaffen. Eine besondere Form der AG ist die Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Europäische Aktiengesellschaft, Societas Europaea (SE), eingeführt durch Verordnung der EG (in Kraft seit 8. 10. 2004), soll die gemeinschaftsweite Tätigkeit von Unternehmen erleichtern (Corporate Governance, d.h. körperschaftliche Kontrolle).


Hauptquelle des österreichischen Aktienrechts sind das Aktien-Gesetz von 1965, das im Wesentlichen den deutschen Regelungen entspricht (u.a. Gleichbezeichnung der Organe), das Investmentfonds-Gesetz von 1993, das Kapitalberichtigungs-Gesetz von 1967 und das Arbeitsverfassungs-Gesetz von 1973 (Mitbestimmung der Arbeitnehmer). Der Mindestnennbetrag des Grundkapitals ist 70.000 €. Aktien können entweder als Nennbetrags- oder als Stückaktien begründet werden. Nennbetragsaktien müssen auf mindestens l € oder ein Vielfaches davon lauten. In der Schweiz ist das Aktienrecht in Artikel 620ff. OR (Obligationenrecht) ähnlich wie in Deutschland geregelt. Die Zahl der Gründer muss mindestens drei, das Aktienkapital mindestens 100 000 Fr., der Nennwert der Aktie mindestens 1 Rappen betragen. Die Organe sind die Generalversammlung der Aktionäre, die Verwaltung bzw. der Verwaltungsrat, die Revisionsstelle.
Literatur:  W. Hölters u. a.: Die kleine Aktie (2002); H. Balser u. G. Bokelmann: Die Aktie ('2002); P. Böckli: Schweizer Aktienrecht (Zürich '2004).

 

Aktienindex, ist die Kennziffer, welche die Kursentwicklung eines gesamten Aktienmarktes einzelner Aktiengruppen, z. B. bestimmter Branchen (Branchenindizes), verdeutlicht. Aktien werden unterschieden nach der Anzahl der einbezogenen Aktien (Gesamt- bzw. Composite-Index, Teil-, vor allem Branchenindizes), nach der Art der Gewichtung der Kurse (mit dem Grundkapital) und nach der Berücksichtigung von Dividendenabschlägen. Sie werden auf einen bestimmten zurückliegenden Zeitpunkt (Basisjahr) bezogen, dessen Wert in der Regel gleich 100 (beim DAX©  [Deutscher Aktien-Index] = 1000) gesetzt wird. Zu unterscheiden sind Preisindizes, die allein auf die Kurse abstellen, und Performance-Indizes, die darüber hinaus Dividendenzahlungen berücksichtigen, indem sie durch die Ausschüttung eintretende Kursabschläge korrigieren. Aktien werden in zahlreichen Ländern von verschiedenen Institutionen (z. B. Börsen, Zeitungen, Statistischen Ämtern) ermittelt und veröffentlicht (z. B. NASDAQ [National Association of Securities Dealers Automated Quotations System], Dow-Jones-Aktienindex*, Nikkei Dow Jones Average [wird vom japanischen Zeitungsverlag Nihon Keizai Shimbun täglich aus den Kursen von 225 an der TSE {Tokyo Stock Exchange} notierten Aktien ermittelt]).

* wird von der Firma Dow, Jones & Co. seit 1896 täglich ermittelt und im »Wall Street Journal« veröffentlicht.

Aktienoption = Stockoption.

Noch zu erwähnen:

Der Lombardkredit als Bankkreditgeschäft über ein kurzfristiges, auf einen festen Betrag lautendes Darlehen. (Der Name kommt von den privilegierten christlichen Kaufleuten aus lombardischen Städten)...


 

Über das finanzgeschäftliche Roulett- oder besser Pokerspiel* mit Kapital bzw. Firmen gibt es Bibliotheken füllende Literatur. Das ermöglicht dann ein Studium mit lebenslangen noch raffinierter machenden Seminaren zur "Marktideologie", wie ein akademischer Grad mit Lehrbefähigung in katholischer Theologie.

* gilt als das Nationalspiel der Vereinigten Staaten von Amerika, als Spiel der Pioniere und Abenteurer, als rechtes Männerspiel: Dafür hat schon die Mythen bildende Kraft des Wildwestfilms gesorgt, der das Ritual um Geld, Karten und Colts in zahlreichen Varianten effektvoll in Szene setzte. Zwar ist das moderne Pokerspiel wirklich in den USA entstanden, doch gab es schon vor 3000 Jahren Grundformen in Persien. Bei seinem Vorläufer namens »As« gab es bereits Paar, Drilling, Full House, Vierling - und geblufft wurde auch schon. Die Kreuzfahrer brachten das Spiel dann nach Europa, wo es vor allem in Italien (»Primiera«) und Frankreich (»Bouillotte« und »Brelan«) weiterentwickelt wurde. Von dort gelangte es mit französischen Pflanzern nach Louisiana, um sich dann übers ganze Land zu verbreiten. Im Sezessionskrieg war es bei den Soldaten der Nord- und ebenso der Südstaaten beliebt. Es wurde natürlich auf den Raddampfern des Mississippi gespielt und in den Saloons des Westens. Und es eroberte die Spielerkreise in den großen Städten wie Chicago und New York. Der Poker ist verwandt mit dem deutschen "Pochen" und ein internationales Kartenglücksspiel amerikanischer Herkunft zwischen mindestens zwei Teilnehmern mit 52 französischen Karten. Es gibt zahlreiche Spielarten. Es kommt beim Poker nicht nur auf eine günstige Kartenverteilung, sondern v. a. auf die Fähigkeit des »Bluffens« an (schreibt © wissenmedia GmbH, 2010 - etwas abgewandelt)


 

Wen wundert es, wenn  eine "Großrazzia in Büros und Wohnungen wegen ANLAGEBETRUG*" wahrscheinlich zu keinem Ergebnis führt; denn um wirklich etwas aufdecken zu können, müssen die Ermittler mindestens ebenso gut ausgebildet und gewieft sein wie die Betrüger... Aber schauen wir uns einmal die Pressemitteilung der DPA (Deutsche Presse-Agentur) vom 24. September 2010 an:


* München. Marktmanipulation und Insiderhandel sind die Vorwürfe. Schlag gegen mutmaßliche Anlagebetrüger: Die Staatsanwaltschaft München ließ in einer spektakulären Aktion Büros und Wohnungen von Dutzenden Verdächtigen durchsuchen. Der Razzia gingen mehr als zweijährige Ermittlungen voraus. Die Vorwürfe lauten auf Marktmanipulation und Insiderhandel mit Aktien, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde, Barbara Stockfinger. Sie bestätigte entsprechende Informationen der "Financial Times Deutschland" in der heutigen Ausgabe. Bereits am Dienstag hätten die Ermittler insgesamt 48 Büro- und Privaträume bundesweit und in Österreich durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt 31 Verdächtige, betroffen seien Aktien von 20 verschiedenen Gesellschaften. Drei Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.
Zum einen seien fast wertlose "Pennystocks" gekauft, die Kurse durch gezielt positive Nachrichten nach oben getrieben und dann wieder verkauft worden. In anderen Fällen seien Aktienkurse durch negative Nachrichten abgestürzt und dadurch Geschäfte gemacht worden.
Durchsucht wurden laut dem Zeitungsbericht auch die Geschäftsräume der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger in München (SdK). Der SdK-Vorstandsvorsitzende Klaus Schneider bestätigte die Durchsuchungen der Büros, stritt jedoch ab, dass gegen Organe des Vereins ermittelt werde. (dpa)

 

Weiter war zu lesen, dass die zehn reichsten Amerikaner nach der "Forbes"-Liste zusammen 270 Milliarden US$ besitzen und innerhalb des letzen Jahres um 25 Milliarden reichen geworden sind...